02.12.2016, 12:29 Uhr

TV-Kult als Neuauflage Viel Herz und Humor: „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“


juer Osnabrück. Die modernisierte Realverfilmung „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ verzichtet zwar auf den Charme des alten Puppenspiels, bietet aber viel Herz und Humor.

Im Jahre 1967 veröffentlichte der Sylter Bildhauer und Schriftsteller Boy Lornson sein erstes Buch. „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ wurde auf Anhieb ein Erfolg. Der WDR sicherte sich damals die Rechte und verfilmte die Buchvorlage als aufwendiges, äußerst charmantes Puppentrickspiel. Zweieinhalb Jahre dauerten die Dreharbeiten unter der Leitung von Drehbuchautor und Regisseur Armin Maiwald, heute besser bekannt aus der „ Sendung mit der Maus “. Dann flimmerte die TV-Adaption erstmals 1972 über die Mattscheiben. Ein TV-Kult war geboren.

Rechtzeitig kurz vor dem 50. Geburtstag der Buchvorlage feiert jetzt die stark modernisierte Neuverfilmung des Kinder- und Jugendbuchklassikers ihre Leinwandpremiere. Nicht mehr als Puppenspiel. Dafür aber mit einer hochkarätigen Besetzung und dem unveränderten Appell an unveräußerliche Werte wie Familie und ganz besonders natürlich Freundschaft.

Fiese Mitschüler

Dabei hat der elfjährige Tobias „Tobbi“ Findeisen (Arsseni Bultmann) zunächst überhaupt keine Freunde. In der Schule wird der clevere Tüftler nach allen Regeln fieser Mitschüler gemobbt. Und in seiner Freizeit zieht er sich einsam zurück und erfindet allerlei nützliche Dinge, die von seiner besorgten Mutti (Jördis Triebel) in deren Werkstatt zusammengeschraubt und von seinem Papi (Ralph Caspers) in der Küche geschätzt werden.

Eines Tages plumpst Tobbi der kindliche Roboter Robbi aus dem Weltraum direkt vor die Füße – der Beginn einer wahren Freundschaft und eines unglaublichen Abenteuers. Mit ihrem selbst gebauten „Fliewatüüt“, einem Gefährt, das fliegen, schwimmen und fahren kann, geht es bis zum Nordpol. Dort drohen Robbis Eltern, die Batterien auszugehen! Aber auch der böse Großkonzern Plum Pudding hat es auf die außerirdische Technologie abgesehen. Zwei gerissene Geheimagenten sollen Robbi aufspüren, entführen und dessen einfühlsames Roboterherz entreißen, um damit zum Marktführer in Sachen Computertechnologie aufzusteigen. Dahinter steckt ein ganz böses Kalkül. Wenn jeder Mensch ein Smartphone mit Gefühl hat – wer braucht dann noch Freunde?

Für Kinder der 1970er Jahre dürfte die modernisierte Realverfilmung des einstigen Puppenspiels „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen. Aber diese Neuadaption von Jan Berger (Buch) und Wolfgang Groos (Regie) verdient eine Chance. Nicht nur, weil sie viel Herz und Humor offenbart. Sondern auch, weil sie der kindlichen Hauptfigur mit ihren Sorgen, Nöten und Hoffnungen viel Zeit für eine Einführung gibt und somit eine echte Identifikationsfigur schafft, bevor die abenteuerliche Handlung einsetzt.

Sharon Schalldämpfer vs. Brad Blutbad

Auch wenn die anderen Charaktere neben Tobbi (und Robbi) dann relativ blass bleiben – zwei Figuren werden insbesondere dem älteren Publikum in Erinnerung bleiben. Das sind die beiden „Superagenten“ Sharon Schalldämpfer ( Alexandra Maria Lara ) und Brad Blutbad ( Sam Riley ), die in einem skurrilen Wettstreit für eine gelungene Agentenparodie sorgen. Dass sie sich dabei zanken wie ein altes Ehepaar hat selbstverständlich rein gar nichts mit der Tatsache zu tun, dass Lara und Riley im wirklichen Leben bereits seit verflixten sieben Jahren miteinander verheiratet sind.


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