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28.11.2016, 18:57 Uhr DER POPSTAR UND DIE KREATIVITÄT

Was ist schon normal? Lady Gaga hat einen Wunsch

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Wer ist sie wirklich? Sinnlose Frage. Lady Gaga hat tausend Kunstgesichter - von ruppig bis zuckersüß. Foto: dpaWer ist sie wirklich? Sinnlose Frage. Lady Gaga hat tausend Kunstgesichter - von ruppig bis zuckersüß. Foto: dpa

Osnabrück. Lady Gaga möchte gern normal sein. Aber verträgt sich das mit ihrer Kreativität? Sicher nicht. Normalität wäre für die Musikerin das Ende.

Was ist im Umfeld von Lady Gaga, in ihrer Musik und ihren Videos noch normal? Eigentlich nichts, wenn mit dem Wörtchen normal der belastungsfreie, aber auch unkreative Mainstream des Lebens gemeint ist. Lady Gaga nur als Popsängerin zu sehen wäre zu kurz gegriffen. Sie funktioniert als Gesamtkunstwerk permanenter Neuerfindung. Hier weiterlesen: David Bowie - der Musterfall des Kreativen.

Stefani Joanne Angelina Germanotta mag sich nach Normalität sehnen. Aber für Lady Gaga, so ihr Künstlername, wäre Normalität das Ende. In ihrem Video „Perfect Illusion“ mag sie die Unmöglichkeit wahren Gefühls betrauern und sich dafür unter lauter tanzende, ganz normale Menschen mischen. Hier weiterlesen: „Tote Hosen“ - das Riesenfoto vom Rockkonzert .

In Wirklichkeit bleibt sie auch im Augenblick der ersehnten Tuchfühlung mit dem Durchschnittsleben die Kunstfigur aus dem Video „Applause“ – immer im Tempo pausenloser Verwandlung vom Glam Girl bis zum schwarzen Schwan. Menschen wollen normal sein, Menschen wollen anders sein. Lady Gaga lebt diesen Konflikt – extrem und stellvertretend für Millionen. Hier weiterlesen: Durch Mauern gehen - die Autobiografie des Kunststars Marina Abramovic.


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