30.07.2016, 16:18 Uhr

Wanderung durch Klimaerwärmung Giftspinne in Deutschland auf dem Vormarsch


Osnabrück. In der Region Berlin-Brandenburg und auch am Oberrhein ist mit dem Ammen-Dornfinger eine Giftspinne auf dem Vormarsch, die auch Menschen gefährlich werden kann. Das berichtet der Naturschutzbund Nabu und mahnt zur Vorsicht.

Die Giftspinne ist eigentlich im Mittelmeerraum zu Hause. „Um Berlin und am Oberrhein ist diese Art aber relativ häufig und breitet sich in den letzten Jahren immer stärker aus,“ erklärt die Deutsche Zoologische Gesellschaft e.V. (DZG). Die Giftspinne sei infolge der Klimaerwärmung vom Mittelmeer zu uns gewandert.

Stechender Schmerz an Bissstelle

Der Ammen-Dornfinger ist in Mitteleuropa die einzige Spinnenart, die dazu in der Lage ist, menschliche Haut mit ihren Kieferklauen zu durchdringen, berichtet der Nabu. Sie injiziere dann ein Gift, das eine Mischung aus gewebe- und blutschädigenden Giften sowie Nervengiften sei. Für den Gebissenen habe das unangenehmen Folgen: Nach Angaben des Nabu tritt an der Bissstelle ähnlich wie bei einem Wespenstich schon nach kurzer Zeit ein stechender Schmerz auf. Da die betroffenen Gliedmaßen extrem anschwellen könnten, sollte unter allen Umständen ein Arzt aufgesucht werden.

Symptome verschwinden nach drei Tagen

In den seltensten Fällen seien neben dem Schmerz auch noch Fieber, Kreislaufversagen, Schwindel, Schüttelfrost oder Erbrechen beobachtet worden, heißt es weiter auf der Webseite der Naturschützer. Bei Allergikern könne der Biss zudem Herzrasen auslösen. Nach etwa drei Tagen seien die Symptome aber meist vollständig verschwunden. Die Bissstelle könne allerdings noch längere Zeit geschwollen oder gerötet sein. Über Personen, die nach einem Biss des Ammen-Dornfingers dauerhafte Schäden davon getragen hätten oder gar Todesfälle sei aber nichts bekannt. Allerdings gibt es Berichte über einen Fall, bei dem sich die Haut nach einem Ammen-Dornfinger-Biss ablöste. Die betroffene Stelle hatte aber nur die Größe einer Bohne.

Spinne einfangen und identifizieren lassen

Der Nabu rät, nach einem Biss Ruhe zu bewahren. „Beginnen Sie nicht, die Wunde zu kühlen oder an der Bissstelle zu kratzen“, heißt es. Wenn möglich, sollte die Spinne zur genauen Identifikation eingefangen und mit zum Arzt genommen werden.

Wie sieht die Spinne aus?

Mit einer Körperlänge von 1,5 Zentimetern zählt der Ammen-Dornfinger zu den größten mitteleuropäischen Spinnen, wobei das Männchen etwas kleiner ist als das Weibchen. Die kräftig ausgeprägten Kieferklauen variieren zwischen einem grünlich-gelben bis gelb-braunen Schimmer und passen sich im unteren Teil der Färbung der sich anschließenden schwarzen Giftklauen an. Der Vorderkörper ist einfarbig rot-orange und zeigt von vorn eine auffallende Warntracht, wobei der Hinterleib eine eher gelblich bis olivgrüne Färbung besitzt. Bis zur Eiablage trägt das Weibchen auf Ihrem Hinterleib einen kräftigen hellen Spitzenfleck, der danach zu verblassen beginnt. Das Männchen hingegen schmückt sich mit einem breiten, grünengrauen Mittelband. Die behaarten, einfarbig orangen Beine, die mit ihren drei bis vier Zentimetern Länge zum restlichen Körper relativ lang erscheinen, sind an ihren Enden mit kleinen dunkelgrauen bis schwarze Spitzen versehen. (Quelle: Nabu Brandenburg)


1 Kommentar