18.10.2016, 18:00 Uhr

Auf Durstgefühl hören Wie viel sollten wir am Tag trinken?

Wie viel Wasser ist wirklich gesund. Das ist umstritten. Einer Studie zufolge sollen die Menschen auf ihr Durstgefühl hören. Foto: dpaWie viel Wasser ist wirklich gesund. Das ist umstritten. Einer Studie zufolge sollen die Menschen auf ihr Durstgefühl hören. Foto: dpa

Osnabrück. Zwei Liter Flüssigkeit am Tag sollten Erwachsene zu sich nehmen, lautet eine Empfehlung. Einer neuen Studie zufolge reicht es für die meisten aus, zu trinken, wenn man durstig ist.

Wie viel Flüssigkeit ist genug? Seit Jahren wird unter Fachleuten darüber debattiert, wie viel Wasser pro Tag wirklich gesund für den Menschen ist. Die einen meinen zwei Liter seien ausreichend, andere finden, es sollten mindestens drei Liter sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen etwa 1,5 Liter Flüssigkeit durch Getränke zu sich zu nehmen. Bei Kinder und Senioren darf es etwas weniger sein, Schwangere und Stillende sollten etwas mehr trinken.

Risiko für Senioren

Manchen aber fällt es bereits schwer, diese Menge zu trinken. Für Smartphones gibt es deshalb mittlerweile dutzende Apps, die den Nutzer daran erinnern, ein Glas Wasser zu trinken. Besonders Senioren nehmen häufig zu wenig Wasser zu sich. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie dehydrieren, was wiederum zu Konzentrationsstörungen, Stürzen und Thrombosen führen kann.

Mechanismus im menschlichen Körper

Sicher ist also, zu wenig Flüssigkeit ist auf Dauer schädlich, aber auch viel zu viel Wasser innerhalb kurzer Zeit kann zu Krämpfen Übelkeit und im Extremfall sogar zum Tod führen. Eine Studie von Forschern der australischen Monash University in Melbourne kommt zu dem Schluss, dass das Flüssigkeitsbedürfnis von Menschen individuell ist und der eigene Körper selbst weiß, wie viel er benötigt. Zuerst hatte das Portal heilpraxis.net über die Studie berichtet. Den Ausführungen der Forscher zufolge gebe es einen Mechanismus im Körper, der regelt, dass wir nicht zu viel und nicht zu wenig trinken. Das menschliche Durstgefühl reguliert demnach am besten, dass wir nicht zu wenig trinken. Eine Abschwächung des Schluckreflexes würde uns zudem davor schützen, zu viel zu trinken. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) . In Zukunft sind weitere Studien geplant, die die Ergebnisse bestätigen sollen.

Für gesunde Erwachsene mag es ein guter Ratschlag sein, auf sein Durstgefühl zu hören. Doch Senioren oder kleine Kinder haben oft kein Durstgefühl (mehr). Hier ist es wichtig, dass Angehörige oder Pflegepersonal auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.


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