Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
06.12.2015, 17:53 Uhr IS VERDIENT MILLIONEN

Antikenhandel: Käufer endlich belangen

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Er klagt reiche Kunstkäufer an: Archäologe Michael Müller-Karpe im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz. Foto: dpaEr klagt reiche Kunstkäufer an: Archäologe Michael Müller-Karpe im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz. Foto: dpa

Osnabrück. Der Westen schickt Kampfjets gegen den Islamischen Staat. Gleichzeitig verkauft der IS geraubte Antiken an westliche Händler. Wann wird solcher Kauf endlich geahndet?

Nach den Terroranschlägen von Paris geht es mit Kampfjets gegen den sogenannten Islamischen Staat. Doch während der Westen militärisch gegen die Islamisten vorgeht, laufen deren Geschäfte mit dem Westen glänzend. Die fanatischen Krieger verkaufen nicht nur Öl für Millionen, auch der Antikenhandel läuft glänzend. (Hier weiterlesen: Thema Raubkunst - Hermann Parzinger im Interview) .

Denn im Westen gibt es einen florierenden Markt für geraubte Kunstschätze. Die Antiken kommen im Aktenkoffer – wie praktisch. Wer da zugreift, versorgt nicht nur Terroristen mit Geld. (Hier weiterlesen: Werte des Westens - Freiheit in Zeiten des Terrors) .

Die Käufer beteiligen sich auch an der Zerstörung glanzvoller Kulturstätten. Der IS zertrümmert nicht einfach sinnlos, er zerdeppert Antiken zu handlicher Handelsware. Wann werden die Abnehmer solcher Stücke endlich belangt? Solange das nicht geschieht, nützen auch Kampfjets nichts.


1 Kommentar