23.09.2016, 09:32 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Änderung beim Hinzuverdienst ab 2017 Was ändert sich mit der Flexi-Rente 2017?

Zu Hause bleiben oder weiter arbeiten? Das Gesetz zur Flexi-Rente 2017 soll es Rentnern leichter machen, in Teilzeit weiterzuarbeiten. Foto: dpaZu Hause bleiben oder weiter arbeiten? Das Gesetz zur Flexi-Rente 2017 soll es Rentnern leichter machen, in Teilzeit weiterzuarbeiten. Foto: dpa

dpa/evo Berlin. Mit der sogenannten Flexi-Rente will der Gesetzgeber Anreize schaffen, zumindest in Teilzeit länger zu arbeiten. Der Gesetzentwurf enthält Änderungen zum Hinzuverdienst und soll 2017 in Kraft treten.

Mehr Menschen sollen zum Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze motiviert werden. Das sieht der Gesetzentwurf vor, der am Mittwoch das Kabinett passiert hat und noch in diesem Monat in die parlamentarische Beratung gehen soll. Mehr als die Hälfte der 60- bis 64-Jährigen ist erwerbstätig. Um Ältere möglichst lange im Erwerbsleben zu halten, soll der Übergang in den Ruhestand flexibler werden.

Welche Regelungen gibt es beim Hinzuverdienst bisher?

Wie viel Rentner neben ihrer Altersrente hinzuverdienen dürfen, hängt von ihrem Alter ab. Haben sie die Regelaltersgrenze bereits erreicht, dürfen sie unbegrenzt hinzuverdienen. Die Regelaltersgrenze wird seit 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Für 1951 Geborene, die 2016 65 Jahre alt werden, beträgt sie 65 Jahre und fünf Monate. Wer bereits vor Erreichen der Altersgrenze in Rente geht und etwas hinzuverdienen möchte, darf zurzeit nicht mehr als 450 Euro monatlich verdienen. Zwei Mal pro Jahr darf auch der doppelte Betrag verdient werden. Wer mehr arbeitet, muss eine Reduzierung der Altersrente in Kauf nehmen. Das erfolgt in Stufen auf zwei Drittel, die Hälfte, oder ein Drittel der vollen Rente. Um wie viel die Rente gekürzt wird, hängt von der Höhe des Hinzuverdienstes ab.

Welche Regelung gilt mit der Flexi-Rente?

Vor Erreichen der Regelaltergrenze dürfen mit der Flexi-Rente 6300 Euro im Jahr anrechnungsfrei hinzuverdient werden. Ist der Verdienst höher, wird der Betrag, der über 6300 Euro hinausgeht, zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Erhöht der Hinzuverdienst auch die Rentenhöhe?

Ja. Wer bereits Rente erhält und weiter in Teilzeit arbeitet, soll zukünftig durch Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber die Möglichkeit erhalten, Arbeitnehmerbeiträge an die Rentenversicherung zu entrichten. Durch die eigenen und die vom Arbeitgeber gezahlten Rentenversicherungsbeiträge soll sich die Rente einmal jährlich erhöhen.

Muss ich nach Erreichen der Regelaltersgrenze einen Rentenantrag stellen?

Nein, sofern der Arbeitgeber den Arbeitnehmer weiter beschäftigen möchte. Wer nach Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters weiter arbeiten will, sollte das frühzeitig mit seinem Arbeitgeber besprechen. Es ist zum Beispiel möglich, die Weiterarbeit auf befristete Zeit anzulegen.

Welche Vorteile hat das für den Arbeitnehmer?

Je länger man arbeitet, desto höher fällt am Ende des Arbeitslebens auch die Rente aus. Wer nach dem Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters weiterarbeitet und keine Rente bezieht, erhält für jeden Monat, den er weiter arbeitet einen Rentenzuschlag in Höhe von 0,5 Prozent. Die Rente erhöht sich innerhalb eines Jahres also um sechs Prozent. Zusätzlich erhöht sich die Rente durch weitere Beitragszahlungen.

Was ist noch geplant?

Etwas, was heute wenig attraktiv ist: die Möglichkeit, Abschläge bei vorgezogenen Altersrenten durch frühere Zahlungen auszugleichen. Der Abzug beträgt 0,3 Prozent pro Monat. Um das auszugleichen, darf man aber erst ab dem 55. Lebensjahr zusätzlich in die Rentenkasse einzahlen. Das soll künftig schon ab 50 möglich sein. Zudem – das ist der SPD wichtig – sollen ältere Arbeitnehmer unterstützt werden, gesund zu bleiben und nicht aus Krankheitsgründen aus dem Arbeitsleben auszuscheiden.

Wie kommt der Gesetzentwurf an?

Sozialverbände und Opposition kritisieren ihn als unzureichend. Die Anreize für Teilrente und Teilzeit blieben zu gering. Kranke und Geringqualifizierte würden zu wenig unterstützt.

Fazit

In Zukunft wird es für ältere Arbeitnehmer, die nach dem Erreichen des regulären Renteneintrittsalters weiter arbeiten möchten, zwei Modelle geben: Entweder sie schieben den Rentenbeginn auf, oder sie stellen einen Rentenantrag und arbeiten als Rentner weiter. Welches Modell sich für wen lohnt, ist sehr unterschiedlich. Experten der Deutschen Rentenversicherung können Rat geben.


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