18.04.2017, 11:36 Uhr

Abgabe bis zum 31. Mai möglich Finanztipp: Mit der Steuererklärung Geld vom Staat zurückholen

Aufwendig war gestern: Mit einer Steuersoftware lässt sich die Steuererklärung bequem von zu Hause erledigen. Foto: dpaAufwendig war gestern: Mit einer Steuersoftware lässt sich die Steuererklärung bequem von zu Hause erledigen. Foto: dpa

Schondorf. Alle Jahre wieder graut es vielen Steuerzahlern: Bis zum 31. Mai müssen sie ihre Steuererklärung beim Finanzamt abgeben. Doch die Mühe lohnt sich meist – und es gibt allerlei Unterstützungsangebote.

Beim Thema Steuererklärung schrecken viele Menschen zurück. Warum eigentlich? Denn in jedem Jahr lässt sich damit innerhalb von wenigen Stunden viel Geld verdienen – mittlerweile sogar bequem und unkompliziert am PC von zu Hause aus.

Erstattung: Immerhin durchschnittlich 901 Euro bekamen unbeschränkt Steuerpflichtige 2012 vom Fiskus zurück, so die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Geht man davon aus, dass eine Steuererklärung innerhalb von vier Stunden erledigt ist, macht das einen stolzen Stundenlohn von rund 225 Euro. In den meisten Fällen lagen die Erstattungen zwischen 100 und 1000 Euro.

Pflicht oder Kür: Längst nicht jeder ist zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet. Arbeitnehmer, die 2016 nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt waren und keinerlei Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen wie zum Beispiel Eltern- oder Krankengeld erhielten, sind nicht zum Ausfüllen der Steuerformulare verpflichtet.

Doch wenn sie zum Beispiel Kirchensteuer gezahlt haben, hohe Werbungskosten geltend machen können oder nur einige Monate gearbeitet haben, lohnt sich die Mühe, die Formulare auszufüllen. Haben Arbeitnehmer neben ihrem üblichen Gehalt noch Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro eingestrichen, dann haben sie keine Wahl. Gleiches gilt, wenn sie im vergangenen Jahr mehrere Jobs mit Steuerklasse VI hatten, Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eingetragen waren oder Ehepartner die Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit Faktor gewählt hatten. Selbstständige und Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn ihr Einkommen den Grundfreibetrag für 2016 von 8652 Euro (Ledige) bzw. 17304 Euro (Verheiratete) übersteigt.

Abgabetermin: Eigentlich muss die Steuererklärung des vergangenen Jahres bis zum 31. Mai 2017 beim Finanzamt vorliegen. Doch wer sich von einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater helfen lässt, hat bis Ende 2017 Zeit. Wer ohnehin freiwillig die Formulare ausfüllt, hat vier Jahre – bis Ende 2020 – dafür Zeit. Ab der Steuererklärung 2018 verschiebt sich der reguläre Abgabetermin vom 31. Mai auf den 31. Juli.

PC oder Papier: Wer noch die Papierformulare ausfüllt, gehört mittlerweile zu einer Minderheit. Die Mehrheit setzt auf die elektronische Einkommensteuererklärung, denn die Finanzverwaltung hält im Internet unter www.elsteronline.de eine kostenlose Steuersoftware für jedermann parat. Nach Informationen des Bayerischen Landesamtes für Steuern reichten 2016 21 Millionen Bürger ihre Steuererklärung über Elsteronline ein – von 27 Millionen insgesamt. Pluspunkt: Die Finanzämter stellen in Aussicht, dass sie online erhaltene Steuererklärungen zügiger abwickeln.

Steuerberater: Wer lieber auf einen Steuerberater setzt, für den gibt es gute Nachrichten: Seit Juli 2016 darf man mit dem Steuerberater über sein Honorar verhandeln. Bislang galt eine gesetzlich definierte Honorarhöhe. Eine Änderung der Steuerberatergebührenverordnung vom 23. Juli 2016 eröffnet jetzt die Möglichkeit, ein individuelles Honorar auszuhandeln. Der neue Verhandlungsspielraum gilt für alle Dienstleistungen des Steuerprofis, die nicht vor Gericht erbracht werden.

Lohnsteuerhilfevereine: Manche Steuerzahler können sich das Honorar für den Steuerberater sparen – sie fahren mit der Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein deutlich günstiger. Das kostet als Jahresbeitrag etwa 150 Euro. Per Gesetz dürfen die Vereine nur Steuerzahler beraten, die als Arbeitnehmer, Beamte, Pensionäre, Rentner, Auszubildende oder Arbeitslose Lohn, Rente oder Lohnersatzleistungen bezogen haben. Daneben dürfen Vereinsmitglieder maximal 13.000 Euro (Ehepaare 26.000 Euro) an Kapitalerträgen, Veräußerungsgewinnen und Mieteinnahmen erzielt haben. Die Beratung von Selbstständigen ist den Vereinen untersagt.

Tipp: Auch die Kosten für die Steuerberatung lassen sich zum Teil als Werbungskosten geltend machen.


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