01.12.2016, 16:20 Uhr

Opec will weniger Öl fördern Weniger Öl-Exporte: Werden Benzin und Heizöl nun teurer?

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) will weniger Öl fördern – was bedeutet das für Benzin- und Heizölpreise? Foto: dpaDie Organisation erdölexportierender Länder (Opec) will weniger Öl fördern – was bedeutet das für Benzin- und Heizölpreise? Foto: dpa

Osnabrück. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) will weniger Öl fördern, der Heizölpreis ist als Reaktion darauf bereits gestiegen. Werden Benzin und Heizöl auch auf Sicht teurer?

Werden die Benzinpreise nach dem OPEC-Beschluss steigen?

Theoretisch ja, praktisch nicht unbedingt. Klar ist: Die Entwicklung der Benzinpreise ist vor allem vom Ölpreis abhängig. Niedrige Ölpreise bedeuten auch niedrige Benzinpreise und umgekehrt. Ein verknapptes Öl-Angebot führt bei gleichbleibender Nachfrage zu steigenden Preisen – soweit die Theorie. Offen ist, ob sich alle Länder an die Opec-Entscheidung halten. „Möglicherweise brechen einzelne Länder aus dem Beschluss aus und sorgen damit für eine weitgehende Wirkungslosigkeit“, sagte ADAC-Pressesprecher Andreas Hölzel unserer Redaktion. Autofahrer profitierten immer noch von einem insgesamt relativ niedrigen Ölpreis. „Auch Benzin und Diesel sind so günstig wie zuletzt 2009“, so Hölzel.

Wird Heizöl teurer?

Der Heizölpreis ist seit dem Opec-Beschluss im bundesweiten Durchschnitt bereits um 2,8 Cent auf 56,1 Cent pro Liter gestiegen. Dieser Preis gilt für eine Abnahme von 3000 Litern. Der Marktbeobachter Tecson rechnet für die kommenden Tage mit einem weiteren Anstieg auf bis zu 60 Cent pro Liter. Tecson wertet den Preisanstieg als direkte Reaktion auf den Opec-Beschluss. Wie sich der Preis entwickelt, nachdem der erste Schreck verdaut und die Unruhe an den Rohstoffbörsen abgeflaut ist, sei jedoch nicht vorhersehbar.

Warum sind Vorhersagen so schwer zu treffen?

Der Opec-Beschluss ist zwar gefällt, doch auf den Ölpreis haben noch viele andere Faktoren Einfluss, wie zum Beispiel die Weltkonjunktur oder der Einsatz von Öl-Alternativen. Zum Beispiel haben die USA zuletzt verstärkt auf das umstrittene Fracking gesetzt, um unabhängiger vom Öl zu sein.

Wann werden die Folgen des Opec-Beschluss sichtbar?

Die Opec will ab Januar weniger Öl fördern. Etwa im März werden Zahlen vorlegen, ob und in welchem Umfang sich die Länder daran gehalten haben. Viel hängt jedoch noch von einem Termin am 9. Dezember ab. Dann trifft sich die Opec mit den ölexportierenden Ländern, die nicht dem Öl-Kartell angehören. Sollten diese Staaten nicht bei der Drosselung mitmachen, würde der Opec-Beschluss an Bedeutung verlieren. Russland, das nicht zur Opec gehört, hat bereits angekündigt, dass man dem Beschluss folgen wolle.


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