19.07.2015, 06:16 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Beate-Bashing auf Facebook Beate und Irene: Ist das Schlimmste überstanden?


Berlin. Beate und Irene, die Antihelden aus „Schwiegertochter gesucht“ haben für Vera Int-Veen erst Indien, dann Japan bereist. Macht es einen Unterschied, wo Beate und Irene ausgelacht werden? Wir analysieren.

Die RTL-Reihe „Beate und Irene“ heißt im Untertitel „Das hat die Welt noch nicht gesehen“. Das ist die größte Sommerlochlüge des Trash-TVs. Zumindest seit der dritten Folge. Denn alles, was Beate und Irene in Indien erlebt haben, sehen wir jetzt einfach noch einma in Tokio. Warum sind die Indien-Folgen trotzdem noch grausamer als die aus Tokio? Wagen wir die Obduktion des Format-Kadavers! (Auf RTL veralbert, auf Facebook gemobbt: Wer ist Beate Fischer wirklich?)

Beate und Irene – das hat die Welt noch nicht gesehen? Doch!

In Indien mussten Beate und Irene ihre Klamotten per Hand säubern – in Japan geht‘s in den Waschsalon. Ein Durchgang ohne Trocknen kostet 300 Yen. Beate rechnet es mal um: „Summa summarum, Pi mal Daumen, plus-minus – circa 150 Euro!“ Sie findet das erstaunlich viel für saubere Socken und zahlt trotzdem unverdrossen. Zu Recht! Schließlich hatte sie in Indien ein Vermögen gemacht und für 100 Euro 7000 Rupien eingewechselt! 70 mal so viel! Merke: Unverständnis über Wechselkurse ist ein prima Lacher! Das funktioniert mit jeder Währung aufs Neue. (Wer denkt sich so was aus? Sind Beate und Irene die einzigen vernünftigen Bewohner von RTL?)

Beate und Irene: Überall dieselben Witze

Die Folgen von „Beate und Irene“ gleichen sich wie die Partnerlook-Shirts der Protagonistinnen. Denn auch sonst haben die effektiven RTL-Autoren für Japan exakt dieselben Abenteuer erdacht, über die sie sich schon in Indien beömmelt hatten: Auch in Tokio erklären die Fischers Interview-Einspielern landeskundliche Begriffe; falsch natürlich, das Ganze ist als eine Art „Beate-Dingsda“ gemeint. Beate und Irene werden in Saris gepresst und als Geishas verkleidet. Sie schütteln sich über exotischen Speisen, stehen hilflos vor Fahrstuhltüren und lassen sich mal von der Milch im Wasserkocher, mal vom Bidet bespritzen. Und hier wie dort hält Beate je einmal ihr Dekolleté in die Kamera – zum wohligen Entsetzen der Zuschauer, die sich hinterher bei Facebook Wörter wie das vom „menschlichen Dreck“ verbreiten. (Beate Fischer wirbt für Müller Milch: Wie rechtfertigt sich das Unternehmen?)

Warum ist „Beate und Irene“ in Indien schlimmer als Japan?

Noch etwas ist in Japan genau wie in Indien: Überall verliebt Beate sich in einen gedungenen Statisten. In Tokio schreibt sie vorher noch einen Lebenswunsch auf einen Talisman: „Dass ich endlich den Mann fürs Leben finde. Familie gründen. Glücklich sein. Kinder.“ Die Botschaft eines einsamen Herzens inmitten einer Show des Hohns: Eigentlich müsste das unendlich traurig sein. Eigenartigerweise erträgt man die Japan-Folge trotzdem besser als die aus Indien. In Mumbai mussten Beate und Irene auf eine echte Hochzeit und im Stall reale Gülle schippen. Nichts davon hatte einen erkennbaren Sinn – aber es blieb das Gefühl, es mit wirklichen Dingen zu tun zu haben. In Japan werden Beate und Irene in eine Welt der Simulation gestellt. Im „Honjo Life Safety Learning Center“ erleben sie ein mechanisches Erdbeben. Im „Hello, Kitty“-Vergnügungspark mutieren sie mit wackelnden Händen zu zwei von Millionen künstlichen Glückskatzen. Die japanische Freude am Synthetischen ist ein schonendes Umfeld für Beate und Irene. Hier wirken sie nicht mehr wie echte Personen, sondern wie schräge Kunstfiguren. Wenn sie es selbst so sehen können, wenn sie ihr Bild bei RTL als professionelle Rolle begreifen – dann ist ihre Behandlung durch Vera Int-Veen vielleicht ein bisschen besser zu ertragen. Dann nämlich ist mit Vera Int-Veens Verballhornungen nicht mehr Beate gemeint, sondern nur eine Fantasiefigur, die einem wirren RTL-Hirn entsprungen ist. (Wer ist Postkarten-Model Svenja aus „Schwiegertochter gesucht“?)

Begabte Beate: Vera Int-Veens schönste Stabreime

Viele Zuschauer lachen darüber: Vera Int-Veen kann nur dann ganze Sätze sprechen, wenn alle Wörter mit demselben Buchstaben anfangen. Was wenige wissen: Immer wenn Vera Int-Veen ihre Kandidaten als „sensible Sockenträger“ bloßstellt, heben sich in der RTL-Programmplanung die Schnapsgläser. Es muss so sein. Denn selbstverständlich sind die Stabreime ein Saufspiel. Anders wären Formate wie „Schwiegertochter gesucht“ gar nicht möglich. Wir trinken gerne mit und sammeln am Ende jedes Vera-Int-Veen-Berichts die schönsten Bezeichnungen für Beate und Irene.

  • drahtiges Damendoppel,
  • furchtlose Frauen,
  • patente Paillettenträgerinnen,
  • hoffnungsvolle Hobby-Detektivinnen,
  • kesse/charismatische Kosmopolitinnen,
  • kontrastreiche Katholikinnen,
  • kluge Kurzhaarträgerinnen,
  • geblümte/gemütliche Globetrotter,
  • solide Sandalenträgerinnen,
  • und dynamisches Damenduo.

(Stabreime für „Beate und Irene“ – Liste wird fortgesetzt.)

„Schwiegertochter gesucht“: Jeder Stabreim von Vera Int-Veen und alles zu Beate Fischer auf unserem Themenportal.


In diesen Staffeln von „Schwiegertochter gesucht“ war Beate Fischer zu sehen:

  • Staffel 3, 2009: Beate wirbt um Jens.
  • Staffel 4, 2010: Beate besucht Peer.
  • Staffel 4, 2010: Beate bei André (Spezialsendung).
  • Staffel 5, 2011: Anwärter um Beates Herz sind Stefan und Sven (Spezialsendung „Jetzt sind die Frauen dran“).
  • Staffel 6, 2012: Jens, Sascha und Willy bemühen sich um Beate (Spezialsendung).
  • Staffel 7, 2013: Beate datet in Alaska Männer aus dem Katalog einer Partnervermittlung.
  • Staffel 8, 2014: Beate flirtet auf Bali mit Thomas.
  • Staffel 9, 2015: Vera Int-Veen bringt Beate mit dem „Schwiegertochter gesucht“-Veteran Ingo zusammen. (Special vor der eigentlichen Staffel.)
  • „Beate und Irene“: Das Mutter-Tochter-Gespann bereist für eine vierteilige Doku-Soap Indien und Japan.
  • Staffel 9, 2015: Im Herbst wird Beate Fischer auch wieder bei „Schwiegertochter gesucht“ mit dabei sein.

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