31.08.2013, 04:03 Uhr

Bekannte „Plus-Size“-Bloggerin Authentische Mode-Tipps von Alegra Schminke

Auf dollface.de bloggt Alegra Schminke über Mode für „Plus-Size“-Frauen. Screenshot: NOZ/dollface.deAuf dollface.de bloggt Alegra Schminke über Mode für „Plus-Size“-Frauen. Screenshot: NOZ/dollface.de

Osnabrück. Authentische Modetipps für Frauen mit Übergröße: Alegra Schminke ist eine von wenigen deutschen „Plus-Size“-Bloggerinnen, dafür aber eine der bekanntesten. Wir haben die Bloggerin nach ihrem Werdegang und ihrem Blog-Alltag befragt.

Seit wann bloggen Sie?

Mit dem Bloggen habe ich begonnen, weil ich mich zum einen für Modeblogs (vor allem aus Frankreich) schnell begeistern konnte und ich ein bisschen „Leerlauf“ und Langeweile während einer vorlesungsfreien Zeit hatte, das ist schon einige Jahre her.

Nimmt das Bloggen sehr viel Zeit in Anspruch?

Der Blog schluckt sehr viel Zeit, sodass ich es mir, da es mein Hobby ist, nicht immer leisten kann, die Zeit zu investieren, die dafür nötig wäre. Das fällt mir sehr schwer – doch ein guter Blogeintrag kann mit allem drum und dran schon zwei bis drei Stunden in Anspruch nehmen.

Woher bekommen Sie die Kleidung, die Sie vorstellen? Werden Sie von einem Shop oder einer Marke gesponsert?

Fast täglich kontaktieren mich Firmen, um entweder Produkt- und Markeninformationen (hauptsächlich ungefragt) zu senden, mir Produkte zum Zweck von Reviews zum Beispiel anzubieten. Manchmal kommt auch eine Kooperation zustande, sodass ich bestimmte Teile oder ganze Outfits der Marke an mir zeige. Ich erhalte die Kleidung oder die Accessoires, und im Gegenzug erwähne ich den Online-Shop, in den meisten Fällen. Es ist so, dass Blogs nach wie vor eine attraktive und oftmals billige Werbeplattform für Firmen darstellen – inwieweit man sich dafür hergibt, ist eine sehr schwierige Entscheidung. Ich selbst verdiene durch Anzeigenschaltung ein kleines bisschen dazu. Meine Haltung gegenüber beziehungsweise Erfahrungen mit einer Marke oder einem Shop gebe ich meistens recht ungefiltert weiter, sodass meine Leser/Innen mich immer noch wiedererkennen; plumpe Advertorials gibt es bei mir nicht.

Stört Sie die Bezeichnung „Plus-Size“-Bloggerin, weil es eigentlich egal sein sollte, welche Kleidergröße man (frau) trägt?

Ich störe mich an der Bezeichnung „Plus-Size“ eigentlich nicht, ebenso wenig wie dick – das ist nun einmal, wie ich aussehe, beziehungsweise bezeichnet es, dass ich eine Kleidergröße trage, die größer als 38 ist.

Gibt es dank Aktionen wie von der Bloggerin Journelle #609060 oder dem Vorstoß der Brigitte, mit „normalen“ Models zu arbeiten, ein Umdenken in der Szene?

Es gibt in der Tat einige Aktionen, die den Ball ins Rollen bringen, da viele Hersteller den lukrativen Markt (Berichten zufolge werden wir ja alle stets dicker) erkennen und ihren Teil vom Kuchen haben möchten. Das ist an sich keine schlechte Entwicklung, da vor allem in Deutschland die Idee von der modebewussten dicken Frau noch ein Novum ist, weshalb es auch hier weitaus weniger, dennoch grandiose Blogs rund ums Thema gibt. Ich selbst durfte auch schon einmal für die Brigitte modeln (mit neun weiteren tollen, normalgewichtigen Bloggerinnen), allerdings hat es diese Fotostrecke nicht ins Heft geschafft, da diese mit der Zeit der Rückkehr zu „richtigen“ Models in der Brigitte zusammentraf. Diese Bewegung hat also leider nicht gefruchtet, obwohl ich sicher bin, dass viele Leserinnen die Aktion toll und wertvoll fanden.

Haben Sie als Bloggerin Einfluss auf die Modeszene?

Ich habe den Eindruck, dass ich persönlich keinen großen Einfluss auf die Mode nehmen kann, aber trotzdem suchen besonders seit letztem Jahr viele Hersteller (Bonprix z.B.) und gar Designer (Anja Gockel hat kürzlich auch eine „Plus-Size“-Linie gelauncht) das Gespräch, um einen Eindruck zu gewinnen, was ich mit meiner Kleidergröße gerne tragen möchte und mir von der Modeindustrie wünsche. Die „Curvy-is-Sexy“-Messe, die erstmals parallel zur Berliner Fashion Week im Juli stattfand, steht auch sinnbildlich für ein neues Bewusstsein über Mode jenseits der Modelmaße – das war ein nettes Aha-Erlebnis.

Auf Ihrem Blog habe ich viele positive Kommentare zu Ihren Outfits gelesen, aber gibt es auch Neider oder bösartige Kommentare?

Glücklicherweise verirren sich scheinbar ausschließlich Leser/Innen auf meinen Blog, denen das gefällt, was ich dort zeige. Mich überrascht das selbst, da ich ja viel Angriffsfläche biete. Die paar negativen Kommentare bisher habe ich nicht persönlich genommen, ein Mal habe ich drüber geschmunzelt, ein einziges Mal etwas gelöscht, meistens antworte ich aber darauf, weil ich der Meinung bin, dass man über alles reden kann. Neider und Menschen, die mich nicht leiden können, lese ich, wenn überhaupt, leider eher vereinzelt auf anderen Plattformen. Damit beschäftige ich mich aber nicht so viel.

Ihre Blogeinträge wirken sehr persönlich und authentisch. Wie viel Alegra Schminke steckt in Ihrem Blog?

Ich meine, dass mein Blog durchaus eine sehr persönliche Seite ist. Ich erzähle dort nicht (mehr) von privaten Ausflügen oder privaten Angelegenheiten, die Menschen in meinem Leben betreffen, aber immerhin kennt doch jeder meinen Kleiderschrank und weiß, wie ich aussehe. Für mein Empfinden ist mein Blog sehr authentisch, aber das können andere Leute bestimmt besser bewerten.

Welche anderen Blogs lesen Sie?

Die Liste an Blogs, die ich gern lese, wäre an dieser Stelle zu lang (sie gibt es aber auf meinem Blog zum Nachlesen), aber ich möchte die liebe Katha von kathastrophal.de , die inzwischen eine liebe Freundin ist, sowie Louise (misspandora.fr), Letitizia (letilor.blogspot.com ), Lauren (pocketrocketfashion.com) und Stéphanie Zwicky nennen, die mich allesamt immer wieder inspirieren. Fasziniert bin ich von Zooey Deschanel und ihrem Kleidungsstil. Ich verliere schnell das Interesse an Blogs, die keine Persönlichkeit aufweisen und lese dann dort nicht mehr mit.


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