22.02.2014, 09:30 Uhr

Schauspiel-Karriere im Ausland „Game of Thrones“-Star Tom Wlaschiha ist rastlos

Angekommen: Der deutsche Schauspieler Tom Wlaschiha ist im Ausland erfolgreich. Foto: Monic SchmidheinyAngekommen: Der deutsche Schauspieler Tom Wlaschiha ist im Ausland erfolgreich. Foto: Monic Schmidheiny

Berlin. Jungenhafter Charme und immer ein gepackter Koffer: Der deutsche Schauspieler Tom Wlaschiha ist dank Rollen in „Game of Thrones“ und „Crossing Lines“ ein gefragter Darsteller im Ausland.

Krimi-Fans ist der 40-Jährige bekannt aus der internationalen Serie „Crossing Lines“, die zweite Staffel wird gerade in Prag und Marseille gedreht. Fantasy-Fans dürften ihn aus der zweiten Staffel „Game of Thrones“ kennen. Tom Wlaschiha pendelt zwischen London und Berlin, es ist also nicht so einfach, ihn in Berlin anzutreffen. Wir trafen ihn auf einen Kaffee in Berlin-Kreuzberg und sprachen mit ihm über seine Rastlosigkeit, seine Karriere im Ausland, seine Höhenangst und warum er in seiner Freizeit gerne schläft.

Herr Wlaschiha, seit Jahren reisen Sie viel für die Schauspielerei: Prag, Berlin, London, Marseille. Sind Sie ein rastloser Mensch?

Ja, ich halte es nie lange an einem Ort aus. Das war schon immer so. Wenn ich ein Ziel habe, um etwas zu erreichen, bin ich sehr rastlos. Mir macht es aber Spaß, es ist keine Belastung. Dennoch merke ich, dass man aufpassen muss, dass man sich nicht verliert, wenn man kaum zu Hause ist. Auf Dauer braucht man schon ein Zentrum.

In Berlin haben Sie eine Wohnung. Fühlen Sie sich hier zu Hause?

Ja. Eigentlich bin ich in der Nähe von Dresden aufgewachsen, aber ich würde Berlin als meine Heimat bezeichnen. Ich lebe seit 2000 hier, alle meine Freunde wohnen in Berlin, deshalb fühle ich mich hier total wohl.

Sie haben zusätzlich eine Agentur und ein Zimmer in London. Wohnen Sie dort auch gern?

Ich finde London toll, aber zu Hause fühle ich mich da nicht. Die Stadt gibt zwar viel Energie, sie zieht aber auch wahnsinnig viel Energie. Berlin ist entspannt, London ist immer stressig. Ich habe gedacht, es ist mal eine gute Idee, vor Ort zu sein, um mehr Castings für ausländische Produktionen zu machen, dann muss man nicht jedes Mal wieder einen Flug buchen. Dennoch pendele ich weiter zwischen Berlin und London. Das ist mir auch wichtig, ich will nicht ganz aus Deutschland weg. Ich arbeite gern hier.

Was sagt Ihre Familie dazu, dass Sie so viel unterwegs sind?

Die sehen mich kaum. (Lacht.) Aber ich kann es auch nur so machen. Mir macht der Job Spaß und ich weiß, das ist das, was ich unbedingt machen will. Um die Möglichkeit zu bekommen, die Rollen zu spielen, die ich gerne spielen möchte, muss ich mich bewegen.

Sie sind also ehrgeizig?

Würde ich sagen. Ja. Wobei das so verbissen klingt, zielstrebig passt besser.

Nach einer Kindheit in der DDR hat Sie Ihr Weg mit 17 als Austauschschüler nach Neuengland geführt. War das ein Kulturschock?

Absolut. Ich hatte aber schon immer Fernweh. In dem Bewusstsein, nicht raus zu kommen, habe ich als Kind davon geträumt, zu verreisen.

Dann haben Sie die Zeit dort genossen?

Es war toll. Als Austauschschüler hatte man Narrenfreiheit, das heißt, ich konnte mir Kurse an der Schule aussuchen. Ich habe mir zum Beispiel einen Theaterkurs ausgesucht, das kannte ich gar nicht, weil wir zu Hause keine Theater-AG an der Schule hatten. An meiner Austauschschule waren alle sehr interessiert und offen. Dass ich aus dem Osten kam, konnten sie sich überhaupt nicht vorstellen, ich musste da unglaublich viel erzählen und ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten.

Sie haben Englisch vorher in der Schule gelernt?

Das war aber eben nur Schulenglisch. Als ich ankam, habe ich kein Wort verstanden und ich hatte niemanden mehr, mit dem ich deutsch sprechen konnte. Meine Eltern hatten zu dem Zeitpunkt kein Telefon, ich konnte also nicht mit Ihnen telefonieren. Und dann musste ich eben auf Englisch kommunizieren, dabei haben mir meine Gasteltern sehr geholfen. Mein erstes Glückserlebnis war, als ich zum ersten Mal aufgewacht bin und wusste, mein letzter Traum war auf Englisch.

Sind Sie in Amerika zum ersten Mal mit dem Theater spielen in Kontakt gekommen?

Ja, aber ich hatte mich schon früh an der Schauspielschule beworben, da war ich 15. Ich bin zweimal im Jahr nach Leipzig gefahren zu einem Förderkurs, der interessierten Jugendlichen die Möglichkeit gegeben hat, ein bisschen in die Theaterwelt hinein zu schnuppern. Mit 17, kurz bevor ich in die USA gegangen bin, habe ich dann die Aufnahmeprüfung gemacht, daher konnte ich direkt nach meiner Rückkehr an der Schauspielschule weitermachen.

Reisen Sie noch in die USA?

Ja, öfter. Aber arbeiten tue ich dort momentan nicht. Ich würde auch nicht so einfach dorthin ziehen, ich fühle mich als Europäer und schätze die europäische Kultur, obwohl ich L. A. oder New York interessant finde. Doch da ist man natürlich auch ein Schauspieler unter sehr vielen. Für einen konkreten Job würde ich dort wohnen, aber nicht, um da herum zu sitzen.

Sie sind als Thomas Wlaschiha hingefahren und als Tom zurückgekommen. Was hatte sich noch verändert?

Ich selber habe das gar nicht so stark gemerkt, aber man wächst daran, dass man ein Jahr auf sich selbst gestellt ist. Unabhängig war ich aber schon früh. Als ich mich zum Beispiel an der Schauspielschule beworben habe, habe ich meine Eltern vorher nicht gefragt.

Was haben Ihre Eltern im Nachhinein dazu gesagt?

Sie waren gefasst. (Lacht.) Natürlich hatte ich das vorher schon einmal erwähnt. Mir war früh klar, dass ich etwas Künstlerisches machen wollte. Die erste Idee war Musik. Da wurde mir aber schnell bewusst, dass man sein Leben dem sehr unterordnen muss, weil man wahnsinnig diszipliniert sein muss. Das muss man als Schauspieler auch. (Lacht) Aber die Schauspielerei ist anders, sozialer, weil man mit vielen Menschen in Kontakt kommt und nicht allein im Zimmer sitzt und mit dem Instrument übt.

Singen Sie?

Ja, schon, aber es ging mir um Klavier. Mein Onkel ist Opernsänger, daher war mein erster Gedanke wohl Musik. Deswegen waren meine Eltern auch nicht so sehr dagegen, weil sie gesehen haben, dass jemand aus der Familie damit Erfolg hatte. Einer, der damit nicht nur seine Brötchen verdienen konnte, sondern auch die Butter.

Aber es ist schon ein Risiko, diesen Beruf zu ergreifen.

Ja, total. Wenn man einen relativen Bekanntheitsgrad erreicht, ist es ein bisschen einfacher, an größere Rollen heran zu kommen. Aber das Risiko ist immer da. Der Beruf ist so schnelllebig, so geschmacksabhängig, und es gibt wahnsinnig viele gute Schauspieler, die man nicht kennt und die keinen Job bekommen. Sie hatten dann nicht das Glück, das auch dazugehört, einen Job zu bekommen.

Haben Sie Angst davor, dass Sie irgendwann keine Jobs mehr bekommen?

Im Moment nicht. Die letzten zwei, drei Jahre lief es gut mit Rollen, die mich fordern. Ich hatte aber auch Phasen, wo ich mehrere Monate herum saß. Neben dem Gedanken, wie man die nächste Miete zahlen soll, hat mich viel mehr belastet, dass ich wahnsinnig viel freie Zeit hatte, die ich gar nicht genießen konnte. Man traut sich nicht, richtig in Urlaub zu fahren, denn es könnte der entscheidende Anruf kommen. Und weil man nicht weiß, wann der nächste Job kommt, traut man sich nicht, das Geld auszugeben, das man noch hat. Daher hatte ich überlegt, ob ich als zweites Standbein studieren soll. Aber ich bin ziemlich absolut in den Dingen, die ich tue. Wenn ich etwas ganz anderes studiert hätte, hätte ich das Schauspiel aufgeben müssen. Weil ich mich dann zu hundert Prozent auf das Studium hätte konzentrieren wollen.

Dann sind Sie ein risikobereiter Mensch ohne zweites Standbein?

Ja, aber ich gehe nur kalkulierbares Risiko ein. Ich mag keine Verantwortungslosigkeit. Man muss sich zwar manchmal in extreme Situationen begeben, um neue Erfahrungen zu machen. Aber ich würde zum Beispiel kein Bungeejumping machen.

Fallschirmspringen?

Das kann ich mir vorstellen.

Wo ist denn da der Unterschied?

Ich habe Höhenangst, aber da springt man zu zweit. Und ich bin relativ technikgläubig. Deshalb hätte ich Vertrauen in die Fallschirme.

Wie ausgeprägt ist Ihre Höhenangst?

Ich bin in der sächsischen Schweiz aufgewachsen. Mein Vater war passionierter Kletterer, wir sind oft wandern gegangen. Aber schon als Kind konnte ich nie direkt an Felsvorsprüngen stehen und herunter gucken. Mein Vater ist allerdings immer bis zur Kante gegangen! Ich habe dabei die Krise bekommen. Wenn ein Geländer da ist, ist das kein Problem. Aber sobald kein Geländer da ist, zieht es mich nach unten. Da bekomme ich weiche Knie.

Ihr Serien-Charakter Sebastian Berger sagt in einer Folge „Crossing Lines“, Schlaf wird überbewertet. Er meint es zwar als Scherz, aber wie sehen Sie das?

Ich schlafe wahnsinnig gern. Das ist mein liebstes Hobby. Es gibt nichts Schöneres, als mal einen ganzen Tag zu verschlafen.

Sebastian Berger ist für die Technik in dem internationalen Ermittlerteam zuständig. Die unvermeidliche Frage ist natürlich: Sind Sie auch privat technikaffin?

Das ist großes Schauspiel. (Lacht) Technisch bin ich im Privatleben nicht so der Experte. Ich kämpfe jeden Tag mit meinem Computer. Das ist auch die größte Herausforderung an der Rolle: Ich habe viel technischen Dialog auf Englisch, mit dem ich auf Deutsch schon Probleme hätte, den ich überzeugend vermitteln muss. Aber das macht Spaß. Denn die Serie ist eine gute Mischung aus Krimi und Dramaserie mit spannenden Kriminalfällen, und die Figuren haben neben ihrer Tätigkeit als Ermittler alle einen persönlichen Hintergrund.

Sebastian ist spielsüchtig.

Ja, das war meine Idee. Wir haben einen Showrunner und Autoren am Set, die das Drehbuch für die Folgen entwickeln. Es gab zwar erste Drehbücher, aber dann wurden wir gefragt, wie wir uns unsere Rollen vorstellen. Das kenne ich aus Deutschland nicht, da sind die Drehbücher von Anfang an gesetzt, sie werden kaum während des Drehs verändert. Es macht aber besonderen Spaß, wenn man gemeinsam an der Entwicklung der Charaktere arbeiten kann. Wäre Sebastian nur ein positiver Charakter gewesen, hätte mich das nicht interessiert.

Warum ausgerechnet Spielsucht, haben Sie eine Affinität dazu?

Nein, ich mache nur Bundesligawetten aus Spaß. Ich dachte, das passt einfach gut zu ihm, da er ja viel Zeit vor dem Computer verbringt und die Zeit dann auch in diese Richtung nutzt.

Haben Sie privat Verständnis für kleine Süchte wie die Zigarette nach dem Essen?

Ich glaube, ein Mensch, der keine Sucht hat, ist eher langweilig. Eine Sucht wird nur gefährlich, wenn man sich nicht mehr kontrollieren kann. Ich rauche ab und zu, kann mich aber bremsen. Mein Großvater ist 97 geworden, obwohl er geraucht hat. Sein Motto war, man kann alles machen, aber in Maßen.

Und halten Sie sich daran?

Ja. (Lacht) Ein bisschen.

Sebastian Berger hat auch mit den dunklen Seiten seiner Kollegen zu kämpfen. So muss er verkraften, dass sein Vertrauen missbraucht wird. Wie gehen Sie privat mit Vertrauensbrüchen um?

Vertrauensbrüche sind schwierig. Ich habe eine sehr hohe Toleranzgrenze und gebe Menschen generell eine zweite oder dritte Chance. Aber es gibt Sachen, da würde ich eine Grenze ziehen. Wenn jemand zum Beispiel meine SMS liest oder E-Mails, da wäre für mich Schluss.

Neben den Unterschieden beim Entwickeln der Figuren für eine Serie, was ist bei deutschen Produktionen noch anders?

Wir haben gute Regisseure, gute Schauspieler und gute Drehbuchautoren, aber es fehlen der Mut und die Risikofreude, etwas Neues umzusetzen. Es wird lieber auf etwas zurückgegriffen, das bereits funktioniert hat. Es werden Formate kopiert und die Kreativität wird beschnitten, sodass meistens Mittelmaß herauskommt. Weil es nicht die Bereitschaft gibt, eine extreme Geschichte auf unkonventionelle Art zu erzählen, mit dem Risiko, dass sie vielleicht nicht erfolgreich ist. In Deutschland wird immer versucht, Programm für alle zu machen. Das kann nicht funktionieren. Die Amerikaner haben es natürlich einfacher, weil sie mehr Sender haben, und die Bezahlsender müssen sich eh nicht an die Quote halten. Es gibt aber auch in Europa andere Länder mit anderen Strukturen. In Skandinavien gibt es so gute Fernsehserien. Warum bekommen wir das nicht hin? Das wurde zwar schon oft gesagt, aber das liegt an den Strukturen in Deutschland. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind riesige Apparate, die teilweise verkrustet sind. Wo die Leute berechtigterweise Angst haben, ihren Job zu verlieren, wenn die Quote nicht stimmt. Dann wird oft der Weg des geringsten Risikos gegangen.

Ein positives Beispiel eines erfolgreichen deutschen Formats ist der ZDF-Mehrteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ über den Zweiten Weltkrieg.

Davon müsste es viel mehr geben. Darüber wurde gesprochen, sie war gut produziert mit spannenden Charakteren und deshalb wurde sie ins Ausland verkauft. Zum einen müsste es in Deutschland mutigere Formate wie dieses geben, zum anderen müssten die Sender auf die Bedürfnisse der Zuschauer eingehen. Die Sehgewohnheiten haben sich geändert, die Leute wollen sich nicht mehr einen bestimmten Abend in der Woche frei halten, um eine neue Folge der Lieblingsserie zu sehen, sondern alle Folgen am Stück. Dann weichen die Leute auf andere Wege aus. Daher ist es für die Sender schwer, mit dem Internet zu konkurrieren, aber ...

... Sie haben Hoffnung.

Ich habe durchaus Hoffnung! Aber man darf nicht vergessen, dass die amerikanischen Serien den großen Vorteil haben, dass sie auf Englisch gedreht sind. Sie sind international vermarktbar. Dann kann man natürlich ein größeres Risiko eingehen, wenn man weiß, es verkauft sich. Generell wird in Deutschland nur für den deutschen Markt produziert.

Eine erfolgreiche Serie aus dem Ausland ist „Game of Thrones“. Sie haben in der zweiten Staffel eine kleine wiederkehrende Rolle gespielt, im April wird bereits die vierte Staffel weltweit ausgestrahlt. Wie erklären Sie sich den Erfolg dieser Fantasy-Serie?

Sie kommt zur richtigen Zeit. Momentan gibt es eine Fantasy-Welle, davor gab es mal eine Vampir-Welle. Die Romanvorlagen von G. R. R. Martin sind großartig geschrieben, in Amerika hatten die Bücher großen Erfolg. Es sind tolle Charaktere, und es ist eine komplett andere, detailliert ausgearbeitete Welt, in der man sich verlieren kann.

Sehen Sie sich die Filme und Serien auch an, in denen Sie mitspielen?

Ja, das war am Anfang zwar ungewohnt, weil einem das Bewusstsein für die eigene Wirkung fehlt. Doch ich habe dadurch viel gelernt und mich weiterentwickelt.

Sie synchronisieren sich auch selbst, wie empfinden Sie das?

An meine Stimme habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Ich versuche, das selbst zu machen, denn wenn Dich jemand anderes in Deiner Sprache synchronisiert, ist das noch absurder. Da kann man leicht eine Persönlichkeitsspaltung bekommen. (Lacht)

Wie ist das mit Ihrem deutschen Akzent, wenn Sie Englisch sprechen: Ist das störend bei der Bewerbung für Rollen?

Der deutsche Akzent ist ein Alleinstellungsmerkmal. Ich komme für ganz viele Rollen nicht infrage, aber für einige hingegen schon. Engländer oder Amerikaner muss ich auch nicht spielen, da gibt es genug Muttersprachler.

Bei Jaqen H’ghar, Ihrer Rolle in „Game of Thrones“, hat der Akzent nicht gestört.

Er sollte sogar einen Akzent haben. In der ersten Ausschreibung war aber anfangs von einem östlichen Akzent die Rede.

Was ist ein östlicher Akzent?

Das habe ich mich auch gefragt. (Lacht) Daher habe ich versucht, einen russischen Akzent rein zu bringen. Aber als ich die Rolle hatte, sagten sie, sprich doch bitte einfach so, wie Du sprichst.

Als Jaqen haben Sie eine Perücke getragen.

Ja, aber ich hatte mit 24 schon einmal lange Haare. Das war mir irgendwann zu pflegeaufwendig. Die Haare waren schulterlang, sodass ich im Theater noch eine Stunde früher in die Maske musste, das war lästig. Deshalb habe ich sie abschneiden lassen, dadurch hatte ich eine Stunde Schlaf mehr. (Lacht)

Dank „Game of Thrones“, Komödien wie „Frisch gepresst“ und jetzt „Crossing Lines“ sind Sie ziemlich bekannt geworden. Können Sie noch unerkannt durch Berlin oder London laufen?

Ich werde schon ab und zu erkannt, aber ich kann noch unerkannt U-Bahn fahren. Das fände ich schlimm, wenn ich mir überlegen müsste, wo ich hingehe. Das ist in Deutschland aber generell entspannter.

Wo geht die Reise in Zukunft mit Ihnen hin?

Demnächst bin ich noch für einen Monat in Marseille, um das Ende der zweiten Staffel von „Crossing Lines“ zu drehen. Danach geht es wieder nach Berlin. Im Moment finde ich gerade alles sehr schön. Ich habe gute Jobs gemacht, es macht Spaß, sich Sachen aussuchen zu können. Das ist zum ersten Mal in meinem Leben so. Also mal gucken, wohin die Reise noch geht.

Alle Samstagsinterviews gibt es in unserem Themen-Spezial.

Vita: Tom Wlaschiha wird am 20. Juni 1973 in Dohna, Sachsen, als Thomas Wlaschiha geboren. Sein Onkel ist der Opernsänger Ekkehard Wlaschiha. Ansonsten ist wenig über das Privatleben des Schauspielers bekannt, da er sich bei persönlichen Fragen bedeckt hält. Mit 17 Jahren geht er für ein Austauschjahr nach Neuengland, USA. Er studiert von 1992 bis 1996 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Am Theater in Dresden, Berlin, Zürich und Frankfurt am Main steht er in Klassikern von Tschechow, Schiller und Shakespeare auf der Bühne. Neben Auftritten in Serien wie „Die Rettungsflieger“, „Die Sitte“, „Küstenwache“ und „Eine für alle – Frauen können’s besser“ spielt er in den Filmen „Verliebte Jungs“, „Krabat“ und „Frisch gepresst“ mit. Tagesgagen gibt es für Hollywood-Produktionen wie „München“, „Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat“ und „Rush“, wo seine Auftritte meistens der Schere zum Opfer fallen. 2012 das Engagement für die Serie „Game of Thrones“, anschließend bekommt er eine der Hauptrollen in der internationalen Krimi-Serie „Crossing Lines“. Seit Herbst 2013 steht er als Sebastian Berger für die zweite Staffel von „Crossing Lines“ in Prag und Marseille vor der Kamera. Der 40-Jährige pendelt zwischen Berlin und London hin und her.


Die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ des US-Kabelsenders HBO basiert auf den Romanen von George R. R. Martin. Produzenten sind David Benioff („Troja“, „X-Men Origins: Wolverine“) und D. B. Weiss. In der zweiten Staffel spielte Tom Wlaschiha die Rolle des Attentäters Jaqen H‘ghar, der für Arya Stark als Dank für seine Rettung drei Männer ermordet. Bislang ist eine Rückkehr seines Charakters nicht vorgesehen. Im April 2014 startet die Ausstrahlung der vierten Staffel. Die Krimi-Serie „Crossing Lines“ ist eine internationale Produktion des französischen Senders TF1, des US-Senders NBC und Sat.1. Die erste Staffel, in der Tom Wlaschiha den technikaffinen Polizisten Sebastian Berger aus Berlin spielt, wurde im August 2013 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Zurzeit steht Tom Wlaschiha unter anderem mit Donald Sutherland und William Fichtner für die zweite Staffel vor der Kamera.

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