10.04.2005, 22:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

15 Jahre auf dem Weg zu Varus

EINE AUSSTELLUNG am Museumsturm: Museumsleiterin Heidrun Derks erläutert die Konzeption.EINE AUSSTELLUNG am Museumsturm: Museumsleiterin Heidrun Derks erläutert die Konzeption.

"Die Spur führt nach Kalkriese" ist auf einem Banner zu lesen. Es wurde in 40 Meter Höhe auf der obersten Plattform des Museumsturms im Varusschlacht-Park im Bramscher Ortsteil Kalkriese unweit von Osnabrück installiert. Das großformatige Prospekt auf Lkw-Planenmaterial hängt an der ersten von elf Stationen, die den Besuchern das Thema der aktuellen Sonderausstellung "Kalkriese - 15 Jahre Archäologie" vermitteln sollen.

Neben dem chronologisch aufgebauten Abriss über die Geschichte des Varusschlacht-Projekts, der in den drei Ebenen des Museumsturms von oben nach unten präsentiert wird, sind im Park weitere 17 Banner-Stationen eingerichtet worden, auf denen Fragen zum allgemeinen Themenkomplex "Was ist Archäologie?" beantwortet werden. Auf dem Gelände bei Osnabrück fand im Jahr 9 n. Chr. nach übereinstimmender Meinung vieler Experten die legendäre Varus-Schlacht statt.

"Wir nutzen das fünfzehnjährige Bestehen des Projekts, um die Geschichte der Grabungen und die Hintergründe ausführlich zu beleuchten", erklärt Varusschlacht-Geschäftsführer Christian Jaletzke. Die Entscheidung, den Museumsturm als Ausstellungsfläche zu nutzen, bedeutete jedoch, keine festen Einbauten installieren zu können, so dass auf Vitrinen, Schaukästen und Ähnliches verzichtet werden musste. Daher realisierten Museumsleiterin Heidrun Derks und Grafikerin Gabriele Dlubatz die Ausstellung mit zwei Schau-Komponenten: Einmal die bereits erwähnten elf vier Meter hohen Banner, die die Etappen des Projekts in Wort, Bild und Dokumentabbildungen darstellen.

Daneben werden die dem jeweiligen Zeitabschnitt entsprechenden Funde als Abbildungen gezeigt, die als quadratische Plexiglasplatten in die Doppel-T-Träger der Turmkonstruktion geklammert wurden, ohne dass dafür Löcher in den Stahl gebohrt werden mussten. "So wird die bauliche Substanz des Turms nicht beschädigt", erklärt Frau Derks. Gerade so korrespondieren die "Exponate" aber auch mit den architektonischen Gegebenheiten des extravaganten Museumsgebäudes.

"Warum in die Ferne schweifen?" wird dagegen auf einem Banner im Parkgelände gefragt, denn um Archäologie hautnah erleben zu können, brauche man nicht ins Tal der Könige in Ägypten oder an den Ätna zu reisen.

In Kalkriese werden darüber hinaus auch solche Fragen beantwortet: "Was macht der Archäologe im Winter?" oder "Warum mag der Archäologe keine Maulwürfe?" Auf einer Übersichtsplatte sind schließlich die einzelnen Forschungs-Perioden mit den dazu gehörigen Grabungsschnitten und Funden abgebildet. Die spektakulärsten Funde sind als Glaswürfel mit zwei- und dreidimensionalen Laserdarstellungen appliziert.

Info: www.kalkriese-varusschlacht.de. Öffnungszeiten: Mo.-So., 10-18 Uhr.


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