27.06.2016, 09:27 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Bauernregel über das Wetter Bringt der Siebenschläfer 2016 das Sommerwetter?

So wie das Wetter am Siebenschläfertag wird, soll einer Bauernregel zufolge auch das Wetter im Juli und August werden. Eine Trendvorhersage für den Sommer. Foto: Patrick Pleul/dpaSo wie das Wetter am Siebenschläfertag wird, soll einer Bauernregel zufolge auch das Wetter im Juli und August werden. Eine Trendvorhersage für den Sommer. Foto: Patrick Pleul/dpa

Osnabrück. Der Siebenschläfertag am Montag, 27. Juni 2016, ist der Tag der Entscheidung über Prachtsommer oder Dauerregen – zumindest alten Volkssprüchen zufolge. Meteorologin Julia Fruntke klärt über die Bauernregel auf und liefert eine vierwöchige Trendvorhersage.

Die sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad Celsius wurden in der Region am Wochenende von kräftigen Gewittern und Starkregen abgelöst. (Weiterlesen: Viele Feuerwehreinsätze in Osnabrück und im Emsland.) Ob nach den kühleren Temperaturen noch mit einem wärmeren Temperaturniveau zu rechnen ist, kann laut einer Bauernregel der Siebenschläfertag am 27. Juni 2016 aufzeigen. In der Wetterregel heißt es: „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“ Volkstümlicher Aberglaube hin oder her: Wie wird das Wetter am Siebenschläfer 2016?

Wechselhaftes Wetter am Siebenschläfer 2016

Am Montag ist voraussichtlich mit einem Wechsel aus Sonne, Wolken und vereinzelten Schauern zu rechnen. Bei Temperaturen bis zu 20 Grad Celsius wird der Wind laut der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeitweise mäßig aus südwestlichen Richtungen wehen.

Sommer in den nächsten Wochen?

Die Trendvorhersage des DWD für die kommenden Wochen zeigt ein ähnlich wechselhaftes Bild wie am Siebenschläfer 2016: Die Temperaturen sind weder wärmer noch kälter als üblich, jedoch ist es bis zum 10. Juli vom Niederschlag her eher trockener als üblicherweise. Erst in der Woche vom 11. Juli wird es voraussichtlich nasser als gewohnt.

Bauernregel mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit?

Die Eintrittswahrscheinlichkeit der Siebenschläfer-Regel bei einer Schönwetter-Variante liege statistischen Auswertungen zufolge zwischen 55 und 60 Prozent, erklärt Meteorologin Julia Fruntke vom DWD. Allerdings treffe die Bauernregel bei unbeständigen Westwetterlagen mit 62 bis 70 Prozent häufiger zu. „Die Trefferquote ist im Alpenvorland generell höher als in Norddeutschland“, so Fruntke.

Die Bauernregel und die Meteorologie

Der Siebenschläfertag zählt zu den sogenannten Singularitäten, welche innerhalb der Meteorologie als Witterungsregelfälle gelten. Für die Wetterregel sei nicht ein einziger Tag, sondern der Zeitraum von Ende Juni und Anfang Juli entscheidend, erklärt Frunkte. In dieser Zeit stabilisiere sich oft die Großwetterlage und bleibe für einige Wochen bestehen. Der bestimmte Zeitraum kann also den Witterungscharakter der folgenden Wochen vorgeben.

Bei der Siebenschläferregel sei die Lage des Jetstreams (dt. Strahlstrom/Starkwindband) entscheidend. Diese Jetstream-Lage gibt vor, in welchen Gebieten sich die Tiefdruckgebiete über dem Atlantik entwickeln und wo sie entlang ziehen werden. „Wenn der Jetstream in einer relativ südlichen Lage über dem Ostatlantik und Europa verläuft, ziehen auch vermehrt Tiefdruckgebiete in einer westlichen Strömung nach Mitteleuropa.“ Dadurch entstehe dann häufig das wechselhafte Wetter.


Eine Bauernregel ist ein – meist in Reimen verfasster – alter Volksspruch über das Wetter und die auf historisch beobachteten, vermuteten Folgen für die Landwirtschaft. Der Siebenschläfertag fällt eigentlich nicht auf den 27. Juni, sondern auf den 7. Juli. Durch die gregorianische Kalenderreform im Jahr 1582 gab es eine Verschiebung um etwa zehn Tage.

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