20.04.2017, 09:26 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Schafskälte 2017 Was ist die Schafskälte 2017 und wann kommt sie?

Ein Schäfer steht mit einem Regenschirm neben seiner Schafherde. Für bereits geschorene Schafe kann die Schafskälte 2017 gefährlich werden. Foto: Uwe Zucchi/dpaEin Schäfer steht mit einem Regenschirm neben seiner Schafherde. Für bereits geschorene Schafe kann die Schafskälte 2017 gefährlich werden. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Berlin. Schafskälte 2017: Anfang Juni 2017 fürchten viele Bauern wieder Temperatureinbrüche. Denn für Schafe, die dann schon geschoren sind, kann die Wetterlage bedrohlich werden. Sieben Fakten zur Schafskälte.

Im Jahr 2017 könnte die Schafskälte wieder zuschlagen. Pünktlich zu Anfang Juni brechen die Temperaturen ein. Für frisch geschorene Schafe – daher der Name Schafskälte – kann das kalte Wetter gesundheitsbedrohlich sein. Aber was ist die Schafskälte eigentlich? Sieben Fakten zu einem berüchtigten Wetterphänomen.

1. Unter Schafskälte versteht man einen Temperatureinbruch, der in Mitteleuropa um den 11. Juni herum gemessen wird – nicht jedes Jahr, aber immer wieder.

2. Den Namen Schafskälte trägt das Wetterphänomen, weil Schafe zu diesem Zeitpunkt traditionell schon geschoren wurden – und nun durch die Kälte ernstlich bedroht sein können. Mutter- und Jungtiere werden später geschoren, um Stress und Auskühlung zu verhindern.

3. Ursache der Schafskälte sind feucht-kalte Luftströme aus dem Nordwesten, die das Thermometer um fünf bis zehn Grad Celsius sinken lassen.

4. Deutschland ist von der Schafskälte besonders betroffen. (Mehr zu Wetterphänomenen: Was sind die Eisheiligen?)

5. Die Schafskälte 2017 ist eine „meteorologische Singularität“. Der Begriff bezeichnet auffällige Abweichungen im Verlauf von Wetterphänomenen wie Temperatur oder Niederschlag, die im langjährigen Mittel liegen – also zu bestimmten Zeitpunkten im Jahr immer wieder auftreten. Außer der Schafskälte kennen die immerwährenden Kalender den Märzwinter, die Eisheiligen, die Hundstage, den Altweibersommer, den Martini-Sommer und das Weihnachtstauwetter. Wetterausschläge, die unvorhergesehen und nicht regelmäßig auftreten, nennt man dagegen Anomalie.

6. Ob die Schafskälte 2017 tatsächlich eintrifft, kann der Deutsche Wetterdienst laut Meteorologe Andreas Friedrich erst rund eine Woche vorher zuverlässig vorhersagen. Im Jahr 2015 prognostizierte der Deutsche Wetterdienst eine unterdurchschnittliche Lufttemperatur (im Zeitraum vom 10. bis zum 12. Juni) und überdurchschnittlichen Niederschlag. Tatsächlich wüteten heftige Unwetter in Nordrhein-Westfahlen. (Wetter als Schulstoff? Deutscher Wetterdienst rät zu Klimaerziehung.)

7. Doppelte Schafskälte in Österreich: Im Alpenraum tritt die Schafskälte sogar an zwei Terminen auf. Nach einem Kälteeinbruch zwischen dem 3. und dem 5. Juni folgt oft ein weiterer an den Tagen zwischen dem 15. und dem 21. Juni. Die Almbetriebe Salzburgs, Kärntens, Tirols und Vorarlbergs machen sich dann auf Neuschneemengen von bis zu 50 Zentimetern gefasst. (Weiterlesen: Sommer 2016: „Es hätte besser sein können“)


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