13.06.2016, 11:29 Uhr

Was passiert in Folge 8? Game of Thrones Staffel 6: Kritik von „Niemand“


Osnabrück. Staffel 6 von „Game of Thrones“ geht in den Endspurt und der Plot verdichtet sich: überall Rachegelüste, Ränke und hier und dort sogar schmachtende Blicke. Die achte Folge „Niemand“ („No One“) bereitet schon einmal langsam auf das große Finale am 20. Juni 2016 vor. Aber Achtung: Spoiler!

Achtung, Spoiler!

Rückblick: Was passiert in Folge 7: „Der Gebrochene“?

Das Wichtigste vorweg

Daenerys (Emilia Clarke) ist endlich wieder in ihrer Stadt! Gebracht von Drogon landet sie auf dem Dach der Pyramide in Meereen und blickt in die überraschten Gesichter der Zurückgebliebenen. Keine Sekunde zu spät, denn ihre Stadt wird angegriffen.

Und sonst so: Hund Sandor Clegane will Rache, darf diese aber nur unblutig ausführen, Brienne (Gwendoline Christie) schmachtet Jamie (Nikolaj Coster-Waldau) an, Cersei (Lena Headey) sorgt für einen kopflosen Bettelanhänger und Arya (Maisie Williams) ist endlich wieder sie selbst. (Weiterlesen: Game of Thrones Staffel 6 live im TV und im Stream)

Braavos

Arya sucht schwer verwundet Obdach bei der Schauspielerin, deren Leben sie nicht nehmen konnte. Diese hilft ihr, bietet der Stark-Tochter sogar einen Platz in der Wanderzirkusgruppe an. Doch wie immer, wenn Arya eine Ahnung von Heimat erlebt, geht es natürlich schlecht aus.

So auch hier: Ihre weiterhin noch schlecht gelaunte Ex-Kampfpartnerin tötet erst die Schauspielerin und jagt dann Arya durch die Stadt.

Am Ende rettet Arya ausgerechnet ihre wochenlange Blindheit: Sie lockt die missmutige Kampfmaschine in einen dunkeln Raum und tötet sie. Das sorgt sogar bei Jaqen H‘ghar (Tom Wlaschiha) für resignative Bewunderung: Er lässt das Mädchen, nun nach eigenem Bekunden kein Niemand mehr, sondern Arya Stark, gen Westeros ziehen.

Endlich! Bye bye, du ödes Haus von Schwarz und Weiß! Was genau dieser Handlungsstrang sollte, ist nicht klar. War es eine Entwicklungsgeschichte, in der Arya sich erst selbst vergessen musste, um sich wieder zu finden? Sollte es zeigen, welche crazy Religionen es in der Welt von George R. R. Martin gibt? Wie auch immer: Auf nach Westeros mit dem Mädchen, damit es dort die dezimierte Todesliste endlich abhaken kann!

Königsmund

Seit Staffel 1 von „Game of Thrones“ weiß jeder: Wer sich gegen Cersei Lennister positioniert, kann schnell den Kopf verlieren! So auch ein Anhänger des Bettelpapstes Hoher Spatz: Kaum stellt er sich der Königinnenmutter entgegen, reißt ihm ihre Zombieleibwache schon den Kopf ab.

Kein Wunder, dass sie später noch Ärger bekommt: Der vom Bettelpapst bekehrte König Tommen verkündet das Datum für den Prozess gegen sie und Loras Tyrell – gleichzeitig ist es ab nun verboten, durch ein Gottesurteil (in diesem Falle Zweikampf) über Recht und Unrecht zu entscheiden. Der Zombie darf also nicht ran. Dieses Verbot kommt für Oberyn Martell leider viel zu spät …

Cersei wirkt nach der Verkündung erwartbar schmallippig, doch scheint sie noch ein Ass im Ärmel zu haben: Ihr persönlicher Dr. Frankenstein Qyburn weiß als Meister der Flüsterer etwas über ein Gerücht, dass sie für sich nutzen könnte.

Schnellwasser

Brienne und ihr Knappe Podrick kommen beim Belagerungsring um die Burg Schnellwasser an. Jaime und Brienne treffen wieder aufeinander – und Brienne schmachtet den Mann, der ihr das Schwert schenkte, immer noch an. Doch das lässt sie nicht ihren Auftrag vergessen: Sansa (Sophie Turner) sucht Verbündete und hofft auf Großonkel Bryndon, alias Schwarzfisch. Der will aber lieber seine Burg retten und geht auf Briennes Angebot eines freien Geleits gen Norden nicht ein.

Jaime macht Weichei und Geisel Edmure Tully daraufhin ein Angebot, dass dieser nicht ablehnen kann. Es sei denn, er will, dass sein mit der Tochter Walder Freys gezeugter Sohn per Katapult in die Burg seiner Ahnen geschossen wird. Will er natürlich nicht. Als rechtmäßiger Erbe der Tullys fordert er deshalb Einlass in die Burg, und beendet dort den Widerstand gegen die Freys und Lennisters. Schwarzfisch hilft noch schnell Brienne zur Flucht und stirbt dann im Kampf.

Was bleibt sind die Liebesschwüre, in denen Jaime die Liebe zu seiner Schwester Cersei bekundet, sein gleichzeitiges Bedauern, kein edler Ritter zu sein und ein schüchternes Winken zur fliehenden Brienne.

Beim Hund

Der Hund will Rache und schlachtet daher relativ wahllos alle ab, die zur bannerlosen Bruderschaft gehören könnten. Dabei macht er ein Gesicht wie Chuck Norris und Sprüche wie ein nicht jugendfreier Bud-Spencer-Charakter.

Doch als Sandor die wahren Übeltäter findet, werden diese schon von ihren eigenen Männern aufgeknüpft. Denn einfach so harmlose Gläubige zu töten, gehört nicht zu den Taten, die die Bruderschaft gut heißt. Hund Sandor darf zwei der Übeltäter den Holzblock wegtreten, ansonsten war es das mit Rache. Stattdessen bietet ihn die Bruderschaft an, mit ihnen zu kämpfen. Der Hund wirkt wenig überzeugt, aber wer weiß: Irgendetwas muss er ja tun.

Meereen

Überall verkünden Priesterinnen, wie wichtig die Mutter der Drachen ist. Die von Tyrion (Peter Dinklage) initiierte Propagandamaschine läuft also erfolgreich an. Trotzdem ist er betrübt, denn er muss Abschied nehmen: Varys fährt nach Westeros, um Verbündete für Daenerys zu finden. Hoffentlich trifft er nicht auf den Brudermörder von den Eiseninseln, denn der hätte sie ja gerne zur Frau.

Seines an Wortwitz nie unterlegenen Gesprächspartners beraubt, animiert Tyrion nun Missandei und Grauer Wurm zum Trinken. Das geht so gut, dass sich am Ende alle Witze erzählen. Fast schon utopisch dagegen Tyrions Traum von einem eigenen Weingut. Ob er am Ende der Serie zwischen Reben sitzen wird und seinen eigenen Wein trinkt? Zu wünschen wäre es ihm.

Bevor es zu idyllisch wird, greifen dann aber doch die ehemaligen Meister der Sklaven an, und Meereen geht an vielen Stellen in Flammen auf. Gut, dass wie aus dem Nichts, beziehungsweise auf Drogons Rücken Daenerys auf dem Dach der Pyramide landet. In der nächsten Folge gibt es sicher Zores!

Wer fehlte?

Der norden, sprich: Jon Snow, Sansa, Rickon, Bran, Ramsay, die rote Priesterin, Sam, Margaery, Kleinfinger und ihre jeweilige Entourage.

Fazit von Folge 8 „Niemand“

Endlich ist das öde Haus von Schwarz und Weiß abgehakt! Allerdings wäre es schön, Jaqen einmal wieder zu treffen: Als gesichtloser Killer war er spitze! Ansonsten war es eine solide Folge, die auf das Ende der Staffel vorbereitet. Bleibt abzuwarten, ob die kommende neunte Folge ähnlich blutig wird, wie die neunten Folgen der vergangenen Staffeln. Wir erinnern allein an Ned Starks Tod oder die Rote Hochzeit …


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