24.11.2015, 12:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Australopithecus afarensis Wie starb Lucy? Rätsel um Australopithecus afarensis


Berlin. Australopithecus afarensis: Google ehrt Lucy, das besterhaltene Fossil der ARt , mit einem Doodle. Am 24. November 1974 wurde das berühmte Indivuduum entdeckt. Wie starb der Australopithecus Lucy?

Australopithecus afarensis: Lucy, die berühmteste Vertreterin der Gattung Australopithecus, wird am 24. November mit einem Doodle geehrt. Dies sind die wichtigsten Fakten über den Australopithecus afarensis Lucy.

Australopithecus afarensis: Wer ist Lucy?

Lucy ist das vermutlich 3,2 Millionen Jahre alte Fossil eines Menschenaffen der Art Australopithecus afarensis. Australopithecus afarensis bedeutet „südlicher Affe aus Afar“. Das Teilskelett wurde am 24. November 1974 im äthiopischen Afar-Dreieck von dem amerikanischen Paläoanthropologen Donald Johanson entdeckt. Lucy ist eins der besterhaltenden Fossilien der frühen Hominini-Arten. Das Wort Hominini bezeichnet die Ahnen des Menschen, die nicht mehr gemeinsame Vorfahren von Mensch und Schimpanse waren. Der heute lebende Mensch ist die letzte nicht ausgestorbene Art im Stammbaum der Hominini. (Speiseplan der ersten Hominiden: Beim Australopithecus africanus schmeckt’s am besten)

Australopithecus afarensis: Woran starb Lucy?

Wissenschaftler konnten bis heute nicht klären, woran Lucy eigentlich gestorben ist. Bei der Untersuchung der Knochenreste zeigte sich, dass sie keinerlei Bissspuren von Raubtieren oder Aasfressern aufwiesen. Dass die Hominini Opfer von Raubtieren wurden, kann als Todesursache also ausgeschlossen werden. (Vom Klettern zum Präzisionsgriff: Die älteste Hand gehört dem Australopithecus sediba)

Wer ist Lucy, der besterhaltene Australopithecus afarensis? Ein Doodle weist am 24. November 2015, dem 41. Jahrestag von Lucys Entdeckung, den Weg zur Antwort. Rekonstruktion von Lucy im National Museum of Nature and Science, Tokyo, Japan. Foto: Momotarou2012, Wikicommons

Australopithecus afarensis: Was ist die first familiy?

Eine ungewöhnlich reiche Fundstelle zum Australopithecus afarensis hat Donald Johanson im November 1975 im ähtiopischen Hadar entdeckt. Hier wurden 240 Knochen und Knochenfragmente ausgegraben, die insgesamt 17 Individuen des Australopithecus afarensis zugeordnet werden. Diese „erste Familie“, wie der Paläoanthropologe sie nannte, ist deshalb so bedeutsam, weil die Mitglieder der Gruppe gleichzeitig starben, aber ein unterschiedliches Lebensalter hatte. So konnten die Wissenschaftler Aussagen über die Entwicklungsstufen vom Kind bis zum ausgewachsenen Australopithecus afarensis und über die Unterschiede zwischen den Geschlechtern machen. Das Alter der first family wird wie das von Lucy auf 3,2 Millionen Jahre datiert. Der älteste fossile Beleg für einen Fuß, der dem menschlichen Körperbau ähnelt, ist ein vollständig erhaltener Mittelfußknochen des Australopithecus afarensis aus dieser Fundstelle. Er markiert den Übergang eines für das Klettern optimierten Greiffußes zum Fußgewölbe, das den aufrechten Gang abfedert. (Eine Video-Simulation des Gangs von Australopithecus afarensis haben wir am Ende dieses Artikels verlinkt.) (Mehr über Google lernen: Easter eggs – die versteckten Gags der Suchmaschine.)

Wieso heißt der Australopithecus afarensis gerade Lucy?

Den Namen Lucy verdankt das Fossil ihrer Entstehungszeit und der damaligen Popularität der Beatles. Am Fundtag sollen die beteiligten Forscher mehrfach den Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ gehört haben. Dass Lucy ein Weibchen war, ist nicht vollends beweisbar. Es gibt auch Gegenstimmen zu dieser These. Die wissenschaftliche Bezeichnung von Lucys Art hat ihren Namen von dem lateinischen Wort australis („südlich“) und dem griechischen píthēkos („Affe“). Das Beiwort afarensis beschreibt den Fundort in der äthiopischen Afar-Region. Zusammengesetzt ergibt der Australopithecus afarensis also einen „südlichen Affe aus Afar“. (Der Australopithecus afarensis konnte offenbar schon Werkzeug benutzen. Wieso?)

Wie sah das Australopithecus-Individuum Lucy aus?

Lucy ist etwa 105 Zentimeter groß gewesen, verhältnismäßig klein im Vergleich mit anderen Fossilien ihrer Art. Die Beschaffenheit ihrer Oberschenkelknochen lässt die Forscher auf den aufrechten Gang des Australopithecus afarensis schließen. Anhand von Fußspuren haben Wissenschaftler Lucy in einer Videosimulation ein Lauftempo von 0,6 bis 1,3 Metern pro Sekunde zugeschrieben. Ein bereits durch den Kiefer gebrochener, aber kaum abgenutzter Weisheitszahn führt im Fall von Lucy zu der Schätzung eines beim Todeseintritt rund 25 Jahre alten Individuums. Der schmale Beckenring, der den Geburtskanal begrenzt, weist darauf hin, dass die Gehirngröße bei Neugeborenen Vertretern der Art in etwa mit der von Schimpansenbabys übereinstimmt. (Mehr zu frühen Menschenaffen: die Entdeckung des Australopithecus sediba)

Australopithecus afarensis: Wo werden die Überreste von Lucy ausgestellt?

Von 1975 bis 1980 wurden Lucys Knochen im Museum of Natural History in Cleveland eingehend analysiert. Es wurden einige Abgüsse von ihnen erstellt, und anschließend wurden sie der äthiopischen Altertumsbehörde übergeben. Seitdem wurden die Originalknochen in Addis Abeba im äthiopischen Nationalmuseum verwahrt. Ab August 2007 wurden die Originalknochen in den Vereinigten Staaten ausgestellt. Da die Besucherzahlen in den Vereinigten Staaten jedoch weit hinter den Erwartungen zurückblieben, wurde Lucy ab März 2009 im Houston Museum of Natural Science eingelagert. Für Forschungszwecke wurde in den Vereinigten Staaten ein hochauflösender Computertomographie-Scan der Knochen angefertigt und zu einer dreidimensionalen Computersimulation verarbeitet, mit deren Hilfe der innere Aufbau des Skeletts analysiert werden kann. Im Jahr 2013 kehrte Lucy dann nach Äthiopien zurück und wird seitdem wieder im Nationalmuseum von Addis Abeba verwahrt. (Bessie Coleman im Doodle: Warum starb die schwarze Flugpionierin so früh?)

Quelle: Wikipedia


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