27.11.2016, 12:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Tipps zum sicheren Internet-Einkauf Black Friday: So erkennen Sie gefakte Onlineshops

Eine Frau liest einen Warnhinweis über Fakeshops auf der Internetseite „Ratgeber Internetkriminalität“ Foto: Julian Stratenschulte/dpaEine Frau liest einen Warnhinweis über Fakeshops auf der Internetseite „Ratgeber Internetkriminalität“ Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Osnabrück. Im Internet tummeln sich zahlreiche Anbieter von Onlineshops. Gerade in der Black-Friday- beziehungsweise Cyber-Monday-Woche wollen die Internet-Händler ihre Kunden mit hohen Rabatten ködern. Fake-Shops locken mit besonders niedrigen Preisen. Der Käufer bezahlt per Vorkasse, geliefert wird aber gefälschte, mangelhafte oder gar keine Ware. Wir geben Tipps, wie Sie gefakte Onlineshops erkennen.

Fake-Shops von echten Onlineshops zu unterscheiden, fällt gerade jetzt in der Black-Friday- beziehungsweise Cyber Monday-Woche besonders schwer, denn nicht nur die Fake-Shops werben mit gigantischen Preisnachlässen, sondern auch die seriösen Anbieter. Damit Sie am Black Friday und Cyber Monday trotzdem sicher im Internet unterwegs sind, geben wir ein paar Tipps, um gefälschte von echten Shops unterscheiden zu können.

Die wesentlichen Punkte, die über die Echtheit eines Online-Shops Aufschluss geben, sind laut Josina Starke, Juristin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, die Bezahlmethode und die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). „Wenn nur per Vorkasse bezahlt werden kann, muss man besonders vorsichtig sein. Gibt es in den AGB zusätzlich keine Widerrufsbelehrung, sollte man lieber die Finger von der Seite lassen“.

In einem Video erklärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen die Vorgehensweise von Fake-Shops und macht deutlich, worauf Sie achten sollten, um einen Online-Shop als Fälschung zu identifizieren.


Im Gespräch mit unserer Redaktion gibt Juristin Josina Starke von der Verbraucherzentrale Niedersachsen folgende Tipps:

  • Den Shop genau betrachten, denn: Fake-Shops sehen oft professionell aus und bewegen sich in der Umgebung von bekannten Onlineshops.
  • Fake-Shops bieten mehrere Bezahlmöglichkeiten an, übrig bleiben jedoch oft nur Vorauskasse, Direktüberweisung oder Versand per Nachnahme. Auf keinen Fall sollten Schnäppchen-Jäger per Vorkasse bezahlen.
  • Fake-Shops bedienen sich übermäßig vieler Vertrauenssiegel oder Hinweisen über Auszeichnungen. Beim Anklicken dieser Siegel sollte eine neue Internetseite mit einer URL des Siegel-Gebers erscheinen. Hat die neue Seite eine gleiche oder ähnliche URL wie die Seite des Online-Shops, ist das ein Hinweis auf einen Fake. Seriöse Siegel-Geber sind zum Beispiel „Trusted Shops“ oder der „TÜV“.
  • Fake-Shops haben oft verdächtig gute Kundenbewertungen.
  • Fake-Shops bieten kaum Kontaktmöglichkeit an. Ist nur ein Postfach oder eine kostenpflichtige Telefonnummer (0900) angeben, sollten Sie den Shop meiden.
  • Schauen Sie ins Impressum. Wenn die Unternehmeridentität unklar ist, dann ist der Online-Shop unseriös.
  • Begehrte Produkte sind in Fake-Shops immer verfügbar.
  • Der Bestellbutton bei Fake-Shops ist oft falsch beschriftet. „Einkaufen“ oder „Weiter“ ist nicht erlaubt.
  • Fake-Schops haben vor dem „https“ in der Adresszeile kein Vorhängeschloss.
  • Schlechtes Deutsch oder Angebotstexte überwiegend auf Englisch weisen auf einen Fake-Shop hin.
  • Werfen Sie einen Blick in die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Fake-Shops schließen das Widerrufsrecht aus oder treffen andere Regelungen zur Warenrückgabe.

Weitere Tipps, um Fake-Shops zu erkennen

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen gibt in einem Merkblatt noch weitere Tipps, um Fake-Shops zu erkennen. Zum Beispiel warnen Hilfsprogramme, auch Add-Ons genannt, wie „Flagfox“ oder WorldIP“ vor unseriösen Webseiten. Auf whois.domaintools.com lässt sich zudem die Internetadresse des Shops überprüfen. Dafür einfach die URL in die Suchmaske eingeben und Sie erfahren, wo der Shop in der realen Welt seinen Sitz hat. Springt dabei eine Adresse in Asien heraus, ist das ein Indiz für einen Fake-Shop.

Außerdem sollten Sie in sozialen Medien oder unabhängigen Bewertungsportalen nach Einträgen über den Online-Shop suchen. Daraus wird schnell klar, ob es sich um einen Fake-Shop handelt.

Wenn Sie sich immer noch nicht sicher sind ob es sich bei dem Online-Shop um einen Fake handelt, dann rufen Sie bei dem Hersteller des Produktes an und fragen, ob er das Produkt in dem Shop verkauft. Manche Hersteller warnen bereits vor Fake-Shops, die fälschlich ihre Produkte anbieten.



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