14.11.2016, 20:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Sir Frederick Banting Sir Frederick Banting: Doodle für den Insulin-Entdecker


Berlin. Sir Frederick Banting bekommt von Google ein Doodle zum 125. Geburtstag geschenkt. Aber warum?

Google ehrt Sir Frederick Grant Banting (14. November 1891 - 21. Februar 1941) an seinem 125. Geburtstag mit einem Doodle. Die Welt verbeugt sich vor ihm als dem Mitentdecker des Insulins; Kanada feiert am 14. November 2016 auch den ersten Landsmann, der mit einem Nobelpreis geadelt wurde. Fakten zum Doodle-Motiv Sir Frederick Banting:

Sir Frederick Banting: So entdeckte er das Insulin

Sir Frederick Banting war Kinderarzt und Chirurg, als er die Diabetes-Forschung zum Zentrum seiner Arbeit machte. Schon vor Banting waren Mediziner um Bernhard Naunyn dem Verdacht nachgegangen, dass Diabetes mit einem hormonellen Mangel in der Bauchspeicheldrüse zusammenhängt. Erste Behandlungsversuche sahen den Verzehr tierischer Bauchspeicheldrüsen vor – scheiterten aber, weil das enthaltene Insulin durch Verdauungsenzyme zerstört wurde. Banting und seinem Assistenten Charles Herbert Best gelang es dann, das Insulin aus Kalbsembryonen aus dem Schlachthof zu isolieren und den Erkrankten intravenös zu verabreichen. (Zerg Rush, Tilt und Barrel Roll: Mit diesen Google Easter Eggs bringen Sie Ihre Kollegen zur Verzweiflung)

Hunde verbrauchende Forschung: Sir Frederick Bantings erste Experimente

Sir Fredericks Bantings erste Versuchstiere waren Hunde – die sowohl als Spender von Bauchspeicheldrüsen (Pankreas) als auch als Diabetes-Patienten herhielten. Zu Bantings erster Laborausstattung gehörten zehn Tiere, die zwei Monate lang ohne Ergebnisse eingingen. Weil Banting als Chirurg das nötige Geschick fehlte, starben sie an Infektionen. Der Wissenschaftler brauchte über zwei Monate, ehe er erstmals einem Tier erfolgreich die Bauchspeicheldrüse entfernt hatte. Als er diese, zum Extrakt verarbeitet, einem Versuchstier ohne Bauchspeicheldrüse spritzte, sank dessen Blutzuckerspiegel. Mit dem Pankreasextrakt von fünf Hunden erhielten Banting und Best einen sechsten fünf Tage lang am Leben. Weil dem Team die Versuchstiere ausgingen, stieg der Forscher dann auf Bauchspeicheldrüsen von Kalbsembryonen um und verlängerte das Leben eines pankreaslosen Hundes damit um 70 Tage – der Durchbruch. (Online-Petition gegen dänische Hunde-Todeslisten)

Wie kamen Sir Banting und Co. auf den Begriff Insulin?

Das Proteohoromon Insulin hat seinen Namen vom Ort, an dem es im Körper gebildet wird: den Langerhans-Inseln bzw. Inselzellen. Damit sind Zellansammlungen in der Bauchspeicheldrüse gemeint, die für Blutzuckerregulation und die Produktion des Insulins zuständig sind. Entdeckt wurden die Inselzellen, die auch als Inselorgan bezeichnet werden, schon 1869 vom deutschen Mediziner Paul Langerhans. (Verbotene Doodles: Die geheimen Regeln der Google-Gags)

Streit bei der Verleihung des Nobelpreises an Frederick Banting

1923 erhielt Frederick Banting für die Entdeckung des Insulins den Nobelpreis für Medizin. Gemeinsam mit ihm wurde John Macleod ausgezeichnet, eine Entscheidung, die für Proteste sorgte. Denn während Macleod Bantings Forschung vor allem durch die Bereitstellung von Räumen, Mitteln und Personal gefördert hatte, wurde der Student Charles Herbert Best nicht berücksichtigt – obwohl er am Verfahren zur Isolierung des Insulins wesentlichen Anteil hatte. 1934 schlug König George V. Banting zum Ritter. (Bessie Coleman im Doodle: Warum starb die schwarze Flugpionierin so früh?)

Sir Frederick Banting: Tod als Weltkriegsfreiwilliger

Frederick Banting meldete sich freiwillig, als Kanada 1939 in den Krieg eintrat. Er hatte bereits im Ersten Weltkrieg freiwillig gedient und eine Kriegsverletzung erlitten. Der Zweite Weltkrieg kostete ihn das Leben: Am 20. Februar 1941 fielen bei seinem kanadischen Hudson T-9449-Bomber über den Nordatlantik die Motoren aus. Eine Notlandung gelang, aber nur der Pilot überlebte. Der Navigator und der Funker starben sofort, Banting erlag einen Tag später seinen Verletzungen. Er wurde nur 49 Jahre alt. (Google verdoodelt den eigenen Geburtstag – was ist faul daran?)

Geheimnisvolle Zeitkapsel am Frederick-Banting-Square

Im kanadischen London, Ontario, wurde zum 100. Geburtstag des Wissenschaftlers eine Zeitkapsel am „Sir Frederick Banting Square“ in die Erde eingelassen. Sie wird geöffnet, wenn ein Heilmittel gegen Diabetes gefunden ist. (Sir Frederick Banting heute: Wenn Schwangere Diabetes bekommen)

Quelle: Wikipedia.de




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