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30.11.2016, 18:03 Uhr ZUR KRITIK AN PRESSEBALL-MAGAZIN

Mit Flüchtlings-Satire Grenzen getestet

Kommentar von Waltraud Messmann

Für die Satire des Almanach 2016 über das gegenwärtige Flüchtlingsthema hagelt es Kritik. Das Foto zeigt einen Einsatz der 13. Crew der Sea Watch-2 Ende Oktober 2016 im Mittelmeer. Am morgen wurde ein Schlauchboot mit ca. 130 Menschen an Bord gemeldet. Alle Menschen konnten unversehrt geborgen werden. Die „Sea Watch“ rettet erschöpfte Fluechtlinge aus dem Mittelmeer. Foto: epdFür die Satire des Almanach 2016 über das gegenwärtige Flüchtlingsthema hagelt es Kritik. Das Foto zeigt einen Einsatz der 13. Crew der Sea Watch-2 Ende Oktober 2016 im Mittelmeer. Am morgen wurde ein Schlauchboot mit ca. 130 Menschen an Bord gemeldet. Alle Menschen konnten unversehrt geborgen werden. Die „Sea Watch“ rettet erschöpfte Fluechtlinge aus dem Mittelmeer. Foto: epd

Osnabrück. Für den „Schwimmschule für Flüchtlinge“-Beitrag im Heft des Bundespresseballs hagelt es zurecht Kritik. Die Intention des Beitrags wurde verfehlt. Ein Kommentar.

Bitte jetzt keine intellektuelle Diskussion über die Grenzen von Satire! Der Beitrag „Schwimmkurse für Flüchtlinge“ in dem Almanach zum Bundespresseball ist schlicht menschenverachtend. Und dass ausgerechnet die Bundespressekonferenz als Herausgeber des Pamphlets dermaßen danebengreift, ist mehr als peinlich. Mindestens ebenso peinlich ist die Begründung der Autoren, man habe mit dem Beitrag in überspitzender Form auf die Tausenden Toten im Mittelmeer aufmerksam machen wollen. Wäre es den Verfassern wirklich um deren Schicksal gegangen, hätte es sicher bessere und effektivere Wege gegeben.

So liegt die Vermutung nahe, dass die Autoren vor allem von ihrem persönlichen Ehrgeiz getrieben wurden. Sie wollten offenbar schaffen, was vermutlich fast unmöglich ist: nämlich am Thema des Flüchtlingsdramas im Mittelmeer die Grenzen der Satire auszutesten, ohne dabei Grenzen zu überschreiten. Das ist ihnen allerdings nicht gelungen. Aber immerhin wissen sie jetzt, wo ihre eigenen Grenzen liegen.

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