11.11.2016, 06:00 Uhr

Vorab in der Mediathek Typisch schwedisch: „Modus – Der Mörder in uns“ im ZDF

Welche düsteren Pläne verfolgt der Amerikaner Richard Forrester (Marek Oravec) in Schweden? In dem Krimi aus der Feder von Anne Holt geht es um reale gesellschaftliche Abgründe.Foto: ZDF/Miso Film 2015/Johan PaulinWelche düsteren Pläne verfolgt der Amerikaner Richard Forrester (Marek Oravec) in Schweden? In dem Krimi aus der Feder von Anne Holt geht es um reale gesellschaftliche Abgründe.Foto: ZDF/Miso Film 2015/Johan Paulin

Osnabrück. Die düstere schwedische Krimireihe „Modus – Der Mörder in uns“ blickt in die gesellschaftlichen Abgründe aus religiösem Eifer und mörderischer Intoleranz.

Kurz vor Weihnachten, irgendwo mitten in Schweden. In einem einsam gelegenen, völlig verschneiten Waldstück hält ein Geländewagen zielstrebig auf einen versteckten Wohnwagen zu. Der Fahrer ist offenbar genau vorbereitet und hat ein klares Ziel. Auf Anhieb findet er im Inneren des Wohnwagens eine Schachtel mit sechs Smartphones. Das erste, das er aktiviert, lotst ihn zu einem Hotel in Stockholm.

Auf dem Weg in dieses Hotel zur Hochzeit ihrer Schwester ist auch die renommierte Psychologin und Sachbuchautorin Inger Johanne Vik (Melinda Kinnaman) mit ihren beiden Kinder. Während der ausgelassenen Feier irrt Ingers autistisch veranlagte Tochter Stina durch die Hotelgänge – und wird unvermittelt Zeugin, wie der Mann aus dem Wohnwagen eine Frau ermordet.

Täter rettet Zeugin

Völlig verstört rennt sie auf die dunkle Straße, verfolgt von dem Mörder. Doch noch bevor man als Zuschauer das Schlimmste befürchten muss, rettet der Täter das Mädchen in letzter Sekunde vor einem herannahendem LKW und entkommt unerkannt. Weder Stinas Mutter noch der Kriminalbeamte Ingvar Nyman (Henrik Norlén), der zufällig am Beinahe-Unfallort vorbeikommt, ahnen etwas von dem Mord. Und Stina schweigt. Nicht zuletzt, weil der Mörder sie einschüchtert. Am Heiligen Abend, die ermordete Frau liegt immer noch unentdeckt im Keller des Hotels, ist ein zweites Mordopfer zu beklagen – die Bischöfin von Uppsala. Sie und ihr Mann (Ex-Wallander-Darsteller Krister Henriksson in einer Nebenrolle) hüten seit Jahrzehnten ein pikantes Geheimnis.

Der Vierteiler „Modus – Der Mörder in uns“ reiht sich nahtlos ein in die Reihe düsterer skandinavischer Krimis, die spätestens seit Henning Mankell s „Wallander“-Reihe die Bücherregale und TV-Sender füllen. Die Romanvorlage zu „Modus“ stammt von Anne Holt und ist in Deutschland als vierter Band der „Yngvar-Stubø“-Reihe unter dem Titel „Gotteszahl“ erschienen.

Woher kommt dieser Hass?

Wie auch in anderen Krimis von der gelernten Juristin Holt, die für kurze Zeit sogar das Amt der norwegischen Justizministerin bekleidete, geht es nicht vordergründig um Mord und Totschlag, sondern um reale gesellschaftliche Abgründe. Die zentrale Frage, die hinter dem TV-Vierteiler „Modus“ steckt, wird ganz banal und beinahe beiläufig formuliert: „Woher kommt dieser Hass nur?“ Eine existenzielle Kernfrage, mit der sich unsere zunehmend verrohende Gesellschaft tatsächlich immer dringlicher auseinandersetzen muss.

„Modus“ beleuchtet speziell den Hass auf homosexuelle Minderheiten und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, die sich trotz aller erkämpften Fortschritte teilweise auch heute noch verschämt verstecken. In dem fiktiven Vierteiler wird dieser mörderische Hass von einer fundamental-christlichen Mördersekte geschürt, deren Intoleranz keine Grenzen kennt. Skandinavien ist für die aus den USA stammenden Sektierer der Hort alles Bösen. Ein modernes Sodom und Gomorrha, das wie schon in der Bibel durch einen Regen aus Feuer und Schwefel vom Antlitz dieser Erde getilgt gehöre.

„Online First“

Das ZDF, das nach dem Motto „online first“ schon seit längerem einzelne Sendungen Stunden bis Wochen vor dem linearen TV-Ausstrahlungstermin in der ZDFmediathek streamt, gibt mit „Modus – Der Mörder in uns“ nun einen neuen Takt vor. Erstmals wird hier eine komplette Staffel auf einen Schlag bereits neun Tage vor der linearen TV-Erstausstrahlung online gestellt, und zwar rund um die Uhr, wie das ZDF auf Anfrage unserer Redaktion versichert.

Modus – Der Mörder in uns: ab heute, 11. November, 22 Uhr, in der ZDF-Mediathek abrufbar; vom 20. November bis 11. Dezember sonntags ab 22 Uhr im ZDF.


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