22.08.2016, 15:54 Uhr

Auswärtiges Amt warnt Schwangere Miami bestätigt Ausbreitung von Zika auf US-Festland

Der Stadtteil South Beach in Miami ist eine Touristenhochburg. Die Behörden des US-Bundesstaates Florida haben eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Zika-Virus in der Region Miami bestätigt. Foto: AFPDer Stadtteil South Beach in Miami ist eine Touristenhochburg. Die Behörden des US-Bundesstaates Florida haben eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Zika-Virus in der Region Miami bestätigt. Foto: AFP

dpa/evo Miami. In der Touristenhochburg Miami Beach ist Zika angekommen: Die dort vorkommenden Mücken können das gefährliche Virus übertragen. Schwangere sollten sich in Acht nehmen.

Die Behörden des US-Bundesstaates Florida haben eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Zika-Virus in der Region Miami bestätigt. Gouverneur Rick Scott sagte, das Virus breite sich sowohl in Miami Beach aus als auch in einer nördlichen Gegend der Stadt. Neu daran wäre die lokale Ausbreitung auf dem US-Festland selbst – und nicht über Reisende, die infiziert aus Zika-Regionen zurückkehren.

Auch Touristendistrikt South Beach betroffen

Gesundheitsexperten hatten schon länger befürchtet, dass Gelbfiebermücken (Aedes aegypti), die das Virus in sich tragen, eine Ausbreitung der Infektion in den USA zur Folge haben könnten. Zuvor hatten sich Betroffene im Land nur bei Reisen in von Zika betroffene Regionen oder beim Sex mit einem infizierten Partner angesteckt.

Das betroffene Gebiet in Miami Beach schließt auch den vibrierenden, stets mit Menschen vollgepackten Touristendistrikt South Beach ein. Unter den neu Infizierten in Miami Beach sind den Angaben zufolge auch Feriengäste.

Strände und Straßen gefüllt wie eh und je

Die neue Entwicklung führte dazu, dass die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) nun auch Schwangeren von Reisen nach Miami Beach abrät. Das ist für die wichtige Tourismusindustrie der Stadt eine schlechte Nachricht. Allerdings waren Strände und Straßen nach Medienberichten am Wochenende gefüllt wie eh und je.

Das Virus kursiert derzeit vor allem in Mittel- und Südamerika und der Karibik. Inzwischen gilt als erwiesen, dass Zika bei Schwangeren schwere Fehlbildungen der Babys und neurologische Schäden verursachen kann (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt. Zum Tod führt eine Ansteckung nur sehr selten.

Sexuelle Übertragungen möglich

In Deutschland wurden nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) seit Oktober 2015 etwa über 100 Zika-Infektionen bei Reiserückkehrern diagnostiziert. In einem Fall wurde eine sexuelle Übertragung des Virus registriert. Seit Mai gibt es eine gesetzliche Meldepflicht für die Infektion. Die Gefahr für eine Ansteckung in Deutschland wird von Experten derzeit als sehr gering angesehen - unter anderem, weil die virusübertragende Gelbfiebermücke hier nicht vorkommt.

Auswärtiges Amt warnt Schwangere

Auch das Auswärtige Amt hat inzwischen reagiert und seine Reise- und Sicherheitshinweise in Bezug auf die USA aktualisiert. „Im Bereich der Stadt Miami und Miami Beach/‎Florida muss von einer lokalen Übertragung der Zikaviruserkrankung ausgegangen werden“, heißt es auf der Homepage der Behörde, und weiter: „Das Auswärtige Amt empfiehlt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, in Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) sowie dem Robert-Koch-Institut von vermeidbaren Reisen in Zika-Virus-Ausbruchsgebiete abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.“

Alle Informationen rund um das Zika-Virus finden Sie unter noz.de/zikavirus


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