09.11.2016, 16:34 Uhr

H5N8-Virus breitet sich aus Wie gefährlich ist die Vogelgrippe für Menschen?

Vor allem Wasservögel sind zurzeit von dem Vogelgrippe-Virus betroffen. Foto: dpaVor allem Wasservögel sind zurzeit von dem Vogelgrippe-Virus betroffen. Foto: dpa

Osnabrück. In Schleswig-Holstein breitet sich gerade die Vogelgrippe aus. Wir erklären, wie hoch das Risiko für Menschen ist, an dem H5N8-Virus zu erkranken.

Mehr als 200 tote Wildvögel wurden in Schleswig-Holstein bisher gefunden. Auf der deutschen Seite des Bodensees wurden bisher 30 bis 35 Kadaver gezählt. Schuld am Vogelsterben soll das für Geflügel hochansteckende Grippevirus H5N8 sein. In der Vergangenheit sind auch Menschen immer wieder an der Vogelgrippe erkrankt. Wie hoch ist also die Gefahr, dass sich auch Menschen in Deutschland mit dem Influenza-Virus anstecken? Wir klären auf.

Woher kommt der Erreger so plötzlich?

Es gibt viele verschiedene Erreger der Vogelgrippe. Der Erreger, der sich zurzeit in Deutschland ausbreitet, ist H5N8 und wurde womöglich von Wildvögeln eingeschleppt. Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI), das für Tiergesundheit zuständig ist, wurde der Virus bereits Ende Oktober in Ungarn registriert und Anfang der Woche in Polen. Außerhalb Europas traten im Juni Fälle in Russland auf sowie Mitte Oktober in Indien. Ob die Fälle in einem Zusammenhang stehen ist allerdings noch unklar.

Wie gefährlich ist das Vogelgrippe-Virus für die Menschen in Deutschland?

In der Vergangenheit sind zwar Menschen an verschiedenen Vogelgrippe-Viren erkrankt, bislang allerdings nicht in Deutschland und auch nie am Virustyp H5N8, der zurzeit in Deutschland grassiert. Allerdings kann eine Übertragung auf den Menschen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) nicht ganz ausgeschlossen werden. Besonders gefährdet sind demnach Mitarbeiter in der Geflügelindustrie und Tierärzte, die sich „entsprechend den Vorgaben des Arbeitsschutzes schützen müssen“, schreibt das RKI. Für die breite Bevölkerung werde kein Risiko gesehen.

Wie stecken sich Menschen mit dem Vogelgrippe-Virus an?

Mehr als 800 Menschen haben sich in der Vergangenheit weltweit mit der Vogelgrippe angesteckt, meist mit dem Virustyp H5N1. Die Erkrankungen traten vor allem in Asien, Afrika und im Nahen Osten auf. Etwa die Hälfte der Infizierten starb. Die meisten Erkrankten hatten vorher engen Kontakt mit krankem Geflügel. Das RKI vermutet, dass Säugetiere und Menschen sehr hohe Virusmengen aufnehmen müssen, um überhaupt zu erkranken. Das würde erklären, warum die Vogelgrippe bei Menschen vergleichsweise selten auftritt. Übertragungen der Krankheit von Mensch zu Mensch sind sehr selten, deshalb ist es bisher nie zu einer größeren Ausbreitung der Vogelgrippe unter Menschen gekommen. Es kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden, dass sich die Viren genetisch so verändern, dass auch Menschen leichter erkranken.

Wie kann eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe in Deutschland verhindert werden?

Das FLI empfiehlt unter anderem Jägern, die mit Wildvögeln in Berührung gekommen sind, den Kontakt zu Geflügel zu meiden. Menschen und ihre Haustiere sollten tote oder kranke Wildvögel nicht berühren.

Quellen: Friedrich-Löffler-Institut, Robert-Koch-Institut


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