06.11.2014, 12:49 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Spitzengastronomie in Niedersachsen Guide Michelin 2015: Osnabrücks „La Vie“ bleibt Spitze

Spitzenplatz behauptet: Das „La Vie“ in Osnabrück bleibt eines von nur elf deutschen Drei-Sterne-Restaurants. Foto: Thomas OsterfeldSpitzenplatz behauptet: Das „La Vie“ in Osnabrück bleibt eines von nur elf deutschen Drei-Sterne-Restaurants. Foto: Thomas Osterfeld

Berlin. Neue Bestwerte für die deutsche Spitzengastronomie: Mit drei neuen 2-Sterne-Restaurants und 31 neuen 1-Stern-Adressen verzeichnet der renommierte Restaurantführer Guide Michelin mehr deutsche Gourmet-Tempel als je zuvor. Bundesweit erhielten elf Restaurants die Spitzenbewertung von drei Sternen – unter ihnen das „La Vie“ in Osnabrück.

„25 Prozent mehr Sterne-Restaurants als noch vor fünf Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Die deutsche Gastro-Szene ist extrem dynamisch und zählt zu den besten in Europa und weltweit“, sagte Michael Ellis, Direktor des renommierten Hotel- und Gastronomieführers, bei der Vorstellung des Guide Michelin am Donnerstag in Berlin. Der Restaurantführer ist ab Freitag im Handel erhältlich. Er listet insgesamt 282 Adressen: 233 Restaurants mit einem und 38 mit zwei Sternen. 31 Restaurants mehr als im Vorjahr – für die deutsche Gastronomie ist das ein neuer Bestwert.

In der Spitzenkategorie „Drei Sterne“ gab es keine Änderungen. Wie im Vorjahr zählt der Restaurantführer elf Gourmet-Tempel der Extra-Klasse aus, darunter das „La Vie“ in Osnabrück und das „Aqua“ in Wolfsburg. „Das bedeutet mir alles“, sagte „La Vie“-Chef Thomas Bühner auf Nachfrage unserer Redaktion. Es mache nicht nur stolz, sondern sei „essentiell wichtig“, das sein Haus in dem renommierten Restaurantführer in einer Reihe mit den besten Gastronomiebetrieben Deutschlands genannt werde. „Eine Stadt wie Osnabrück allein, könnte ein Haus wie das ‚La Vie‘ nicht dauerhaft am Leben halten“, sagte Bühner. Durch die Auszeichnung aber würde sein Restaurant zum Anziehungspunkt für Gäste aus aller Welt. Den Erfolg will er jetzt gemeinsam mit seinem Team feiern – wenn auch nicht in dem Ausmaß wie vor drei Jahren, als das „La Vie“ erstmals den dritten Michelin-Stern verliehen bekam. Nur sieben Bundesländer haben Drei-Sterne-Häuser: Baden-Württemberg (3), Bayern (1), Niedersachsen (2), Nordrhein-Westfalen (1), Rheinland-Pfalz (1), Schleswig-Holstein (1) und das Saarland (2).

Neu in der Liste der niedersächsischen Sterne-Gastronomen schafften es das „Saphir“ in Wolfsburg und das „Landhaus Biewald – Genießer Stube“ in Göttingen/Friedland: Beide erhielten einen der begehrten Michelin-Sterne. Gleichzeitig haben die Restaurants „Zum Heidkrug“ in Lüneburg und „Marco Polo“ in Wilhelmshaven ihren Stern verloren.

Insgesamt gibt es in Niedersachsen zwölf Sterne-Restaurants: Neben den Vertretern der Spitzenklasse „La Vie“ und „Aqua“ die Zwei-Sterne-Adresse „Sterneck“ in Cuxhaven sowie neun Gastronomiebetriebe mit einem Stern: Das „Gourmet Restaurant im Schlosshotel Münchhausen“ (Aerzen), „Keilings Restaurant“ (Bad Bentheim), „Ole Deele“ (Burgwedel), „Endtenfang“ (Celle), die beiden Neueinsteiger „Landhaus Biewald – Genießer Stube“ in Göttingen/Friedland und das „Saphir“ in Wolfsburg“, das „Perior“ in Leer, „Seesteg“ auf Norderney sowie das „La Fontaine“ in Wolfsburg. In unmittelbarer Nähe wurde zudem die „Westfälische Stube“ in Hörstel mit einem Stern ausgezeichnet. Das „Rincklake‘s“ in Harsewinkel hingegen verlor seinen einen Stern. Unverändert mit einem Stern gelistet sind der „Kaiserhof – Gourmet 1895“ in Münstter und das „Balthasar“ in Paderborn.

Eine Liste aller ausgezeichneten Restaurants gibt es hier als PDF-Datei zum Download .


Jedes Jahr sind für den „Michelin“-Führer Deutschland zwölf Tester in der Republik unterwegs auf der Suche nach den besten Restaurants. Sie werden auch „Inspektoren“ genannt und besuchen bundesweit anonym die Lokale, die bereits einen, zwei oder das Maximum von drei „Michelin“-Sternen haben. Außerdem essen die fest angestellten Tester auch bei Restaurants ohne Stern, von denen sie gehört oder gelesen haben. Manchmal kommen neue Sterne hinzu; manchmal wird auch ein Stern aus Qualitätsgründen aberkannt.

Bis zu 250 mal pro Jahr essen die Inspektoren - oft allein, manchmal auch zu zweit oder zu dritt. Wenn sie in Zwei- oder Drei-Sterne-Häusern zu Gast sind und das Niveau vorfinden, das sie kennen, reicht ein Besuch. Ist sich der Tester unsicher, soll ein Stern verlöschen oder neu verliehen werden, kommen die Inspektoren mehrfach. Alle haben eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe und urteilen laut „Michelin“ nach einem „festen, an objektiven Maßstäben ausgerichteten Bewertungssystem“.

Ein Stern bedeutet dabei: „ein sehr gutes Restaurant“.

Zwei Sterne würdigen „eine hervorragende Küche - verdient einen Umweg“.

Drei Sterne - die höchste Auszeichnung - erhält „eine der besten Küchen - eine Reise wert“.

1 Kommentar