25.10.2014, 09:54 Uhr

Fans unterstützen Kabarettisten Migrationsforscher Bade kritisiert Dieter Nuhr scharf

Dieter Nuhr. Das Foto entstand im Dezember 2013 in der Osnabrück-Halle. Archivfoto: Hermann PentermannDieter Nuhr. Das Foto entstand im Dezember 2013 in der Osnabrück-Halle. Archivfoto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Kabarettist Dieter Nuhr zieht inzwischen nicht nur Kritik von Muslimen und Religionswissenschaftlern auf sich. Auch Migrationsforscher Klaus J. Bade attestierte Nuhr wegen seines fortgesetzten Spotts über den Islam mangelndes Verständnis für die Religion.

„Da verwechselt einer den Islam mit dem Islamischen Staat“, sagte Bade der „Welt“. „Das hat in etwa so viel miteinander zu tun wie eine Kuh mit dem Klavierspiel.“

Nuhrs Äußerungen seien ebenso falsch wie dumm, kritisierte Bade. „Pauschale Diffamierungen anstelle von Differenzierungen schaffen nur neue Schreckensbilder, die dem mehrheitlich liberalen europäischen Islam das Wasser abzugraben versuchen.“

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, zeigte sich verärgert über die Aussagen Nuhrs. Dennoch riet er dazu, Ruhe zu bewahren. „Ich empfehle, gelassen zu bleiben“, sagte Mazyek ebenfalls der „Welt“. „Wenn Herr Nuhr meint, den Koran nach fundamentalistischer Lesart in der Funktion eines Satirikers auslegen zu müssen, dann muss er das selber verantworten, und man muss ihn nicht noch verklagen und ihm so einen Werbeblock umsonst liefern.“

Hintergrund ist eine Anzeige des Osnabrücker Muslims Erhart Toka gegen Nuhr. Toka wirft ihm vor, Religionsgemeinschaften zu beleidigen und hat zu einer Demonstration vor dem Auftritt des Künstlers in der Osnabrückhalle an diesem Samstag aufgerufen.

Zahlreiche Fans verteidigten Nuhr auf seiner Facebookseite vehement. Es sei wichtig, dass jemand die „Wahrheit“ ausspreche, heißt es dort unter anderem. Nuhr solle sich nicht unterkriegen lassen, macht ihm ein anderer User Mut. Innerhalb kürzester Zeit erhielt Nuhr eine immense Anzahl an „Likes“ auf seinen Post, in dem er unter anderem schreibt: „Bin von Islamisten als „Hassprediger“ angezeigt worden, weil ich den Koran richtig zitiert habe. Bitte um regelmäßige Besuche im Gefängnis!“ Auch die Berichterstattung der NOZ über die Anzeige kritisiert Nuhr dort.


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