19.04.2017, 12:21 Uhr

Sparkasse sponsert das Projekt Kunsthalle Bremen: Freier Eintritt für Kinder

Mehr Kinder ins Museum: Das soll mit freiem Eintritt besser gelingen. Im Bild: Kinder besuchen die Sammlung der Kunsthalle Bremen. Foto: Karen BlindowMehr Kinder ins Museum: Das soll mit freiem Eintritt besser gelingen. Im Bild: Kinder besuchen die Sammlung der Kunsthalle Bremen. Foto: Karen Blindow

Bremen. Freier Eintritt in Museen: Mit diesem Projekt experimentieren verschiedene Häuser. Jetzt gewährt die Kunsthalle Bremen Kindern und Jugendlichen kostenlosen Zugang.

Vorerst bis Ende 2017 haben Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren in der Kunsthalle Bremen freien Eintritt. Das gilt für die ständige Sammlung und im Jahr 2017 auch für alle Sonderausstellungen, etwa die Präsentation mit Werken Max Beckmanns, die im Herbst beginnt. Die Sparkasse Bremen ersetzt als Sponsor die entgangenen Eintrittsgelder. Nach Auskunft des Museums soll aber eine längerfristige Zusammenarbeit angestrebt werden. „Erklärtes Ziel der Kunsthalle ist eine Öffnung des Hauses für neue Zielgruppen“, heißt es in einer Mitteilung der Kunsthalle Bremen. Mit dem kostenlosen Eintritt für Kinder und Jugendliche soll nach den Worten von Museumssprecherin Jasmin Mickein auch für Familien der Besuch erschwinglicher werden. Die Kunsthalle will mit der Maßnahme auch ihre Besucherzahlen steigern. 2016 kamen rund 93000 Besucher ins Haus. Die am 26. Februar 2017 beendete Ausstellung Max Liebermanns zog 85000 Besucher an. Hier weiterlesen: Kunst und Sport - Max Liebermann in der Kunsthalle Bremen.

Museum weiter öffnen

„Gerade im Kindes- und Jugendalter ist die intensive Auseinandersetzung mit Kunst ein wichtiges Mittel zur Entwicklung der visuellen Kompetenz, Kreativität und des kritischen Denkens“, sagt Kunsthallen-Direktor Christoph Grunenberg laut der Mitteilung. Gerade deshalb dürfe die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an Kultur nicht an Eintrittsgeldern scheitern, wird Grunenberg weiter zitiert. Der Museumschef sieht die Gewährung des freien Eintritts als Teil einer Strategie, mit der das Haus für neue Zielgruppen geöffnet werden soll. Dabei geht es auch um neue Formen der Kunstvermittlung für junge Besucher. Hier weiterlesen: Künstlerpaare zwischen Symbiose und Konkurrenz.

Deutlich mehr Besucher

Neben der Kunsthalle Bremen gewähren auch andere Museen freien Eintritt in ihre Sammlungen. Nach Auskunft von Sprecherin Yvonne Dänekamp ist der Eintritt in die Sammlungen des Essener Museum Folkwang seit Juni 2015 frei. Das von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung laut Museumsangabe mit rund einer Million Euro geförderte Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angesetzt. „Wir verzeichnen seitdem einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen“, sagte Dänekamp auf Anfrage weiter. Im ersten Jahr besuchten nach den Angaben mehr als 100000 Menschen die Sammlungen des Hauses. Das bedeutete eine Verdoppelung der Besucherzahlen. Hier weiterlesen: Wie im Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum eine Impressionisten-Ausstellung entsteht.

Besuch attraktiver machen

Freien Eintritt bis 30: Diesen Kurs fährt die Kunsthalle Bielefeld. Seit November 2016 gewähre das Haus freien Eintritt für alle Besucherinnen und Besucher bis 30 Jahren, sagte Sprecherin Anne Kaestner auf Anfrage. Die Kosten trage der Förderverein der Kunsthalle, der damit ein früheres Angebot für jüngere Mitglieder ersetzt habe. Da in Bielefeld überwiegend Wechselausstellungen und weniger Sammlungsbestände gezeigt werden, gilt dieses Angebot für beide Bereiche. Mit dem Angebot des freien Eintritts wollen Museen vor allem mehr Besucher in die ansonsten nur mäßig beachteten Ausstellungen der eigenen Sammlungsbestände locken. Hier weiterlesen: Lehrer der US-Stars - Bielefeld zeigt Hans Hofmann.


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