19.08.2016, 09:03 Uhr

Sky ohne Premier League Nach Rechteverlust: Wird das Sky-Abo günstiger?

Sky hat Preiserhöhungen vor allem mit steigenden Lizenzkosten begrünet. Aber wird Sky günstiger, wenn Lizenzen wegfallen, wie im Fall der Premiere League? Foto: dpaSky hat Preiserhöhungen vor allem mit steigenden Lizenzkosten begrünet. Aber wird Sky günstiger, wenn Lizenzen wegfallen, wie im Fall der Premiere League? Foto: dpa

Osnabrück. Der Pay-TV-Sender Sky hat Preiserhöhungen in der Vergangenheit vor allem mit steigenden Lizenzkosten begründet. Aber wird Sky günstiger, wenn der Sender Lizenzen verliert, wie im Fall der englischen Premier League?

Übertragungsrechte für Live-Sportübertragungen sind teuer, vor allem wenn es um Profifußball geht. Für den Pay-TV-Sender Sky sind sie, in Zeiten von Netflix, Amazon Prime Video und anderen Streaming-Anbietern, zum Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb geworden. Die steigenden Lizenzerwerbskosten hat das Unternehmen öfter an seine Kunden weitergegeben. (Weiter: Wann senden ARD, ZDF, RTL und Sky in 4K?)

Sky verliert Premier League

Ende 2015 verlor der Sender jedoch die Übertragungsrechte für die englische Premier League ab der Saison 2016/2017 an die britische Perform Group. Die englische Fußballliga war ein Aushängeschild für das Sky-Sport-Paket und stieß spätestens seit dem Einstieg von Jürgen Klopp beim FC Liverpool auf gesteigertes Interesse. Wird das Sky-Abo günstiger, wenn eingeplante Lizenzkosten wegfallen?

Weiterlesen: Wer überträgt die Premier League in der Saison 2016/17?

Verbraucherzentrale: Ersparnis an Kunden weitergeben

Offenbar nicht. Obwohl das Unternehmen auf Nachfrage angibt, grundsätzlich um Preisstabilität bemüht zu sein, erhöht Sky zum Sommer 2016 sogar die Preise – trotz Verlust der Premier League.

„Preisänderungen während der Vertragslaufzeit sind keine Einbahnstraße. Anbieter, die sich Preiserhöhungen vorbehalten, müssen grundsätzlich auch die Möglichkeit von Preissenkungen einräumen“, sagte Rechtsanwalt Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen unserer Redaktion. Das sähen die AGB von Sky unter dem Punkt „Preisanpassung“ auch ausdrücklich vor. „Kommt es seitens Sky zu Kosteneinsparungen, müsste dies also auch an die Kunden weitergegeben werden“, so Bradler.

Sky-Abo ist rund 19 Prozent teurer geworden

Ein Blick auf die Zahlen: Im Jahr 2012 kostete das Basispaket Sky Welt mit zwei Premiumpaketen, zum Beispiel Sky Bundesliga und Sky Sport, pro Monat und ohne Rabattaktionen 46,90 Euro. Aktuell liegt die vergleichbare Kombination bei rund 56 Euro monatlich, was einer Steigerung von 19,4 Prozent entspricht.

Sky: Bundesliga größter Kostenblock

Sky-Pressesprecher Stefan Bortenschlager begründet diese Veränderungen im Gespräch mit unserer Redaktion mit gestiegenen Kosten für die technische Infrastruktur und Programmlizenzen. Die Rechtekosten für die Übertragung der Bundesliga bezeichnet Bortenschlager als den „mit Abstand größten Kostenblock“. Seit der Saison 2012/2013 zahlt Sky dafür durchschnittlich rund 485 Millionen Euro pro Jahr, in der Saison 2009/2010 waren es noch 250 Millionen Euro. Und dieser Trend wird anhalten.

Bundesliga ab 2017 bei Amazon oder Google?

Derzeit kämpfen so viele Bewerber wie nie um die Übertragungsrechte für die unterschiedlichen Verbreitungswege ab der Saison 2017/2018, darunter finanzstarke Exoten wie der Online-Versandhändler Amazon oder Suchmaschinenanbieter Google. Amazon zeigt bereits seit der aktuellen Saison Sportdokumentationen, die zuvor exklusive Inhalte bei Sky waren. (Weiter: Amazon Prime Video monatlich? Das lohnt sich nicht)

Außerdem soll es ab 2017 einen Angebotsmonopolisten wie Sky nicht mehr geben. Sein Alleinstellungsmerkmal wird das Unternehmen nach derzeitigem Stand also verlieren. Bis spätestens Anfang Juni sollen die Verträge mit allen Anbietern und Unternehmen fixiert sein.


Der Pay-TV-Sender Sky hat 4,5 Millionen Kunden und einem Jahresumsatz von rund 1,8 Milliarden Euro. Sky Deutschland hat seinen Hauptsitz in Unterföhring bei München.

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