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14.08.2015, 06:30 Uhr FÜNFTE AUSGABE STARTET 2017

Skulpturprojekte Münster: Gegen die Nettigkeitsfalle

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Das Kuratoren-Team der Skulpturen Projekte Muenster 2017, Marianne Wagner (l), Kasper König (mM) und Britta Peters (r) stehen am in Münster (Nordrhein-Westfalen) auf dem Dach des LWL-Museums vor dem Dom. Foto: dpaDas Kuratoren-Team der Skulpturen Projekte Muenster 2017, Marianne Wagner (l), Kasper König (mM) und Britta Peters (r) stehen am in Münster (Nordrhein-Westfalen) auf dem Dach des LWL-Museums vor dem Dom. Foto: dpa

Münster. 2017 starten die fünften Skulpturprojekte in Münster. Was haben die Kuratoren vor? Sie müssen vor allem Reibungspunkte gegen die Konsensfalle setzen. Ein Kommentar.

Die Skulpturprojekte hatten 1977 einen idealen Start. Das Kunstformat begann mit einem saftigen Streit um Kunst und ihre Akzeptanz. Heute gibt es um das Münsteraner Ausstellungsereignis keinen Streit mehr. Bislang vier Ausgaben haben 40 Kunstwerke im Stadtraum hinterlassen. Alle, wirklich alle mögen die Skulpturprojekte.

Steckt das Format in der Konsensfalle fest? Auch wenn das Kuratorenteam sich sträubt – natürlich sind die fünften Skulpturprojekte 2017 als Event für das Stadtmarketing fest eingeplant. Hunderttausende werden dann wieder Kunst beim Spaziergang oder per Fahrrad erkunden. Es wird alles sehr nett sein, mindestens so nett wie die Schauseite Münsters. Die Skulpturprojekte – ein Sympathieträger wie die Wilsberg-Krimis oder der Münster-Tatort mit Thiel und Börne? Das wäre allerdings eine Horrorvorstellung.

Es ist an Kasper König, Britta Peters und Marianne Wagner, mit ihren kuratorischen Entscheidungen für Reibungspunkte zu sorgen. Das läge im Interesse der Kunst und der Stadt selbst. Denn die Geschichte der Skulpturprojekte zeigt, dass Klassiker immer mit einem Skandal gestartet sind.


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