Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
19.04.2017, 16:14 Uhr THEATER AN DER RUHR ALS HEIMAT

Mülheimer Modell mit arabischen Künstlern

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Neue Heimat für arabische Künstler: Das Theater an der Ruhr in Mülheim. Foto: dpaNeue Heimat für arabische Künstler: Das Theater an der Ruhr in Mülheim. Foto: dpa

Osnabrück. Arabische Künstler finden am Theater an der Ruhr eine neue Heimat. Das Theater wird zur Werkstatt, Flüchtlinge zu Akteuren - so funktioniert Integration mit Kultur.

Arabische Künstler docken am Mülheimer Theater an der Ruhr an. Wo auch sonst? Das von Roberto Ciulli gegründete Haus versteht sich als Alternative zum klassischen Stadttheater. Die Mülheimer Macher touren ständig, suchen den Kontakt zu anderen Kulturen, denken eher in Projekten als in Spielplänen. Wer ein solches Konzept fährt, wird ein arabisches Künstlerkollektiv als Partner in die eigene Arbeit einbeziehen und nicht nur als bloßen Gast betrachten. Hier weiterlesen: Künstlerpaare zwischen Symbiose und Konkurrenz.

Das Mülheimer Modell zeichnet Wege für die Integration von geflüchteten Menschen vor. Sie mit Kulturangeboten erreichen zu wollen ist ein honoriges Ziel. Der bessere Weg besteht darin, sie nicht nur als Adressaten, sondern vor allem als Akteure zu sehen. Genau das geschieht jetzt in Mülheim. Hier weiterlesen: Wie im Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum eine Impressionisten-Ausstellung entsteht.

Diese Arbeitspraxis wird allerdings auch die Kulturhäuser verändern. Die Mülheimer führen vor, wie ein Theater nicht nur als Spielstätte, sondern noch mehr als Produktionsort verstanden werden kann. Außerdem bringen die Kulturmacher mit ihren Projekten die Künste zusammen. Wichtiger als Spartendenken ist das Interesse an ungewöhnlichen Kontakten der Künste und ihren Ausdrucksmöglichkeiten.


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