20.08.2016, 18:20 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Tierbestattung und „Entsorgung“ Darf ich mein Haustier im Garten begraben?

Zahlreiche Haustiere dürfen im eigenen Garten vergraben werden. Dennoch gilt es, einige Vorschriften zu beachten. Symbolfoto: imago/blickwinkelZahlreiche Haustiere dürfen im eigenen Garten vergraben werden. Dennoch gilt es, einige Vorschriften zu beachten. Symbolfoto: imago/blickwinkel

Osnabrück. Hund, Katze und Kaninchen – alles von ihren Besitzern geliebte Haustiere, deren Freundschaft irgendwann mit dem Tod endet. Doch neben der Trauer haben Herrchen und Frauchen auch mit ganz praktischen Problemen zu kämpfen. Wo darf ich mein Haustier begraben? Unsere Redaktion hat beim Veterinäramt für Stadt und Landkreis Osnabrück nachgefragt.

Dürfen Besitzer ihr Haustier im Garten begraben?

Bei Haustieren unterscheidet man zwischen Heimtieren und Nutztieren. Heimtiere, die normalerweise von Menschen nicht zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt oder gegessen werden , dürfen Besitzer im Garten bestatten. Dazu gehören in Deutschland beispielsweise Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster und Chinchillas sowie Wellensittiche, Amphibien und Reptilien.

Welche Tierarten müssen speziell entsorgt werden?

Grundsätzlich gilt: Schafe, Hühner, Enten und Schweine sind keine Heim-, sondern Nutztiere, die allgemein landwirtschaftlich gehalten und verzehrt werden. Selbst wenn das einzelne Tier, wie Minischweine oder Hausschweine, als Heimtier gehalten wird, ist dennoch die Zugehörigkeit zur Tierart maßgebend.

Besitzer von sogenannten Nutztieren dürfen ihre geliebten Tiere nicht begraben, sondern müssen die Tierkörper bei speziellen Betrieben abgeben. Für die „Entsorgung“ eines Hundes muss der Besitzer beispielsweise dort bis zu 17 Euro zahlen. Für Nutztiere fallen geringere Kosten an: Die Abgabe eines Hausschweines würde rund sechs Euro kosten; eine Kuh acht Euro.

Die Tierkörper werden dort zu Tiermehl und Tierfett verarbeitet, sodass keine Gesundheitsgefahr mehr von ihnen ausgeht. Das Mehl wird dann in Zementwerken und die Fette in der Chemieindustrie verwendet. Im Gebiet für Stadt und Landkreis Osnabrück ist die Firma Rendac Icker in der Engterstraße, Belm-Icker für die „Tierkörperentsorgung“ zuständig; im Emsland die Rendac Lingen in der Ulanenstraße in Lingen.

Wie muss man sein Haustier im Garten begraben?

Tote Heimtiere dürfen auf einem dem Tierhalter gehörenden Gelände beerdigt werden – jedoch nur mehrere Meter von Wasserschutzgebieten entfernt und nicht in unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Wegen und Plätzen. Der Tierkörper muss so vergraben werden, dass eine mindestens 50 Zentimeter dicke Erdschicht den Tierkörper bedeckt. Wenn dem Haustierbesitzer das Gartengelände gehört, braucht keine gesonderte Erlaubnis eingeholt werden.

Kann man ein Haustier einfach im Hausmüll entsorgen?

Da in Deutschland die Pflicht zur sachgerechten Beseitigung besteht, ist dies verboten. Wenn der Besitzer das Haustier nicht ordnungsgemäß beerdigt oder „entsorgt“, droht ein Bußgeld. Wenn durch das unerlaubte Vergraben eines Haustieres die Gesundheit von Menschen oder Tieren oder fremdes Eigentum gefährdet werden, droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe.

Kann ein Hundebesitzer seinen Vierbeiner auch an einem öffentlichen Ort begraben, beispielsweise in dessen Lieblingspark?

Nein, das ist verboten. Ausnahmen setzen voraus, dass dieser öffentliche Ort dafür behördlich zugelassen ist. Beispielsweise gibt es zwei Tierfriedhöfe in der Region Osnabrück – einen in Wallenhorst und einen in Osnabrück-Hellern . Zudem gibt es ein Tierkrematorium in Badbergen, welches Tiere aus der Region Osnabrück und im Emsland einäschert und bestattet. Hier würde beispielsweise die Einzelkremierung einer normalschweren Katze mit Urnenbestattung und gravierter Grabplatte rund 600 Euro kosten. Auch Tierärzte übernehmen die Organisation der Einkremierung. Die Kosten hierfür variieren von Arzt zu Arzt .

Können Mensch und Haustier zusammen bestattet werden?

Theoretisch wäre eine Beerdigung zusammen zwar möglich, aber der entsprechende Friedhof müsste zusätzlich eine Zulassung als Tierfriedhof besitzen und die vom Friedhofsträger erlassene Friedhofssatzung müsste dies zulassen. Solche Mensch-Tier-Friedhöfe gibt es in Deutschland derzeit nur in Essen und in Braubach bei Koblenz.

Mehr lesen: Neue Friedhöfe: Gemeinsames Grab für Mensch und Tier


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