20.12.2016, 11:04 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Infektionen vor allem im Winter Magen-Darm-Infektion: Was ist der Norovirus?

Eine elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren. Eine Studie zeigt: Fast jede fünfte Brechdurchfall-Erkrankung geht auf sie zurück. Foto: Robert-Koch-Institut/dpaEine elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren. Eine Studie zeigt: Fast jede fünfte Brechdurchfall-Erkrankung geht auf sie zurück. Foto: Robert-Koch-Institut/dpa

Osnabrück. Der Norovirus gehört zu den häufigsten Erregern von Magen-Darm-Erkrankungen, die durch Infektionen hervorgerufen worden sind – und er ist hochansteckend.

Der Norovirus tritt besonders häufig im Herbst und Winter in Schulen, Kindergärten und Altenheimen auf und verbreitet sich dort rasend schnell, weil der Erreger hoch ansteckend ist. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gab es im Raum Weser-Ems im vergangenen Jahr 2240 Fälle. Bis Ende Kalenderwoche 43 (Ende Oktober) wurden den Gesundheitsämtern im Raum Weser-Ems 1108 Fälle gemeldet (Datenstand: 16. November 2016). Aktuellere Zahlen liegen dem RKI derzeit noch nicht vor. Erfahren Sie hier, woran man eine Infektion mit dem Norovirus erkennen kann und wie Sie vorbeugen können.

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Symptome:

Die Krankheit beginnt meist sehr plötzlich mit Übelkeit, Erbrechen, starkem Durchfall und Bauchkrämpfen. Hin und wieder klagen Betroffene auch über Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Meist dauert die Erkrankung nur wenige Tage an.

Ansteckung:

Noroviren sind hoch ansteckend. Die Übertragung der Viren erfolgt von Mensch zu Mensch. Die Hauptansteckungsgefahr geht von einer gemeinsam genutzten Toilette aus, denn bei Durchfall und Erbrechen scheidet der Erkrankte die Viren in großer Zahl aus. Außerdem können sie durch Händeschütteln oder verunreinigte Gegenstände übertragen werden: Noroviren halten sich nämlich auf Türklinken, Handtüchern, Wasserhähnen oder Toilettensitzen. Sogar hohe Temperaturen über 60 Grad Celsius können sie mehrere Minuten überdauern. Gibt es eine Norovirus-Erkrankung in der Familie, sollte der Betroffene möglichst keinen Kontakt zu anderen Familienmitgliedern (außer zur Betreuungsperson) haben und eine eigene Toilette benutzen. Gegenstände und Flächen, die möglicherweise mit Viren kontaminiert wurden, sollten gründlich gereinigt werden. Norovirus-Fälle treten vor allem im Winter häufig auf.

Diagnose:

Werden Noroviren beim Arzt, etwa durch eine Stuhlprobe, nachgewiesen, besteht Meldepflicht beim Gesundheitsamt. Um einen größeren Ausbruch der Krankheit zu verhindern, sollten Menschen, die Gemeinschaftseinrichtungen besuchen oder dort arbeiten, so lange zu Hause bleiben, bis sie zwei Tage beschwerdefrei sind. Das gilt für Kinder unter sechs Jahren, Menschen, die beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben und für Mitarbeiter von Gesundheits- oder Gemeinschaftseinrichtungen. Viele Norovirus-Fälle werden aber vermutlich gar nicht als solche erkannt, da die Betroffenen von einer Magen-Darm-Grippe ausgehen und keinen Arzt aufsuchen.

Therapie:

Spezielle Medikamente oder Impfungen gegen Noroviren gibt es nicht. Der hohe Verlust an Wasser ist die eigentliche Gefahr, die von dem Virus ausgeht. Das gilt insbesondere für kleine Kinder und ältere Menschen, da sie schnell austrocknen können. Bei besonders schlimmen Beschwerden sollten Patienten einen Arzt aufsuchen.

Betroffene sollten viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Gegen den Nährstoffverlust gibt es in der Apotheke Elektrolyt-Mischungen, die mit Wasser angerührt werden.

Vorbeugen:

Weil es keine Impfung gibt, kann man einer Erkrankung nur durch die Beachtung von Hygieneregeln vorbeugen. Gründliches Händewaschen nach dem Toilettenbesuch und vor dem Essen gilt als wichtigste Maßnahme. Zudem sollten Lebensmittel, die roh verzehrt werden, gründlich abgewaschen, alle anderen gut durchgegart werden.

Quelle: Robert-Koch-Institut


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