18.04.2017, 19:20 Uhr

Sophie Zelmani mit neuem Album Sanfter Pop aus Schweden


Osnabrück. Auf „My Song“ tröstet Sophie Zelmani mit gewohnt berührendem Songwriter-Pop und vertreibt wie nebenbei ein paar Läuse.

Manchmal sind die zurückhaltenden Zeitgenossen diejenigen, die einem am meisten im Gedächtnis bleiben. So wie Sophie Zelmani. Die scheue Musikerin lebt extrem zurückgezogen auf einer schwedischen Insel und veröffentlicht doch alle paar Jahre ein neues Album. „My Song“ ist ihr zwölftes Werk. Das selbstbetitelte Debütalbum bescherte der Schwedin 1996 den direkten Durchbruch – obwohl ihr damaliger Freund ihre sanften Popperlen als viel zu langweilige einstufte.

Der 45-Jährigen gelingt es mit ihrem sanften, von Folk, Americana und Singer/Songwriter beeinflusstem Pop zu überzeugen. Dabei ist es die universelle Zeitlosigkeit, mit der Zelmani ihre Hörer für sich einnimmt, wie die unaufgeregte Melancholie, die ihre Songs umweht: manchmal nur von der sparsam gespielten Akustikgitarre ihres Langzeitproduzenten Lars Halapi begleitet („I Wonder“), in der Gesang und Instrument einander in Sicherheit wiegen, dann wieder mit üppigerem Arrangement und sogar Backgroundgesang sowie Soundspielereien („My Song“). „When Times are bad“ ist eine tröstende Hymne für alle Trübsinnigen, und auch ein Titel wie „The happy Woman cries“ suggeriert, dass es das Glück nicht ohne Schattenseiten gibt.

Wobei man sich am Ende von „My Song“ eigentlich gar nicht mehr an die Laus erinnern kann, die einem womöglich zuvor über die Leber gelaufen ist.


Sophie Zelmani „My Song“ (Oh Dear Recordings/Cargo Records)

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