17.06.2015, 14:27 Uhr

Premiere auf der Nordsee Erste Flüssigerdgas-Fähre Europas pendelt nach Borkum

Die Borkum-Fähre „Ostfriesland“ liegt im Hafen in Emden. Foto: dpaDie Borkum-Fähre „Ostfriesland“ liegt im Hafen in Emden. Foto: dpa

Emden/Borkum. Die erste deutsche Fähre mit Flüssigerdgasantrieb (LNG) hat am Mittwoch zur Jungfernfahrt im Emder Hafen abgelegt.

Zwei Tage vor der offiziellen Aufnahme des Linienverkehrs nahm die Auto- und Passagierfähre „Ostfriesland“ Kurs auf die Insel Borkum.

Es ist die europaweit erste Umrüstung einer Fähre auf den umweltfreundlichen Antrieb. Er soll deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen als herkömmlicher Treibstoff. Die EU hat das Pionierprojekt der Emder Reederei AG Ems mit rund drei Millionen Euro unterstützt.

Die maritime Branche hofft auf neue Impulse durch die alternative Technik, unter anderem fehlt an der Küste noch eine Infrastruktur zum Betanken von Schiffen.

Warum Flüssigerdgas?

Schärfere Umweltvorschriften und der zunehmende Druck, schädliche Treibhausgase zu vermeiden, treiben in der Schifffahrt die Suche nach umweltfreundlichen Alternativen zum herkömmlichen Schweröl voran. Flüssiggas (LNG) hat dabei neben Biogas, Biodiesel, Methanol, Landstrom und Wasserstoff die besten Aussichten, hat der auf Schifffahrt spezialisierte technische Dienstleister DNV GL analysiert.

Zur Zeit verbraucht die weltweite Handelsflotte pro Jahr rund 330 Millionen Tonnen Treibstoff. Davon sind 80 bis 85 Prozent hoch schwefelhaltig. Eine Initiative von Industrie, Reedereien und Häfen („Maritime LNG Plattform“) will Flüssiggas als umweltfreundlichen Kraftstoff in Deutschland voranbringen. Dadurch könnten die Emissionen nach Schätzungen um bis zu 90 Prozent sinken.

LNG (Liquefied Natural Gas) ist verflüssigtes Erdgas mit einer Temperatur von minus 162 Grad Celsius und in dieser Form nicht brennbar oder explosiv. Als Gas ist es weitaus geringer brennbar als Benzin. Für die Schifffahrt sind spezielle Betankungsanlagen nötig.


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