23.10.2016, 21:45 Uhr

Mörder nicht überführt Fortsetzung für „Tatort“-Folge „Die Wahrheit“


Osnabrück. Überraschung: Die Münchner „Tatort“-Folge „Die Wahrheit“ bekommt eine Fortsetzung. Am Ende des am Sonntagabend ausgestrahlten Falls war der Mörder nicht überführt worden.

Nach dem ARD-Krimi dürften nicht wenige Zuschauer einigermaßen verblüfft gewesen sein: Am Anfang erstach auf offener Straße eine nur scheinbar hilflose Person einen Mann, der ihr helfen wollte. Am Ende wurde ein durchgeknallter Trittbrettfahrer dingfest gemacht, während der Mörder weiter auf freiem Fuß blieb.

Hier weiterlesen: So stark war „Die Wahrheit“.

Wollte sich der Münchner „Tatort“ damit etwa der Realität annähern, in der auch längst nicht jedes Verbrechen aufgeklärt wird? Müssen die Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) künftig mit dem Ruf leben, die unperfektesten „Tatort“-Ermittler im ganzen Land zu sein, weil sie zum ersten Mal einen Fall nicht aufgeklärt haben?.

Anschlussfolge schon abgedreht

BR-Redakteurin Stephanie Heckner dazu: „Schon zu Beginn der ersten Exposé-Sitzung waren wir uns einig, dass der Täter in ‚Die Wahrheit‘ nicht gefasst werden sollte. ‚Die Wahrheit` sollte ein Tatort werden, der die Schmerzhaftigkeit polizeilicher Ermittlungsarbeit auf die Spitze treibt.“ Und so wird es für den Fall „Die Wahrheit“ eine Fortsetzung geben.

Die Anschlussfolge „Der Tod ist unser ganzes Leben“ sei am vergangenen Montag (17. Oktober) abgedreht worden, meldete der Sender am Wochenende. Dieser Krimi greife den ungelösten Fall aus „Die Wahrheit“ wieder auf, hieß es in der Mitteilung.

Alptraum geht weiter

Und so soll es weitergehen: „Ein Jahr, nachdem Ben Schröder (Markus Brandl) vor den Augen seiner Frau Ayumi (Luka Omoto) und seines Sohnes Taro (Leo Schöne) erstochen wurde, geschieht in München ein ähnliches Verbrechen ohne erkennbares Motiv. Die Tat trägt dieselbe grausame Handschrift. Der Alptraum für Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) aus ,Die Wahrheit‘ setzt sich fort und endet schließlich in einem Schreckensszenario, in dem es für sie um nicht weniger geht als um ihre berufliche Existenz, ihre Freundschaft und ihr Leben.“

Das verspricht nach der großartigen Folge „Die Wahrheit“ einen weiteren Krimi der Extraklasse. Erstaunlich allerdings, dass Regisseur Sebastian Marka, der „Die Wahrheit“ drehte, diesmal nicht beteiligt war. An seiner Stelle nahm Philip Koch auf dem Registuhl Platz - ein Mann, der bislang noch keinen einzigen „Tatort“ gedreht hat.

Ausstrahlung 2017

Aber das muss eigentlich nichts heißen, denn auch für Marka war „Die Wahrheit“ erst sein zweiter „Tatort“. Und es war sein zweiter erstklassiger, denn auch die Folge „Das Haus am Ende Straße“ (2015) mit Joachim Król war bereits herausragend. Frisches Blut auf dem Regiestuhl tut dem Format gelegentlich ganz gut.

Die Ausstrahlung von „Der Tod ist unser ganzes Leben“ sei für nächstes Jahr geplant, kündigte der BR an. Ein genaueres Datum nannte der Sender nicht.


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