03.08.2016, 22:07 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Vermisstenfall aus der Grafschaft Fall Mönninghoff: Anrufer bei „Aktenzeichen XY“ gibt Hinweis

Verschwand vor 19 Jahren unter mysteriösen Umständen: die damals 31-jährige Doris Mönninghoff aus Wielen (Landkreis Grafschaft Bentheim). Foto: PolizeiVerschwand vor 19 Jahren unter mysteriösen Umständen: die damals 31-jährige Doris Mönninghoff aus Wielen (Landkreis Grafschaft Bentheim). Foto: Polizei

Osnabrück. Im November 1997 verschwand die 31-jährige Doris Mönninghoff aus Wielen im Landkreis Grafschaft Bentheim. Bis heute fehlt von der zweifachen Mutter jede Spur. Der mysteriöse Fall lässt die Ermittler nicht los – sie wandten sich an „Aktenzeichen XY ungelöst“. Ob sich nun doch noch Zeugen melden?

Der Fall Doris Mönninghoff lässt die Ermittler nicht los. Am 24. November 1997, einem Montag, verschwindet die Frau aus Wielen (Landkreis Grafschaft Bentheim). Bis heute fehlt von der zweifachen Mutter, die zum Zeitpunkt ihres Verschwindens im zweiten Monat schwanger war, jede Spur. Der mysteriöse Fall wirft so viele Fragen auf, dass die Ermittler sich an die Redaktion der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XYwandten. Ihre Hoffnung: Vielleicht melden sich nach all den Jahren doch noch Zeugen, die etwas zum Verbleib von Doris Mönnighoff sagen können.

„Sind wir den Kindern schuldig“

Kriminalhauptkommissar Achim van Remmerden von der Kripo Lingen ermittelte damals in dem Fall. Am Mittwochabend war der Beamte live zu Gast bei Moderator Rudi Cerne und erklärte seine ungebrochene Motivation: „Wir wollen und können den Fall nicht ruhen lassen“, so der Ermittler. „Das sind wir auch den Kindern schuldig.“

Im Frauenhaus Schutz gesucht

Doris Mönnighoff war 31 Jahre alt, als sie verschwand. Und sie war Mutter von zwei Söhnen, damals ein und neun Jahre alt. Die junge Mutter war verwitwet und lebte im Jahr ihres Verschwindens mit einem neuen Lebensgefährten – bei „Aktenzeichen XY“ Ludwig genannt – zusammen. Dieser misshandelte die junge Mutter mehrfach, sodass sie sowohl im Mai als auch im November 1997 im Frauenhaus Nordhorn Schutz suchte.

Heimlicher Auszug geplant?

Um der schwierigen Situation zu entfliehen, bereitete Mönninghoff offenbar einen heimlichen Auszug aus dem einsam gelegenen Haus in Wielen nahe der deutsch-niederländischen Grenze vor. Ihr Bruder hatte ihr eine Wohnung verschafft. In diese wollte sie am Dienstag, den 25. November 1997, heimlich einziehen, verriet sie kurz zuvor ihrem Sohn Fabian.

Der Tag des Verschwindens

Am Morgen des 24. November 1997 bereitete Mönninghoff für ihren Sohn Fabian das Frühstück vor, während ihr Partner, der erst frühmorgens von seiner Arbeit heimkam, im Gästezimmer schlief. Ihr Sohn sagte später aus, seine Mutter habe an diesem Tag „irgendwie abwesend“ gewirkt. Fabian verließ das Haus – und sah von Weitem einen Pkw, vielleicht einen Golf oder einen ähnlichen Wagen, auf den Hof fahren. Wer das Auto lenkte und ob der Fahrer oder die Fahrerin möglicherweise etwas zu dem Fall aussagen könnte, ist unbekannt.

Rätsel um den Abschiedsbrief

Gegen 10 Uhr wurde der Lebensgefährte durch das Schreien des Babys Peter wach. Er suchte nach Doris Mönninghoff, fand aber nur einen Zettel,auf dem stand: „Ich weiß Du wirst es nicht verstehen aber ich denke, du wirst mit den Kindern klar kommen, deshalb muß ich gehen. Bitte tu mir einen Gefallen und suche nicht nach mir. Doris.“ Experten bestätigten später, dass die Handschrift mit großer Wahrscheinlichkeit von Doris Mönninghoff stammt. Dass sie jedoch - einen Tag vor ihrem geplanten Auszug - ohne ihre Kinder verschwinden würde, halten sowohl Freunde als auch Familienmitglieder von Mönninghoff für abwegig. Auch die Polizei geht davon aus, dass Doris Mönninghoff vermutlich etwas zugestoßen ist.

Mysteriöser Anruf

Noch bevor Ludwig durch das schreiende Kind geweckt wurde, um 9.37 Uhr, wurde vom Festnetz des Hauses der Familie ein Anruf getätigt. Wohin genau er ging, ist unklar, die Vorwahl war die des Nachbarortes Uelsen. Erst drei Monate später meldete sich ein Paar, das am fraglichen Morgen einen seltsamen Anruf von einer Frau bekam, die um Hilfe rief. Wer die Frau war und ob es vielleicht Doris Mönninghoff gewesen sein könnte, ist unklar. Das Paar jedenfalls kannte weder Doris Mönninghoff noch ihren Lebensgefährten. Von Doris Mönninghoff fehlt seit diesem Morgen jede Spur.

Bisher keine Spur

Alle Ermittlungen, auch gegen den damaligen Lebensgefährten, führten ins Leere. Nun hofft die Kripo Lingen, dass Zuschauer der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“, etwas zur Lösung des Falles beitragen können. Die Ermittler befürchten, dass Doris Mönninghoff tot ist. Würde sie noch leben, wäre sie heute 50 Jahre alt.

Während der „Aktenzeichen XY“-Sendung: Anrufer gibt konkreten Hinweis

Noch während die Sendung „Aktenzeichen XY“ am Mittwochabend lief, meldeten sich sowohl bei der Polizei in Lingen als auch in dem Münchner ZDF-Studio mehrere Anrufer, die Hinweise zum Fall Mönninghoff abgeben wollten. Diesen werde man in den nächsten Tagen nachgehen, sagte Kriminalhauptkommissar von Remmerden. Ein Anrufer soll einen sehr konkreten Hinweis auf eine Person abgegeben haben, die im südlichen Emsland wohnen soll.

Weiterlesen: Weitere spannende Kriminalfälle auf der NOZ-Themenseite zu „Aktenzeichen XY ungelöst“


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