Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
26.02.2016, 16:18 Uhr NACH PROTEST VON RICHTER

Kommentar zum Museumsstreit: Rufschaden für Leverkusen

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Weltweit bedeutender Künstler: Der Maler Gerhard Richter. Foto: dpaWeltweit bedeutender Künstler: Der Maler Gerhard Richter. Foto: dpa

Leverkusen. Mit der Museumsschließung will Leverkusen Geld einsparen. Der Proteststurm kostet hingegen Image. Womöglich kommt das teurer als das Plus im Haushalt.

Es ist davon auszugehen, dass eine Schließung des Museums von Protesten begleitet sein wird“: So kühl kommentiert die Unternehmensberatung KPMG ihren Vorschlag, das Museum Morsbroich zu schließen. Die Proteste sind jetzt da. Und sie haben mit der Wortmeldung von Gerhard Richter ein dramatisches Ausmaß erreicht. Hier weiterlesen: Der Protest von Gerhard Richter.

Denn der Name Gerhard Richters zieht – für die Stadt Leverkusen nun leider in die falsche Richtung. Jetzt geht das negative Bild der Stadt um den Globus. Der Name der Chemiestadt verbindet sich ab sofort nicht mehr nur mit dem Aspirin, sondern auch mit einer Museumsschließung – welch destruktive Kombination.

Leverkusens Kommunalpolitiker haben den Ruf ihrer Stadt beschädigt. Sie haben zugelassen, dass eine Unternehmensberatung so herablassend über Kultureinrichtungen spricht, dass die Demotivation von Mitarbeitern und Bürgern unausweichlich ist. Wer engagiert sich jetzt noch in Leverkusen? Das Klima der Stadt ist vergiftet. Dieser Rufschaden kostet – mehr als Einsparungen bringen. Hier weiterlesen: Worum geht es? Die Kontroverse um das Museum Morsbroich.


0 Kommentare