15.08.2016, 05:01 Uhr

Heute Abend im TV „Asbest - Die tödliche Faser“: Doku in der ARD

Sanierungsarbeiten in asbest-verseuchten Gebäuden können nur unter größten Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden. Foto: SR/Sigrid Born/Nicole WürthSanierungsarbeiten in asbest-verseuchten Gebäuden können nur unter größten Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden. Foto: SR/Sigrid Born/Nicole Würth

Osnabrück. Die ARD-Dokumentation „Asbest - Die tödliche Faser“ zeigt eindrucksvoll, welche furchtbaren Folgen der giftige Baustoff auch Jahre nach seinem Verbot noch hat.

Alleinerziehender Vater von drei Kindern, Lungenkrebs, zwölf Metastasen im Hirn, alles wegen Asbest - und die Berufsgenossenschaft zahlt nicht. Ein Jahr nach den ersten Aufnahmen von „Asbest - Die tödliche Faser“ , ein Jahr, nachdem auch schon „Plusminus“ über sein Schicksal berichtet hat, ist Werner Schroer tot. Schwere Schicksale sind - völlig zurecht - keine Seltenheit im deutschen Fernsehen, doch das des ehemaligen KfZ-Meisters Werner Schroer geht so nahe, dass es weh tut.

Die Reportage von Sigrid Born und Nicole Würth zeigt noch weitere Asbest-Betroffene - und alle eint, dass sie erst der Faser und dann der Berufsgenossenschaft zum Opfer fielen. Kein Geld, wenn keine eindeutigen Beweise vorliegen, und die sind kaum zu beschaffen. Die Dokumentation belegt eindrucksvoll, dass Gerechtigkeit eine Fiktion ist und Asbest ein gesundheitlicher Wahnsinn, dessen Folgen trotz des Verbots auch heute noch Jahr um Jahr Menschen töten.

Der Gipfel des Zynismus: Viele Menschen müssen erst sterben, damit ihre Krebserkrankung als Folge von Asbest-Kontakt anerkannt wird, denn erst nach dem Tod können die notwendigen Untersuchungen an der Lunge vorgenommen werden. „Asbest - Die tödliche Faser“ dürften jedem Schmerzen bereiten, der auch nur ein bisschen soziales Verantwortungsbewusstsein hat - und gerade deshalb ist die Dokumentation so gut.

„Asbest - Die tödliche Faser“, ARD, Montag, 15. August, 22.45 Uhr

Wertung: sechs von sechs Sternen


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