01.12.2016, 12:11 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Schlag gegen Datendiebstahl Botnetz Avalanche: Netzwerk für Phishing und Betrug aufgedeckt

Rotes Licht für Datendiebe: Ermittlern aus 39 Staaten ist ein internationaler Schlag gegen Datendiebstahl und Internet-Betrug gelungen. Foto: Armin Weige/dpaRotes Licht für Datendiebe: Ermittlern aus 39 Staaten ist ein internationaler Schlag gegen Datendiebstahl und Internet-Betrug gelungen. Foto: Armin Weige/dpa

dpa/wam Lüneburg. Ermittlern aus 39 Staaten ist ein internationaler Schlag gegen Datendiebstahl und Internet-Betrug gelungen. Mit „Avalanche“ sei die wohl weltweit größte Infrastruktur zum Betrieb sogenannter Botnetze aufgedeckt worden, teilten die Staatsanwaltschaft Verden und die Zentrale Kriminalinspektion der Polizeidirektion Lüneburg in der Hansestadt mit.

Auch das FBI und andere US-Behörden seien daran beteiligt gewesen. Zuletzt habe der Schwerpunkt der Kriminellen darin gelegen, Online-Banking-Kunden zu schädigen, hieß es. „Das war ein wichtiger und erfolgreicher Schlag gegen die internationale Cybermafia“, sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius. Die Aktion sei unter niedersächsischer Federführung gemeinsam mit zahlreichen Sicherheitsbehörden, darunter dem FBI und Europol koordiniert worden.

16 Beschuldigte

Allein aus der Führungsebene des kriminellen Netzwerks haben die Ermittler in einer international koordinierten Aktion demnach 16 Beschuldigte identifiziert. Gegen sieben Tatverdächtige wurde Haftbefehl erlassen. Sie gehören zu einem international agierenden Ring von Betrügern, die seit mindestens 2009 die Infrastruktur „Avalanche“ für Phishing-, Spam-Kampagnen und Bankbetrug nutzen.

Fall aus dem Jahr 2014

Der damit verbundene Datendiebstahl war erstmals 2014 bekannt geworden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte damals das Auffinden von rund 16 Millionen kompromittierte Benutzerkonten, die in der Regel aus einem Benutzernamen in Form einer E-Mail-Adresse und einem Passwort bestehe, gemeldet. Mit den E-Mail-Adressen und den zugehörigen Passwörtern versuchten Kriminelle mithilfe eines Botnetzes, sich in E-Mail-Accounts einzuloggen und diese für den Versand von SPAM-Mails zu missbrauchen. Die E-Mail-Adressen waren dem Bundesamt damals von Ermittlungsbehörden übergeben worden, damit die Betroffene informiert werden konnten.

Adressen und Passwörter

Bei den gefundenen Adressen und Passwörtern handelte es sich sowohl um Zugangsdaten zu E-Mail-Konten als auch um Zugangsdaten zu anderen Online-Accounts wie Online-Shops, Internet-Foren oder Sozialen Netzwerken.


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