12.01.2016, 06:02 Uhr

Herausragende Reportage bei arte Ebola in Liberia mit der Kamera begleitet

Schlimmes Schicksal: Stanleys Ehefrau Mammie stirbt in der Nacht. Das Dorf wird ihm auch daran die Schuld geben. Foto: SWR/Docdays/GierstorferSchlimmes Schicksal: Stanleys Ehefrau Mammie stirbt in der Nacht. Das Dorf wird ihm auch daran die Schuld geben. Foto: SWR/Docdays/Gierstorfer

Osnabrück. Ebola in Liberia: eine Katastrophe auch für die Überlebenden, denn in vielen Dörfern regiert der Hass. Eine berührende Dokumentation von Carl Gierstorfer am 12.1. bei Arte.

Mutig: Mit diesem Wort kann man die Dokumention auf Arte über die Auswirkungen von Ebola in Liberia zusammenfassen. Mutig sind Menschen wie Mabel Musa. Sie arbeitet als Krankenschwester in einem Ebola-Behandlungszentrum. Täglich werden dort neue Infizierte eingeliefert, täglich sterben Menschen. Mabel hält sich an alle Vorsichtsmaßnahmen und doch weiß sie: Sicher ist sie nicht, auch sie kann sich infizieren. Aber sie sagt: „Ich liebe es Leben zu retten.“

Mutig ist Reverend Padmore. Der lutherische Pastor begibt sich zwischen die Fronten, die Ebola entstehen ließ. Etwa die zwischen Stanley Juah und dem Rest seines Dorfes. „Stanley ist schuld“, sagen alle. Er habe Ebola ins Dorf gebracht. Viele sind gestorben, darunter auch Stanleys Frau und seine vier Kinder, er selbst hat als einziger überlebt. Reverend Padmore fühlt sich an den Bürgerkrieg erinnert, als überall irgendein Schuldiger gesucht, gefunden – und oft genug umgebracht wurde. Dennoch versucht er zu vermitteln.

Mutig sind auch Carl Gierstorfer und sein Team, die während des Ebola-Ausbruchs im ländlichen Liberia unterwegs waren, um die Arbeit der Helfer vor Ort, die Probleme bei der Bekämpfung der Epidemie und die Nachbeben des Ausbruchs festzuhalten. Sie waren sehr nah dran am Tod. Die Bilder davon sind gruselig genug.

Wertung: Sechs von sechs Sternen


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