03.09.2013, 18:30 Uhr

Kein Telefon bis sieben Jahre Belgien verbietet Handys für Kinder

a:2:{s:7:a:2:{s:7:"default";s:175:"2011 nutzte jedes vierte Kind in Deutschland zwischen sechs und sieben Jahren ein Handy oder Smartphone. Im Jahr zuvor war es nur etwa jedes sechste Kind. Foto: Imago";s:36:"3ba09086-c182-497e-b4a5-04b17e2d4ee6";s:166:"2011 nutzte jedes vierte Kind in Deutschland zwischen sechs und sieben Jahren ein Handy oder Smartphone. Im Jahr zuvor war es nur etwa jedes sechste Kind. Foto: Imago";}

Brüssel. Als erstes Land der Welt will Belgien den Verkauf von Handys und Smartphones an Kinder unter sieben Jahren verbieten. Das Verkaufsverbot soll in sechs Monaten in Kraft treten.

Die belgische Gesundheitsministerin Laurette Onkelinkx hat ein entsprechendes Gesetz dem Brüsseler Parlament zugeleitet. Sie begründet das bevorstehende Verkaufsverbot für Handys und Smartphones an Kinder, die jünger sind als sieben Jahre, mit „unvorhersehbaren Risiken für die Kinder“. Obwohl die Ministerin die „unvorhersehbaren Risiken“‘ nicht namentlich nennt, meint sie damit die möglicherweise von Handys und Smartphones ausgehende elektromagnetische Strahlung. Das ist zwar bisher nicht zweifelsfrei bewiesen, aber auch die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte 2011, dass die von Mobilfunkgeräten ausgehende Strahlung möglicherweise krebserregend sein könnte. Das Risiko sei sehr gering, ganz auszuschließen sei es aber nicht, so die WHO damals.

„Es gibt bisher überhaupt keinen Beweis dafür, dass die elektromagnetische Strahlung, die von Mobilfunkgeräten ausgeht, krebserregend ist“, behauptet Eric van Rongen, Professor für elektromagnetische Felder. „Es ist außerdem nicht erwiesen, dass Kinder, die mit dem Handy häufig telefonieren öfter einen Hirntumor bekommen als Kinder, die kein Handy benutzen. Auch dass das Gehirn von Kindern weniger strahlenresistent ist als das Gehirn von Erwachsenen, ist bislang noch nicht bewiesen worden“, meint der Wissenschaftler.

Ähnlich argumentiert auch Ronald van der Graaf von der „Plattform elektromagnetische Felder“: „Der Gesetzgeber sollte keine allgemeinen Verkaufsverbote erlassen. Den Eltern sollte besser selbst überlassen werden, ob sie ihren Kindern ein Handy oder Smartphone kaufen oder nicht.“ Nach Meinung von van der Graaf ist der Einfluss auf das soziale Verhalten eines Kindes, das ein Handy hat, viel größer als die Gefahr, die möglicherweise von einer elektromagnetischen Strahlung des Mobilfunkgeräts ausgehen könnte. „Die Eltern sollten sich fragen, ob das Kind noch genug Schlaf bekommt, wenn es das Handy abends unters Kopfkissen legt und es hört, dass ständig neue Berichte eingehen, und deswegen nicht einschlafen kann.“

In den Niederlanden denkt man nicht daran, dem Vorbild Belgiens zu folgen, und den Verkauf von Mobilfunkgeräten an Kinder unter sieben Jahren zu verbieten. In Österreich und in Frankreich ist der Gebrauch von Handys in der Schule untersagt. In Deutschland unterscheiden sich die Regelungen von Schule zu Schule. Meist gibt es ein Handyverbot im Unterricht, in den Pausen wird die Benutzung häufig geduldet. Einige Schulen haben aber auch ein sehr striktes Verbot. In den USA sind Handys für Kinder derzeit der große Verkaufsschlager.

Laut dem Statistik-Portal statista.de hatten 2011 23 Prozent der sechs- bis siebenjährigen Kinder, also fast jedes Vierte, die Möglichkeit ein Handy oder Smartphone zu nutzen. 2010 waren es noch 17 Prozent. Fast 80 Prozent Belgien verbietet Handys für Kinder der Kinder und Jugendlichen nutzen das Handy vorwiegend für SMS und Telefonie, wie die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien berichtet. 97 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben demnach ein Handy.


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