27.06.2016, 06:04 Uhr

Was passiert im Finale? Game of Thrones Staffel 6: Kritik von Folge 10 „Die Winde des Winters“


Osnabrück. Staffel 6 von „Game of Thrones“ endet mit einem furiosen Finale. Es gibt viele Tote, einige von ihnen sind tatsächlich auch zu beklagen. Zudem wird das Rätsel um die Eltern von Jon Schnee gelüftet. Aber Achtung: Spoiler!

Hier geht es zur Zusammenfassung von Folge 9.

Achtung: Es folgen Spoiler!

Das Wichtigste vorweg:

Das Rätsel um die Eltern von Jon Schnee wird endlich gelöst. Nein, er ist nicht der uneheliche Sohn von Ned Stark, sondern der Sohn von Neds Schwester Lyanna Stark und des einstmaligen Kronprinzen Rhaegar Targaryen. An dieser Stelle hatten wir selbst schon darüber spekuliert - wer also wissen will, wie Jons Chancen auf die Thronübernahme im Reich sind, kann dies hier nachlesen: Wer sind die Eltern von Jon Schnee

Auch wichtig: Der Hohe Spatz findet sein Ende, ebenso der verräterische Walder Frey. Und Petyr „Kleinfinger“ Baelish spricht endlich aus, wonach er wirklich strebt.

Doch nun von Handlungsort zu Handlungsort:

Königsmund

Gänsehaut pur in der Hauptstadt von Westeros: Mit großartiger Musik wird der Rachefeldzug von Cersei unterlegt. Zwar hält der Hohe Spatz just den Prozess gegen Loras Tyrell ab, doch die Königinnenmutter gedenkt nicht zu kommen. Sie hindert auch Tommen daran, den Prozessort in der Kathedrale zu betreten.

Warum? Alle die sich dort befinden, werden sterben. Und nicht nur sie: Auch Großmaester Pycelle wird - wie einst Caesar an den Iden des Märzes - erstochen, nämlich von den Kinderspionen Qyburns. Cousin Lancel wird ebenfalls erdolcht, noch bevor er die Kerzen löschen kann, die eine Explosion der Kathedrale auslösen.

Im grünen Feuer (das wir ja noch von der Schlacht am Schwarzwasser kennen) sterben der Hohe Spatz, seine Mannen und Frauen, ein Teil des Hofstaates und die Tyrells, also Loras, Königin Margaery und ihr Vater. Cersei lächelt - und trinkt. Doch ihre Rache endet nicht: Zombieleibwache Ser Gregor darf ohne Zeitlimit die Betschwester foltern, die Cersei damals in der Zelle gequält hat.

Tommen hingegen nimmt den Verlust der Gattin und den Vetrauensbruch der Mutter schwer- er stürzt sich in den Tod. Nun ist die Prophezeiung der Hexe von Staffel 5 tatsächlich eingetreten: Aller Liebe zum Trotz, Cerseis drei Kinder sind tot. Und sie? Wirkt ruhig - und inthronisiert sich selbst. Bei seiner Rückkehr vom Feldzug wird Jaime Zeuge der Krönung und wirkt wenig erfreut.

Flusslande

Gefeiert wird der Sieg der Lennisters und Freys über Schwarzfisch. Walder Frey ist unsympathisch wie eh und je, selbst Bundgenosse Jaime kann seinen Widerwillen gegen den bösartigen alten Mann nicht verhehlen. Doch Walders Ende ist nah, und man mag sagen: Endlich!

Eine schöne Dienerin - Bronn war angetan - serviert ihm das Essen, als er allein in der Halle sitzt.  Es wird unappetitlich: Während Walder sich noch wundert, wo seine beiden debilen Söhne sich rumtreiben, findet er auch schon einen Daumen im Fleischkuchen. Denn die schöne Dienerin ist niemand anders als Arya Stark. Jetzt ist sie eine gesichtlose Killerin, die nach Belieben ihr Aussehen ändern kann. Walder stirbt mit einer durchschnittenen Kehle, wie Catelyn Stark damals bei der Roten Hochzeit. So ergeben Aryas Dienste im Haus von Schwarz und Weiß endlich einen Sinn.

Altsass

Sam kommt mit Goldy und dem Baby in der Stadt an, in der er sich zum Maester ausbilden lassen will. Aber in Westeros geht es ähnlich bürokratisch zu wie in der realen Welt: Es muss erst entschieden werden, ob er das auch darf. Glücklicherweise für Sam darf er solange in der Bibliothek schmökern, während Goldy und Kind draußen bleiben müssen.

Winterfell

Psycho-Ramsay ist tot, doch Einigkeit herrscht keineswegs im Norden. Schlimmer noch: Der lange angedrohte Winter („Winter is coming“ ist ja der Wahlspruch des Hauses Stark) ist nun wirklich da!

Dazu gibt es noch andere Probleme: Melisandre und Ser Davos erörtern den Tod von Sharin, woraufhin Jon die rote Priesterin aus dem Norden verbannt.

Petyr „Kleinfinger“ Baelish nähert sich Sansa - und versucht, sie gegen Jon zu treiben. Sie sei die Lady von Winterfell, er nur ein Bastard. Doch Baelish will viel mehr: Den Eisernen Thron, mit Sansa an seiner Seite. Sansa, in den vergangenen Staffeln immer klüger geworden, lacht ihn nicht aus, sondern bleibt indifferent. Doch traut sie ihm? Das darf bezeifelt werden, schließlich hat er sie den Boltons ausgeliefert.

Später sitzt sie dann an Jons Seite, als dieser nach einer großartigen Rede von Lady Lyanna Mormont - das kleine Mädchen, das rund 60 Soldaten für die Schlacht gegen Bolton gab - zum „König des Nordens“ aufgerufen wird. Ein Gänsehautmoment. Sansa und Baelish schauen sich derweil an. Was mag in ihren Köpfen vorgehen?

Dorne

Das Matriarchat von Dorne schmiedet neue Allianzen: Mit der über den Tod von Sohn und Enkelkindern ungehaltenen Oma Tyrell. Doch wer zieht die Strippen im Hintergrund? Varys.

Sprich: Daenerys hat nicht nur Asha und Theon Graufreud hinter sich, sondern auch Dorne und das Haus Tyrell. Frauenpower galore!

Meereen

Danaerys trennt sich von Daario und lobt ihn weg: Er soll den Frieden in der nun zur Drachenbucht umbenannten Sklavenhalterbucht bewahren. Doch der wahre Grund ist profan: Als Liebhaber könnte er kommende Allianzen stören. Er muss also bleiben. So schwer ihr diese Entscheidung fällt; tieftraurig ist sie nicht. Vielleicht werden so Fan-Hoffnungen wahr, die in der vergangenen Folge eine Menge erotische Spannung zwischen ihr und Asha Graufreud gespürt haben.

Wie auch immer: Daenerys entscheidet sich für die Macht, nicht für die Liebe - und erklärt Berater Tyrion zum neuen Mann in ihren Leben, bzw. zu ihrer Hand. Anders als damals bei seinem sadistischen Neffen Joffrey ist  er dieses Mal mit vollem Herzen dabei. Untypisch für ihn, einen Zyniker seit Geburt an, glaubt er an die Mutter der Drachen.

Hinter der Mauer

Bran und Meera nehmen Abschied von Brans Onkel, der zwar irgendwie tot ist, aber für die Lebenden kämpft. Er erklärt noch, dass die Mauer mehr als ein Gebilde aus Stein ist, sondern auch magische Kräfte besitzt, die schützend wirken.

Kurz danach hat Bran die erhellende Vision, die Jon Schnees Herkunft erklärt: Im Turm findet Ned seine sterbende Schwester vor. Sie verblutet nach der Geburt von Klein Jon und bittet ihn, sich um den Jungen zu kümmern. Wie wir alle wissen, wird Ned dieses Versprechen halten und sein Geheimnis mit ins Grab nehmen.

Die Folge endet mit der von Drachen begleiteten Flotte von Danaerys, die gen Westeros fährt. In Staffel 7 treffen dann Königinnen aufeinander und auf den neuen König des Nordens.

Was fehlte?

Nichts.

Fazit

Ein großartiges Finale einer langsam beginnenden, dann immer besser werdenden und am Ende grandiosen Staffel. Sie stand ganz im Zeichen der Frauen, die sich endlich der oftmals bösen Männer (und Väter) entledigen. Wo bleibt die Online-Petition, die fordert, Staffel 7 vorzuziehen?


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