09.08.2014, 04:54 Uhr

Schauspieler dreht Arte-Dokus Hannes Jaenicke: Kein neues Buch, aber neue Dokumentationen

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Berlin.Hannes Jaenicke will trotz des Erfolgs seines Bestsellers „Die große Volksverarsche“ zunächst mal kein weiteres Buch schreiben. Dafür dreht er Dokumentationen für Arte, die sich mit Fair-Trade-Produktion beschäftigen.

Völlig entspannt sitzt Hannes Jaenicke im Garten des Berliner Literaturhauses und nippt an seiner Ingwer-Limonade. Kaum zu glauben, dass der Schauspieler, Dokumentarfilmer und Bestsellerautor („Die große Volksverarsche“) ansonsten ein Stress-Programm bewältigt, das zuweilen in 120-Stunden-Wochen ausartet. So könne es auf Dauer nicht weitergehen, räumt der 54-Jährige im Laufe unseres Gesprächs ein – um dann von neuen Plänen zu berichten:

Herr Jaenicke, Sie haben sich gerade der Kellnerin gegenüber als langweiliges Kaninchen bezeichnet. Heißt das, dass Sie Vegetarier sind?

Schon seit über 30 Jahren, seit 1982, um genau zu sein.

Seitdem haben Sie kein Stück Fleisch mehr gegessen?

Ab und zu, wenn Leute mich einladen, dann mache ich keine Zicken und esse etwas Fisch. Aber das ist sehr selten, vielleicht zwei- oder dreimal im Jahr.

Haben Sie 1982 Ihr letztes Stück Fleisch so gegessen, wie andere Leute ihre letzte Zigarette rauchen?

Nee, das war anders. Ich bin ja ein Theaterkind, habe die ersten Jahre meines Berufslebens im Theater verbracht, und auf den Fleischkonsum in einer Theaterkantine zu verzichten fällt wirklich nicht schwer. Falls Sie jemals in einer Theaterkantine gegessen haben, können Sie das nachvollziehen. Das Einzige, was man da essen kann, ist ein Snickers. Man kann da nicht mal den Kaffee trinken. Aber Orchestermusiker würden sagen: Das Bier geht.

Auf der Verlags-Homepage sagen Sie in dem Kapitel, in dem Sie als „Ermittler“ bezeichnet werden , „...auch wenn ich damit vermutlich zur Nervensäge werde“. An wessen Nerven sägen Sie?

An denen der deutschen Presse auf jeden Fall. So einhellig wie mein Buch ist da vermutlich noch nie etwas verrissen worden. Was den deutschen Leser offensichtlich nicht abgehalten hat, es wie verrückt zu kaufen. Deshalb ist es mir ziemlich egal, was diese Art von Medien schreiben.

Na ja, es waren ja nicht irgendwelche Medien.

„Der Spiegel“ war es, die „Süddeutsche“ zum ersten Mal, dabei waren die mir sonst immer extrem wohlgesonnen. „Focus“ natürlich und die „FAZ“ gleich zweimal – einmal zur Veröffentlichung und dann mussten sie noch mal draufhauen, als das Buch wochenlang auf Platz eins der Bestsellerliste stand. Aber glauben Sie mir: Das geht mir so was von am Gesäß vorbei.

Sie betrachten Wut ja als Segen – wie sehr füllt Ihre Wut Sie aus?

Wut ist ja nur dann gefährlich, wenn man sie destruktiv ausdrückt. Aber in der Kunst, der Musik, Literatur und Politik ist ganz viel aus einer Wut heraus entstanden. Es kann nicht lustig gewesen sein, als Schwarzer im Bus nicht auf bestimmten Plätzen sitzen zu dürfen in Südafrika an Strände gehen zu müssen, an denen es keine Hainetze gibt. Es würde mich auch als Frau in Afghanistan wütend machen, wenn ich nicht zur Schule gehen darf oder ins Gesicht geschossen werde, wenn ich es dennoch tue. Ganz viele Veränderungen entstehen nun mal aus einem gewissen Wutgefühl.

Verspüren Sie diese Wut auch, wenn Sie unter Freunden sind?

Ich leb die Wut ja aus, drehe meine Filmchen und schreibe meine Bücher. Dadurch, dass ich meine Ventile gefunden habe, bin ich ansonsten extrem ausgeglichen.

Sind Sie ein Rund-um-die-Uhr-Missionar?

Meine bessere Hälfte isst Fleisch, mein Doku-Partner Markus Strobel, der auch einer meiner besten Freunde ist und bei dem wir viel arbeiten, hat auf dem Küchentisch einen riesengroßen Serrano-Schinken mit Huf stehen. Da denke ich nur: Sollen sie doch essen, was sie wollen – ich muss es ja nicht essen. Markus nennt mich gerne „Greenshiter“, das ist doch lustig.

Apropos bessere Hälfte – verraten Sie mir, wer das ist?

Nö, sie hat nichts mit der Branche zu tun und ist darüber wohl auch sehr froh. Das wird ganz sicher auch so bleiben.

Durch Ihre Dokumentationen und Bücher gibt es seit einiger Zeit eine völlig andere öffentliche Wahrnehmung von Hannes Jaenicke. Hat sich Ihre Selbstwahrnehmung auch verändert?

Meine private Freizeitbeschäftigung ist öffentlich geworden. Ich war immer schon Greenpeacer und habe eine unüberschaubare Menge von Umwelt- und Menschenrechts-NGOs unterstützt. Jetzt ist es eben öffentlich, aber eigentlich hat sich nicht viel verändert.

Würden Sie die Frage nach Ihrem Beruf immer noch mit „Schauspieler“ beantworten?

Ganz sicher. Dazu noch Hobby-Autor und Gelegenheits-Dokumentarfilmer. Andere gehen Golf spielen oder polieren ihren Porsche, ich mache eben was anderes.

Sie selbst haben über Ihr Buch gesagt, es sei nicht für Leute, die schon alles wissen, die bei Greenpeace oder den Grünen sind.

Für die stand da auch wenig Neues drin. Mir ging es um den ganz normalen Otto Normalverbraucher, der ein Produkt sieht, auf dem „leicht“, bio“ oder „gesund“ steht, und der wissen will, was wirklich damit ist. Beispiel: Du gehst zu H&M, siehst ein „Bio-T-Shirt“, das angeblich aus Bio-Baumwolle ist. Wenn man dann mal genauer hinsieht, besteht es zu 5 Prozent aus Bio-Baumwolle und zu 95 Prozent aus Dreck. Da ist eine solche Lügenmaschine am Start – das geht bis zur S-Klasse von Mercedes, die als „Umweltauto“ beworben wurde. Auf die Klage der deutschen Umwelthilfe hin musste die ganze Werbekampagne in die Tonne gekloppt werden. Da hat wirklich nichts gestimmt. Und das zieht sich durch unser ganzes Konsumleben, ganz schlimm beim Essen und im Pharmabereich. Kein Mensch braucht eine Vitamintablette, mit einer halben Paprika decken Sie Ihren Bedarf an Vitamin C. Aber die Deutschen geben jedes Jahr Milliarden für Vitamintabletten aus.

Gab’s eigentlich ein Schlüsselerlebnis, das den Umweltaktivisten in Ihnen hat anspringen lassen?

Mein Opa ist, bevor wir in die USA umgezogen sind, jeden Sonntag mit uns in den Frankfurter Zoo gegangen, das war für uns das Highlight. Da ist sicher was hängen geblieben. Dabei fand ich es damals völlig normal, dass Tiger in Käfigen leben und auf acht Quadratmetern immer hin und her laufen. Dann kam diese ganze Anti-Atomkraft-Bewegung, „No Nukes“ von Bruce Springsteen war einfach eine Platte, die man haben musste. In den Siebzigerjahren ging das ja alles los.

Mit durchwachsenem Erfolg.

Natürlich. Denken Sie nur an die Sandoz-Katastrophe – da passiert in der Schweiz ein Chemieunfall und alle deutschen Firmen am Rhein inklusive Bayer Leverkusen sagen sich: Komm, der Rhein ist eh schon im Arsch, jetzt schmeißen wir unseren Scheiß auch noch rein. Ich war damals im Kölner Ruderklub und dachte: Irgendwas muss doch mal passieren. Aber es passierte immer nur das Gegenteil von dem, was hätte passieren müssen.

Bis heute?

Heute haben wir eine „Klimakanzlerin“ Angela Merkel – und der deutsche CO2-Ausstoß steigt rapide an, obwohl wir ganz genau wissen, dass wir ihn reduzieren müssten. Seit 40 Jahren weiß man, was geschehen müsste, und es passiert genau das Gegenteil.

Wenn man Ihre Dokumentation sieht, könnte man schon ziemlich nachhaltig den Glauben an das Gute im Menschen verlieren.

Das ist mir zu einfach. Es passieren ja auch Dinge, die Hoffnung machen. Als Kindern war uns früher verboten, auch nur eine Hand oder einen Fuß in den Rhein zu halten, weil die Brühe so giftig war – heute fahren Sie nach Rodenkirchen, da baden die Kinder im Rhein, und es ist völlig unbedenklich. Der Rhein ist ein tolles Beispiel dafür, dass man aus einer Chemiekloake einen sauberen Fluss machen kann.

Haben Sie denn den Eindruck, dass Sie mit Ihren Filmen wirklich das Verhalten der Menschen ändern können?

Da könnte ich Ihnen bestimmt 50 Beispiele nennen, ich erzähl mal ein ganz kleines: Letztes Jahr war ich bei Markus Lanz, um mein Buch zu promoten. Anschließend musste ich in die USA, steige ins Flugzeug, und nach einer Stunde kommt eine sehr nette Frau auf mich zu und sagt: Herr Jaenicke, ich habe Ihr Buch gelesen, habe es meinem Mann gegeben – wir haben eine Metzgerei in Mainz, und seit letzter Woche gibt es bei uns keine Plastiktüten mehr. Für diese eine Frau, ihren Mann und die Metzgerei hat sich das Buch schon gelohnt.

Schön – aber bescheiden.

Gut, dann erzähl ich noch mehr: Nachdem wir den Hai-Film gemacht hatten, meldeten sich ganz viele Restaurants, die keinen Thunfisch mehr anbieten. Und ein Rewe-Manager sprach mich beim deutschen Nachhaltigkeitspreis an und sagte: Wir koordinieren unseren Fischeinkauf jetzt mit dem WWF und nehmen nur noch Ware mit MSC-Siegel. Was will ich denn mehr? Da kann Herr Matussek schreiben , was er will – um den geht’s mir nicht. Es geht mir genau um diese Leute. Und wenn dann noch bei den von mir unterstützten Organisationen das Spendenaufkommen explodiert, ist es doch großartig. Das zeigt mir: Ich kann so viel bewegen, und ich wäre bescheuert, wenn ich es nicht nutzen würde.

Was ist mit den Hartz-IV-Empfängern oder kinderreichen Familien, die sich keine Bio-Lebensmittel leisten können und Billig-Klamotten kaufen müssen, um mit ihrem Geld auszukommen?

Völlig falsch gedacht. Hartz IV ist echt ein Totschlagargument. Es gibt Arbeit für jeden, aber sie wird beschissen bezahlt. Wir haben faktisch Vollbeschäftigung, der eigentliche Skandal ist die Bezahlung, sind die Menschen, die sich mit mehreren Minijobs krumm und buckelig arbeiten und trotzdem nicht über die Runden kommen.

Und sich deshalb die billigsten Klamotten kaufen.

Kaufen Sie sich einmal ein T-Shirt, das richtig gut gearbeitet ist, das hält ewig. Ich habe T-Shirts, die sind 20 Jahre alt, die wasche ich immer noch und die fallen immer noch nicht auseinander. Das kannst du mit einem T-Shirt von H&M, Primark oder Kik einfach nicht machen. Die Idee an diesen Billigprodukten ist es ja, dass man ständig was Neues kauft, immer mehr, immer schneller. Die Haltbarkeit von solchen Produkten wird berechnet, das nennt sich kalkulierte Obsoleszenz. Es gibt Wissenschaftler, die nichts anderes tun als zu berechnen, wann der Plastikgriff Ihrer Waschmaschine bricht – und das ist meistens genau dann, wenn die Garantie gerade abgelaufen ist.

Waren Sie eigentlich mal das, was man eine Umweltsau nennt?

Das bin ich zum Teil immer noch, teilweise schlimmer als früher. Ich fliege zum Beispiel viel mehr als früher, auch wegen der Dokus. Das wird mir immer vorgehalten, nur ist die Frage: Wie komme ich ohne Flieger in die Arktis oder in den Kongo oder nach Indonesien? Da kann ich nicht mit dem Fahrrad hinfahren. Außerdem fahre ich nach wie vor mit großer Begeisterung Motorrad. Auf der anderen Seite habe ich ein Elektro-Auto, aber mein CO2-Footprint ist dennoch eine Katastrophe. Ich bin zum Beispiel zu diesem Interview von Düsseldorf nach Berlin geflogen.

Wir hätten uns auch in Düsseldorf treffen können – ich fahre Bahn.

Ja, aber ich habe nachher noch andere Termine, und ab morgen drehe ich hier in Berlin.

Sie hatten auch mal eine Freundin, die Pelzjacken getragen hat...

Das ist ja auch eine Ex-Freundin.

Aber daran ist es nicht gescheitert, oder?

Das war unser letzter Streit. Aber es war schon vorher marode.

Sie sagen gerne mal „Ich muss mal wieder Geld verdienen“, wenn es zu Dreharbeiten für einen Spielfilm geht. Sind fiktionale Projekte die Pflicht und Dokumentationen die Kür?

Ich kann zum Glück sagen, dass ich nur noch Filme mache, auf die ich wirklich Bock habe. Lieber schnalle ich den Gürtel ein bisschen enger, bevor ich irgendeinen Schrott drehe. Auch weil die Dokus wirklich zeitaufwendig sind.

Sind die Dokus denn ein Nullsummenspiel?

Ja. Wenn wir knallhart auf ganz billig drehen würden, könnten wir vielleicht einen ganz kleinen Gewinn erwirtschaften. Aber da weder ich noch meine Partner von Tango-Film davon leben müssen, können wir das Geld, das wir vom ZDF dafür kriegen, auch wirklich in den Film stecken. Dafür sind wir dann auch mit sechs Kameras und einer richtig teuren Drohne am Start. Und mit meinem Lieblingsspielzeug: Wir hatten für den Elefantenfilm ein kleines fernsteuerbares Fahrzeug mit einer Kamera obendrauf. Damit kommt man an unglaublich geile Bilder. Aber das kostet – wir verjubeln die Kohle mit dem größten Vergnügen.

Apropos Kohle – „Die große Volksverarsche“ hat vermutlich ordentlich was eingebracht...

Deswegen muss ich auch dieses Jahr nicht so furchtbar viel drehen.

Was ist eigentlich mit „Tatort“? Sie waren noch nie „Tatort“-Kommissar.

Wenn man die Autoren und Regisseure mitbestimmen dürfte, dann würde ich das sofort machen. „Tatort“ ist ein tolles Format, aber auch da brauchst du die Topriege der Autoren und Regisseure. Wenn man als Schauspieler wie Maximilian Brückner nicht mitreden darf, dann musst du gehen. Wie auch Nina Kunzendorf, deren Frankfurter „Tatorte“ für mich die besten seit Jahren waren. Diese Figur war so toll, einfach super.

Sie drehen jetzt den fünften Teil der Sat1-Reihe „Allein unter...“, diesmal ist es eine Ärzte-Komödie. Auf der anderen Seite begleiten Sie für eine Doku reale Ärzte in Krisengebiete.

Übrigens auch für Sat1, der kommt im November und hat den Arbeitstitel „Klinik unter Planen“. Da geht es um ein Ärzteteam, das nach einem Taifun in Asien in einem Zeltlager versucht, Leben zu retten und die Menschen zu versorgen.

Da geht die Schere ganz schön auseinander.

Es ist eine deutsche Krankheit, dass Schauspieler immer nur in den gleichen Sachen besetzt werden. Ich habe Götz George aus allernächster Nähe beobachten können, wie er brachial aus diesem Rollenklischee „Schimanski – Macho vom Dienst“ ausgebrochen ist, so etwas ist in Deutschland ein echter Kampf. Wir sind Gewohnheitstiere – wenn Til Schweiger mal aus dem Komödien-Genre ausbricht, wird er abgestraft.

Wieso? Sein „Tatort“ ist doch super-erfolgreich.

Das ist Fernsehen. Aber sobald er im Kino mal Action macht, hat er keine Chance. Die Angelsachsen dagegen haben ein Verständnis von Schauspielern, das ihnen Rollen zugesteht, die so unterschiedlich wie möglich sind. Das ist bei uns total anders.

Bei Ihnen auch?

Ich habe immer gekämpft, dabei hätte ich am liebsten Schönheitschirurgen und Bauerbeiter gespielt, am liebsten direkt nacheinander. Mittlerweile kriege ich es hin: Im Oktober gibt’s in der ARD eine Polen-Komödie, da spiele ich einen sehr spießigen deutschen Bau-Polier. Der ist total nett, liebt seine Kinder, hat aber eine Macke: Er hasst Polen, weil die ruinieren die deutsche Bauwirtschaft. Aber er braucht eine Nanny, und die einzige, die er kriegen kann, kommt aus Polen.

Insgesamt klingt Ihr Programm nach verdammt viel Arbeit.

Stimmt, da muss ich dringend was ändern. So wie ich es die letzten Jahre gemacht habe, stehe ich es nicht mehr allzu lange durch. 120-Stunden-Wochen kann man sich auf Dauer nicht antun. Es gibt Zeiten, da komme ich gerade mal auf vier oder fünf Stunden Schlaf, der Rest geht drauf für E-Mails, Recherchen, Interviews, Rumschrauben an Drehbüchern, Filme vorbereiten, drehen.

Haben Sie einen Plan?

Ich habe einen Verlag, der mit meinen Verkaufszahlen sehr glücklich ist und wahnsinnig gerne ein neues Buch hätte. Aber das habe ich jetzt erst mal auf Eis gelegt. Das nächste Buch muss warten. Ich drehe dieses Jahr noch zwei Filme und muss bis Februar eine fünfteilige Doku-Reihe für Arte über Fair Trade machen. Und deshalb muss ich lernen abzusagen.

Worum geht es in der Doku-Reihe genau?

Die Idee ist, den deutschen Zuschauern zu zeigen, welchen Unterschied es für die produzierenden Kleinbauern in Peru, Ecuador, Elfenbeinküste, Thailand und sonst wo macht, ob wir Fair-Trade-Produkte kaufen oder nicht. Dieser Unterschied ist so krass, dass selbst mir die Hutschnur hochgegangen ist. Denn Fair Trade heißt, dass die Kinder zur Schule gehen können, dass sie eine medizinische Versorgung und eine echte Perspektive haben, während woanders nur gnadenlos ausgebeutet wird. Das ist wie zwei verschiedene Planeten. Und es gibt so viele Produkte, bei denen wir die Entscheidung haben: Kaffee, Schokolade, Nüsse, Bananen, Reis, Baumwolle und vieles mehr.

Fünf Teile – fünf Reisen?

Den ersten haben wir gerade in Peru gedreht zum Thema Bananen. Im Oktober geht’s in die Elfenbeinküste mit dem schwierigen Thema Kakao, dann Tee und Gewürze auf Sri Lanka, Reis in Nordthailand, dem ärmsten Teil des Landes, und schließlich Teppichknüpfen in Nepal. Ausgestrahlt wird das Ganze im nächsten Frühjahr an fünf Tagen einer Woche. Ich fürchte, es gibt wenig Geld dafür, aber es ist ein tolles Projekt.

Sie haben ja gelernt, dass man mit Dokus kein Geld verdient.

Es sei denn, man heißt Michael Moore. Den beneide ich ein bisschen, er hat verstanden, wie man aus Dokus ein richtiges Business macht. Und er ist extrem witzig. Wie man so ernste Themen mit so viel Humor verpacken kann, davon kann man echt nur lernen.


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