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20.03.2017, 17:21 Uhr KOMMENTAR

Kein Ort für Parteipolitik

Kommentar von Christine Adam

The Museum of Modern Art in New York protestiert gegen Trumps Einreiseverbot. Foto: Peter Foley/dpaThe Museum of Modern Art in New York protestiert gegen Trumps Einreiseverbot. Foto: Peter Foley/dpa

Osnabrück. Sicher ist es gut, wenn Präsident Donald Trump deutlich den Gegenwind spürt, den manche seiner Maßnahmen in Amerika hervorrufen. Doch ob nun gerade Museen die idealen Plattformen für einen Protest gegen Trumps Einreisepolitik sind, ist fraglich. Ein Kommentar.

Sicher ist es gut, wenn Präsident Donald Trump deutlich den Gegenwind spürt, den manche seiner Maßnahmen in Amerika hervorrufen. Schließlich regiert er in einer Demokratie und muss deshalb Andersmeinende, besonders in wachsender Zahl, ernst nehmen. Museen sind stark öffentlichkeitswirksame Einrichtungen. Ob nun gerade sie die idealen Plattformen für einen Protest gegen Trumps Einreisepolitik sind, ist fraglich. Kunst ist erst einmal kein parteipolitisch gefärbtes Forum, sondern eines, in dem freilassend Positionen gegeneinander gehalten und diskutiert werden können. Deshalb leuchtet schon eher die Haltung des Washingtoner Hirshorn-Museums ein, das eine politische Positionierung bei den einzelnen Künstlern sieht, aber nicht bei Museen.

Anders ist die Situation, wenn es um die Finanzierung geht: Trump hat starke Kürzungen im Kulturetat angekündigt. Das geht die Museen unmittelbar an, betrifft die Möglichkeiten und Qualitäten dessen, was sie ausstellen können. Hier müssen sie Position beziehen dürfen und fragen, welchen Stellenwert Kunst in einem Amerika Donald Trumps haben soll.


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