08.06.2015, 10:57 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Der Tanz der Drachen heute auf Sky Game of Thrones Staffel 5 Folge 9: königliches Blutopfer


Osnabrück. In der neunten Folge der fünften Staffel von „Game of Thrones“ geht es zur Sache: Allianzen werden erneuert, aber es werden vor allem Opfer gebracht. Achtung: Spoiler!

Rückblick: Game of Thrones Staffel 5, Folge 8: Hardhome/Hartheim

Achtung, im Text folgen Spoiler!

Das Wichtigste vorweg: Ja, Drache Drogon hat seinen großen Auftritt! Doch vorher wird es in der Arena von Meereen spannend: Ser Jorah Mormont (Iain Glen) muss gegen drei Gegner antreten (wer sich an Folge 8 erinnert, er tut das freiwillig), aber das ganze Spektakel ist eine Falle. Die Söhne der Harpyie greifen an und metzeln sich zu Daenerys (Emilia Clarke) Tribüne vor.

Auch Tyrion (Peter Dinklage) ist in Gefahr. Die Fan-Lieblinge sitzen in der Falle. Ist das der schockierende Moment der berühmt-berüchtigten Folge 9? Nicht zwangsläufig, hat „The Dance of Dragons“ („Ein Tanz mit Drachen“) doch noch einen anderen Joker zu bieten. Die Geschehnisse im Überblick. (Weiterlesen: Sieben erstaunliche Fakten zu „Game of Thrones“)

Zwischen der Schwarzen Festung und Winterfell

Ramsey Bolton hatte recht: Es braucht bloß 20 Männer, um Stannis Baratheons Armee in die Verzweiflung zu stürzen: Am Anfang der Folge gehen einige Zelte in Flammen auf, damit auch die Essensvorräte, und ein brennendes Pferd galoppiert durch das Lager, um noch mehr in Brand zu setzen. Die Bilanz ist bitter, Tote und Schwerverletzte zwingen Stannis zu handeln. Für Priesterin Melisandre ein gefundenes Fressen, ihre düsteren Prophezeiungen scheinen sich zu bewahrheiten: Der Gott des Lichts fordert ein Opfer mit königlichem Blut. (Weiterlesen: Game of Thrones Staffel 5, Folge 8: der Winter kommt)

Der Zuschauer ahnt es bereits, als Ser Davos (Liam Cunningham) von Stannis zur Schwarzen Festung zurückgeschickt wird, er soll von Jon Snow weitere Männer einfordern. Davos verabschiedet sich von Stannis Tochter Shireen, er soll sie nicht wiedersehen. Denn Stannis und seine Frau opfern Shireen dem Gott des Lichts. Während Melisandre Gefallen daran findet, ein kleines Mädchen zu verbrennen, will ihre Mutter sie doch noch im letzten Moment retten. Stannis befiehlt, sie aufzuhalten, so müssen alle die Verbrennung mit ansehen. Schrecklich sind die Schreie des kleinen Mädchens, das seinem Vater angeboten hat, alles für ihn zu tun. Stannis hat ihr Vertrauen missbraucht, die Schreie wird er (hoffentlich) für den Rest seines Lebens hören. (Weiterlesen: Wird Stannis seine Tochter töten? Ein Rückblick auf Folge 7)

In der Schwarzen Festung

Lordkommandant Jon Snow hat das Vertrauen seiner Männer verloren: Bei seiner Ankunft in der Schwarzen Festung mit den überlebenden Wildlingen wird klar, dass seine Entscheidung, den Feinden zu helfen, nicht akzeptiert wird. Von überall blitzen misstrauische und wütende Blicke auf, allen voran der ehemalige Lordkommandant Alliser Thorne und Olly, der Junge scheint das Vertrauen in Jon komplett verloren zu haben. (Weiterlesen: Wer sind die Eltern von Jon Schnee?)

Während Jon zu Sam Tarly sagt, er habe beim Kampf gegen die Zombie-Armee versagt, bemerkt er nicht, was sich um ihn herum zusammenbraut. „You know nothing, Jon Snow!“ (Du weißt nichts, Jon Snow!) Dieser berühmte Spruch von Wildling Ygritte könnte sich erneut bewahrheiten, denn in dieser Szene wird wahrscheinlich die Grundlage für dramatische Ereignisse in der finalen Folge „A Mother’s Mercy“ („Die Gnade einer Mutter“) gelegt.

Braavos

Arya (Maisie Williams) kommt ihrem Auftragsmörderdasein gerade etwas näher, der Tag ist gekommen, an dem sie den Geschäftsmann am Hafen umbringen soll, da wird sie abgelenkt: Meryn Trant, einer der Männer auf ihrer Todesliste, ist in Braavos angekommen. Prompt folgt Arya ihm, statt ihren Auftrag auszuführen, was Jaqen H’ghar (Tom Wlaschiha) gar nicht gefällt. Verliert die Stark-Tochter ihr Ziel aus den Augen, um Rache zu nehmen? Endlich wird es in Braavos spannend, hoffentlich wird dieser Handlungsstrang in der letzten Folge der fünften Staffel weiter aufgegriffen. (Weiterlesen: „Game of Thrones“ Staffel 5 Folge 2: Das Haus von Schwarz und Weiß)

Dorne

Prinz Doran (Alexander Siddig) versammelt Jaime Lennister (Nikolaj Coster-Waldau), Ellaria Sand, Myrcella und Prinz Trystane zum Plausch, um zu verkünden, dass er die Allianz mit den Lennisters erneuern will. Der milde König im Rollstuhl will seine Leute nicht im Krieg sterben sehen, also schickt er Myrcella mit Trystane nach Königsmund, dort soll der Prinz Myrcella heiraten und diplomatisch tätig sein wie sein verstorbener Bruder Oberyn. (Weiterlesen: die rachsüchtigen „Sand Snakes“ in Folge 6)

Ellaria schmeckt das nicht, doch als sie sich entscheiden muss zwischen Rebellion und Tod, wählt sie den friedlichen Weg und unterwirft sich dem König. Was den „Sand Snakes“ natürlich gar nicht passt, sie müssen auch noch zusehen, wie Bronn aus dem Gefängnis entlassen wird, um mit Jaime nach Königsmund zurückzukehren.

Meereen

In der Arena von Meereen kommt es zum lang erwarteten Showdown: Ser Jorah Mormont steht im Ring, um sich die Gunst von Daenerys zurückzuerobern. Der Königin und Drachenmutter ist es zutiefst zuwider, die Gladiatorenkämpfe gut zu heißen, da kann ihr zukünftiger Mann Hizdahr zo Loraq ihr noch so gut zureden, dass die Kämpfe Tradition waren und bleiben werden. Tyrion (Peter Dinklage) sitzt als Daenerys Berater ebenfalls auf der Tribüne und steht der Königin gewohnt spitzzüngig bei. Als jedoch Ser Jorah in die Arena tritt, bekommt die Szene eine dramatische Wendung: Es scheint, als unterliegt er seinen Gegnern, in letzter Minute kann er sich aber retten. Und rettet kurz darauf Daenerys das Leben, indem er mit einem Speerwurf einen Sohn der Harpyie tötet, der es auf die Tribüne geschafft hat, um die Königin zu meucheln. (Rückblick auf Game of Thrones Staffel 5 Folge 4: Showdown in Meereen)

Kurz darauf bricht die Hölle los: Zahlreiche Attentäter metzeln die Zuschauer, auch Hizdahr wird ermordet, nur knapp entkommen Daenerys, Tyrion, Daario, Jorah und Missandei den Söhnen der Harpyie auf der Tribüne. Schließlich stehen sie umringt von Feinden in der Arena, da ertönt der donnernde Ruf des Drachen Drogon: Er ist gekommen, um Daenerys zu retten. Nach dramatischen Kämpfen klettert die Drachenmutter auf ihren Drogon und flieht. Tyrion, Daario, Jorah und Missandei bleiben in der Arena, umzingelt von Feinden, zurück.

Fazit

„The Dance of Dragons“ kann nicht mit der „Bluthochzeit“ mithalten, was die Schockmomente angeht, bringt aber dafür in der neunten Folge zusammen, was schon lange erwartet wurde: Drogons Rückkehr als Retter von Daenerys. Wie auch in der achten Folge „Hardhome“ sind die Kämpfe in der Arena fesselnd inszeniert, aber vor allem Drogons Auftritt begeistert. Endlich Drachen-Action!

Davon abgesehen ist es schön, Daenerys wieder mit ihrem „Kind“ vereint zu sehen. In dieser Episode bleiben die Macher dem Prinzip der fünften Staffel treu, einzelne Handlungsstränge zu zeigen statt sich auf einen zu beschränken, doch wirkt die Erzählung nicht so abgehackt wie sonst. (Die fünf schockierendsten Momente bei „Game of Thrones“ – bis Staffel 4)

Folge 9 macht Lust auf das Finale, und gleichzeitig fürchtet man sich davor: Zwar musste Shireen auf grausame Art sterben, der Tod eines Protagonisten steht traditionell gesehen aber noch aus. Wen trifft es in „A Mother’s Mercy“? Nächsten Montag wird diese Frage beantwortet.


Die US-Serie „Game of Thrones“ wird von David Benioff und D. B. Weiss für den US-Kabelsender HBO produziert. Die Erstausstrahlung der ersten Staffel bei HBO war am 17. April 2011. Ab 1. April 2012 folgte die Ausstrahlung der zweiten Staffel, ab 31. März 2013 die Ausstrahlung der dritten Staffel, am 6. April die der vierten.

Zusehen ist die fünfte Staffel seit dem 12. April 2015 in den USA wöchentlich Sonntagsabends auf HBO - in Deutschland werden die - noch unsynchronisierten - Folgen in der Nacht zu Montag als Live-Stream gegen 4 Uhr bei Sky gezeigt, ab 8 Uhr dann regulär bei Sky. Die deutsche Version wird ab dem 27. April jeweils montags um 21 Uhr auf Sky verfügbar sein.

George R. R. Martin publizierte den ersten Roman seiner Reihe „A Song of Ice and Fire“ mit dem Titel „A Game of Thrones“ 1996, der zweite Band „A Clash of Kings“ folgte 1998, der dritte Band „A Storm of Swords“ 2000, der vierte Teil „A Feast of Crows“ folgte 2005. Der bisher letzte Roman „A Dance with Dragons“ erschien 2011.

Die fünfte TV-Staffel „Game of Thrones“ greift Elemente aus gleich zwei der Romane aus der Reihe von George R.R. Martin auf: „A Feast for Crows“ (deutsch: „Zeit der Krähen“ und „Die dunkle Königin“) und „A Dance with Dragons“ (deutsch: „Der Sohn des Greifen“ und „Ein Tanz mit Drachen“).

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