21.11.2015, 21:46 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Marcel gewinnt 111.000 Euro Teamwork: Joko, Klaas, Smudo und Sasha mit Quoten-Pech

Teamwork: Joko Winterscheidt, Klaas Heufer-Umlauf, Smudo und Sasha kämpfen in der neuen Pro-Sieben-Show „Teamwork“ gegeneinander und für ihre Fans. Foto: ProSieben/Guido EngelsTeamwork: Joko Winterscheidt, Klaas Heufer-Umlauf, Smudo und Sasha kämpfen in der neuen Pro-Sieben-Show „Teamwork“ gegeneinander und für ihre Fans. Foto: ProSieben/Guido Engels

Berlin. „Teamwork“: Smudo, Sasha, Joko und Klaas erkämpfen in „Spiel mit deinem Star“ bis zu 110.000 Euro für ihre Fans. Was ist neu an der neuen Show? Und wie war die Quote?

„Teamwork – Spiel mit deinem Star“ ist der jüngste Testballon der Pro-Sieben-Show-Schmiede. Wie war die Premiere des neuen Formats mit Joko Winterscheidt, Sasha, Smudo und Klaas Heufer-Umlauf?

Teamwork: Warum schon wieder eine neue Show?

„Mein bester Feind“ , „Duell um die Geld“ und jetzt „Teamwork – Spiel mit deinem Star“: Pro Sieben schickt eine neue Show nach der anderen auf Sendung – und das mit gutem Grund. Stefan Raabs Abschied vom Fernsehen reißt existenzielle Lücken in die Unterhaltung des Senders. Die unerschrockenen Programmplaner antworten mit Mut zum Experiment. Viel mehr bleibt ihnen auch nicht übrig, nachdem auch die verbliebenen Top-Pro-Formate des Senders schlecht oder gar nicht mehr funktionieren: „Catch the Millionaire“ ist abgesetzt, „Got to Dance“ kränkelt. (Tribute von Panem: Darum scheitert „Mockingjay 2“)

Was ist die Spielidee von „Teamwork – Spiel mit deinem Star“?

Joko Winterscheidt, Klaas Heufer-Umlauf, Smudo und Sasha duellieren sich in crazy Spielen – das aber nicht auf eigene Rechnung, sondern für jeweils einen Fan. Hinter den Promis sitzen nämlich die Fitnesstrainerin Anne, der Lokführer Marcel, Carina (Heilerziehungspflegerin) und Elvis, ein Bonner Vertriebler. Alle vier hoffen, dass ihr Star gewinnt. Dann gehen sie womöglich mit 100.000 Euro nach Hause. (Vielleicht sogar mit mehr, wenn sie in den ersten Runden schon Geld angesammelt haben.) Jedes einzelne Duell bringt immer höhere Gewinne. Die Kandidaten können sie behalten oder auf noch höhere Summen in der nächsten Runde verwetten. Und wer siegt? Auf jeden Fall Sasha und Smudo, die gerade touren oder ihr Best-of-Album promoten. Und natürlich auch Joko und Klaas, die ihr Pro-Sieben-Hausmacht ausbauen. (Mehr Erotik: Charlotte Roche erklärt, warum die „Game of Thrones“-Frauen keine Schamhaare haben.)

Wie geht „Teamwork“ sich an?

Die Zuschauer gewinnen auch. Zumindest, wenn es nach den ersten Runden von „Teamwork – Spiel mit deinem Star“ geht. Beim Emoji-Spiel müssen Joko und Klaas Songtitel erraten, die von der Quiz-Redaktion mit Handy-Smileys dargestellt wurden. Smudo und Joko erkennen berühmte Hits, indem sie auf einem Karaoke-Klavier die jeweils aufleuchtenden Tasten drücken. Und in der Eröffnungsnummer klemmen sich alle vier Promis einen Seifenspender zwischen die Beine und spritzen damit um die Wette in eine Schüssel. Bei Smudo kommt am meisten, was ihm mit rund 800 Gramm Spritzflüssigkeit den Sieg einbringt – und der Moderatorin Jeannine Michaelsen die Gelegenheit für die seifigsten Zoten der Pro-Sieben-Geschichte. Das Studio sieht hinterher schließlich aus wie nach einer Elefanten-Besamung. Bei den Emojis rät man gern mit; die Bilder vom Handseifen-Ejakulat eignen sich für die Zweitverwertung im Netz. Mehr braucht die Pro-Sieben-Zielgruppe nicht. („Got to Dance Kids 2015“: Wo kommt Nikeata Thompson wieder her?)

Aber was ist an „Teamwork“ denn nun neu?

Joko und Klaas bestreiten neben „Teamwork“ auch alle anderen Pro-Sieben-Testballons; die Fans holen sie dabei schon in „Mein bester Feind“ auf die Bühne. Die oft sehr guten Spielideen, die Pro Sieben bislang für Raab erfunden hat, gehen jetzt einfach zu „Teamwork“. Smudo kann die Show in seinen „Voice“-Drehpausen absitzen. Und sogar Jeannine Michaelsen ist eine bewährte Größe. Ihre vorproduzierten Witze lässt sie auch schon im „Duell um die Welt“ verrecken. Ist an „Spiel mit deinem Star“ überhaupt was neu? Selbstverständlich. Joko und Klaas bekommen mit Sasha und Smudo zwei Erwachsene an die Seite, deren Reife dem Format eine Schamgrenze garantiert. Hier wird niemand auf (Was taugt der Soundtrack zu „Tribute von Panem: Mockingjay 2“?)

Wie war die „Teamwork“-Quote?

Die „Teamwork“-Zahlen dämpfen die Hoffnungen auf ein neues „Schlag den Raab“ wieder: 1,47 Millionen Zuschauer hatte die neue Show laut „quotenmeter.de“ – und kommt damit nicht einmal in die Top 20 des Samstagabends. Die Erfolgsshow des Abends heißt „Groß gegen Klein“. Das ARD-Format holte 5,59 Millionen Zuschauer. Noch besser liefen nur die „Tagesschau“ und der ZDF-Krimi um „Kommissarin Heller“. Der vergleichsweise schlechte Wert von „Teamwork“ erklärt sich allerdings auch damit, dass die Show in bester Pro-Sieben-Tradition bis etwa 1.30 Uhr in der Nacht dauerte. Fans, die vorher müde geworden sind, haben den Gesamtschnitt also gesenkt. („Schwarzwaldklinik“, Fußball„Wetten, dass ..?“: Historische Quoten-Rekorde)

Was kann besser werden bei „Teamwork“?

Joko und Klaas in einem Format, das auch die alten „Dalli Dalli“-Fans mitnimmt: „Teamwork – Spiel mit deinem Star“ ist vielleicht ein bisschen harmlos und in der Grundidee nicht überragend originell. Der vom Sender gewohnte Einfallsreichtum in den Einzeldisziplinen macht das wieder wett. Und gerade weil die Show den kleinsten gemeinsamen Nenner der Pro-Sieben-Unterhaltung definiert, hat „Teamwork“ Potenzial. Ausbaufähig bleibt die Interaktion zwischen Promis und Kandidaten. Dass Klaas Heufer-Umlauf den Punkrocker und Lokführer Marcel in den „Circus HalliGalli“ einlädt, ist charmant. (Und auch verdient, nachdem Klaas beim Logo-Raten das verfremdete Signet von Marcels Arbeitgeber nicht erkennt, das der Bahn.) In kommenden Ausgaben dürfen die Beteiligten gern mehr Gelegenheit zu diesem Fraternisieren kriegen. Das Miteinander, das der Titel verspricht, ist bei der Premiere die Ausnahme geblieben. („Schlag den Raab“: Raab vor Justin Bieber blamiert)

Wer hat „Teamwork“ am Ende gewonnen?

Die zentrale Geschichte der ersten „Teamwork“-Ausgabe ist Klaas Heufer-Umlaufs Kampf gegen das Scheitern. Runde um Runde vergeht, ohne dass er seinem Fan-Kandidaten Marcel auch nur einen Euro erspielt. Im zehnten Durchgang ist der Bann gebrochen. Klaas gelingt es besser als Sasha, den untersten Bauklotz von Klötzchentürmen auszutauschen, ohne dass die Konstruktion umrasselt. Lokführer Marcel ist damit um 11.000 Euro reicher, steht aber vor der schwierigen Entscheidung: Soll er sein Geld noch einmal aufs Spiel setzen, um vielleicht die 100.000 der Endrundde dazugewinnen? Marcel ist sportlich und legt all sein Geld in Heufer-Umlaufs ruhige Hand. Gegen Smudo muss der eine lange Stange durch drei Ringe führen, ohne sie zu berühren. Er schafft es im ersten Versuch, Marcel kann seiner Band für 111.000 Euro Equipment kaufen, und Klaas läuft in den nächsten vier Wochen als „Wunder von Köln-Ossendorf“ über das Studio-Gelände.


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