17.12.2013, 07:00 Uhr

André Lindhorst: So fing alles an „Schulterschluss für die Kunsthalle“

André Lindhorst in der Kunsthalle Domonikanerkirche. Foto Jörn MartensAndré Lindhorst in der Kunsthalle Domonikanerkirche. Foto Jörn Martens

Osnabrück. Nach 22 Jahren nimmt André Lindhorst Abschied von der Kunsthalle Osnabrück. Im Interview hält er Rückschau. Teil eins: Schwieriger Start.

Wie fing sie an, Ihre Geschichte mit der Kunsthalle Dominikanerkirche?

Ich hatte schon Ausstellungen in der Stadt gemacht, unter anderem die ständige Ausstellung zur Archäologie im Kulturgeschichtlichen Museum. Ich war danach ein Jahr als Archäologe in Herford und habe mich dann auf die Leitung der Kunsthalle beworben. Der zweite Kulturentwicklungsplan hatte ja vorgesehen, die Dominikanerkirche als Kunsthalle einzurichten und damit Kultur für ein Oberzentrum zu bieten. Ich habe mich auch sofort mit der Kunsthalle sowie der Künstlerförderung und der Galerie an der Bocksmauer beschäftigt.

Und 1992 haben Sie dann sofort den Umbau der Halle bewältigt …Und 1992 haben Sie dann sofort den Umbau der Halle bewältigt …Und 1992 haben Sie dann sofort den Umbau der Halle bewältigt …Und 1992 haben Sie dann sofort den Umbau der Halle bewältigt …

Ja, allerdings. Ich habe vor allem sofort angefangen, Dialoge Osnabrücker Künstler mit Künstlern im Ausland zu organisieren. Nebenbei ging es darum, die Infrastruktur der Kunsthalle zu verbessern. Allerdings mussten auch Gespräche mit den Vereinen geführt werden, die in der Kunsthalle noch ausstellten, vom Bund Bildender Künstler über die IG Medien bis zu den Krippenfreunden. Es gab damals noch jedes Jahr eine Ausstellung mit Singvögeln. Als ich zum ersten Mal in die Halle kam, zwitscherten 5000 Vögel um mich herum. Die Vereine wollten natürlich am liebsten an dem Ort bleiben. Ich wollte hingegen das Kunstprogramm umsetzen. Ich habe da schon harte Gespräche führen müssen.

Wie war die Arbeit in und für die Kunsthalle?

Ich hatte am Anfang starke Unterstützung von Marianne Schirge, der damaligen Leiterin des Osnabrücker Kulturamtes. Wir sind zusammen viel herumgefahren, haben uns Künstler angesehen und Kontakte geknüpft. Damals gab es einen größeren Schulterschluss für die Kunsthalle, als das später der Fall war. Es war auch noch mehr Geld da – vor den Haushaltssperren, die dann kamen. Man fühlte einen bestimmten Rückenwind.

In späteren Jahren konnte man ja nicht immer den Eindruck haben, dass die Kunsthalle entschlossen unterstützt wurde, oder?

Das hatte aber auch damit zu tun, dass es am Anfang noch ein anderes kuratorisches Gefüge gab. Der Museums- und Kunstverein hat sich engagiert, namentlich durch Gottfried Woldering und Heribert Schulz. Ich habe nicht zu viele Ausstellungen gemacht, konnte mich auf die einzelnen Projekte mehr konzentrieren. Es gab mehr Kooperation. Dann war ich aber in der Pflicht, pro Jahr acht oder neun Ausstellungen zu machen. Es hat auch Spaß gemacht. Nur wie stemmt man das?

Und wie sind Sie mit dem Budget zurechtgekommen?

Ich habe immer sehr viel Geld für die Ausstellungsetats besorgen müssen. Vor allem seit der Finanzkrise wurde das immer schwerer , weil die Firmen nicht mehr so selbstverständlich gesponsert haben . Immerhin hat ein gutes Netzwerk an Kooperationspartnern geholfen. Dabei habe ich immer wieder auf mein Berliner Netzwerk zurückgegriffen. Darüber habe ich gute Künstler für Osnabrück gewinnen können, etwa den Maler Bernd Schwarting und Miriam Vlaming.

Aber Sie haben in der Kunsthalle wirklich überall mit angepackt, nicht?

Ja, das gilt vor allem für die Kunsttransporte, auch wenn man das nicht immer gern macht. Das ging nur ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr, weil die rechtlichen Absicherungen immer schwieriger wurden. Auch die Auflagen von Versicherungen sind bei solchen Transporten nicht unerheblich. Zum Glück ist nie etwas passiert.

Teile zwei und drei des Interviews folgen.


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