06.07.2016, 16:30 Uhr

Italienische Studie Nudeln sind besser als ihr Ruf: Macht Pasta doch nicht dick?

Nudeln sind besser als ihr Ruf: Grundsätzlich dick machen sie laut einer aktuellen Studie jedenfalls nicht. Foto: imago/CTK PhotoNudeln sind besser als ihr Ruf: Grundsätzlich dick machen sie laut einer aktuellen Studie jedenfalls nicht. Foto: imago/CTK Photo

Osnabrück. Pasta-Liebhaber aufgepasst: Einer italienischen Studie zufolge machen Nudeln offenbar doch nicht dick. Im Gegenteil: Wer häufig Nudeln isst, soll sogar schlanker sein.

Nudeln haben seit einigen Jahren einen schlechten Ruf als ungesunde Dickmacher. Tatsächlich haben sie viele Kohlenhydrate und Kalorien. Wer Pasta zusammen mit einer ordentlichen Sahnesauce verspeist, würde das wohl kaum als Diät-Mahlzeit bezeichnen. Italienische Forscher um George Pounis vom Instituto Neurologico Mediterraneo Neuromed in Pozzillli wollen jetzt herausgefunden haben, dass Nudeln zu Unrecht in Verruf geraten sind. Allerdings kommt es immer auch auf das „wie“ an, nämlich wie viel und womit die Pasta gegessen wird.

Nudel-Konsum und BMI

Zu dem für Pasta-Fans positiven Ergebnis sind die Forscher gekommen, nachdem sie zwei große Studien mit Daten von rund 23.000 Probanden aus Italien analysiert hatten. Im Fokus stand dabei der Zusammenhang zwischen Nudel-Konsum, Body-Mass-Index (BMI), Hüftumfang sowie der Häufigkeit von Übergewicht und Fettsucht (Adipositas). Demnach konnten die Forscher einen Zusammenhang zwischen einer Vorliebe für Pasta und Übergewicht nicht nachweisen. Es zeigte sich den Wissenschaftlern zufolge sogar, dass die Probanden schlanker waren, je mehr Pasta sie aßen. „Angesichts unserer Forschung können wir sagen: Pasta vollständig vom Speiseplan zu streichen, ist nicht der richtige Weg, um abzunehmen“, werden die Forscher im Wissensmagazin Scinexx zitiert.

Mehr Olivenöl, Reis und Gemüse

Die Ergebnisse der Studie sollten aber nicht zum Anlass genommen werden, von nun an nur noch Pasta zu essen oder zu glauben, dass man von Pasta nicht dick werden könnte. Wie immer kommt es auch hier auf die Menge und die weiteren Zutaten, mit denen die Pasta gegessen wird, an. Denn die Studie stellt noch einen anderen Zusammenhang her. Wer öfter Nudeln isst, nimmt auch mehr Olivenöl, Reis und Gemüse zu sich – ernährt sich also auch insgesamt gesund. Die Studie bestätigt also, was viele Ernährungswissenschaftler schon länger sagen: Nicht ein einzelnes Lebensmittel macht dick, sondern die Menge, die jemand zu sich nimmt.

„Es gibt keine ungesunden Lebensmittel“

Trotzdem sind die Ergebnisse auch mit Vorsicht zu genießen, denn zumindest ein Teil der Studie wurde vom Pasta-Hersteller Barilla mitfinanziert. Allerdings sagte Hans-Georg Joost, ehemaliger Leiter des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke , unserer Redaktion bereits vor drei Jahren in einem Interview: „Es gibt keine Lebensmittel, die absolut ungesund sind. Es gibt aber gesunde und ungesunde Ernährungsweisen, die durch die Menge und Kombination der verzehrten Lebensmittel entsteht.“ Das dürfte auch für Pasta gelten. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einer ausgewogenen Ernährung, statt auf bestimmte Lebensmittel komplett zu verzichten. Um Gewicht zu verlieren sei vor allem eine negative Energiebilanz und ausreichend Bewegung wichtig, sagte Sprecherin Silke Restemeyer in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Wir müssten demnach also weniger Kalorien zu uns nehmen, als wir verbrennen. Ob die Kalorien dabei aus Fett, Kohlenhydraten oder Eiweiß stammen, ist nach Angaben der Ernährungswissenschaftlerin egal.


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