18.04.2017, 05:00 Uhr

TV-Kritik zu ZDF-Dokumentation 37-Grad-Dokumentation über Jugendnotdienst: Irritierend

„37°: Wir holen dich da raus - Hilfe für Kinder in Not“: Renate Flerlage-Hölzen und Christina Harms-Neumann sind auf dem Weg zum Einsatz. Foto: ZDF/Jasper Engel„37°: Wir holen dich da raus - Hilfe für Kinder in Not“: Renate Flerlage-Hölzen und Christina Harms-Neumann sind auf dem Weg zum Einsatz. Foto: ZDF/Jasper Engel

Osnabrück. Einen spannenden Einblick in die Welt des Kinder- und Jugendnotdienstes verspricht die Reportage – und scheitert auf ganzer Linie.

Leider erinnern die Bilder eher an die Zeit, in der die Polizei-Dokuserie „Achtung Kontrolle“ noch reale Fälle begleitet hat. Nur dass die spannenden Bilder kritischer Situationen in dieser 37-Grad-Dokumentation durch verwackelte, teils mehrfach verwendete Videoschnipsel von Häusern und Hecken ersetzt wurden. Sicher ist es spannend, wenn eine verzweifelte Großmutter nachts die Behörden um Hilfe bittet, weil sie mit ihrem randalierenden Enkel nicht mehr klar kommt und ein anderer Teenager von seiner Mutter offenbar so sehr von der Außenwelt abgeschirmt wird, dass er das Leben außerhalb der Familienwohnung fürchtet. Leider bleiben viele der Fälle unaufgelöst und der Zuschauer damit weitgehend ratlos zurück.

Shoppen und Tanzen

Dafür erfährt man, wie eine Mitarbeiterin des Jugendnotdienstes mit der Tochter shoppen geht, um sich vom stressigen Job abzulenken und eine andere zum Tanzen. Das macht das Bild aber leider nicht runder, sondern irritiert zusätzlich – und das in einem Format, das sonst meist hochkarätige, dichte Sozialstudien bietet. In diesem Fall erfährt man weder über den Notdienst, noch über die Protagonisten oder die Fälle wirklich etwas.

37 Grad: Wir holen dich da raus, ZDF, Montag 22.15 UhrWertung: 1 von 6 Sternen


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