15.01.2016, 15:22 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Bei dm jetzt im Regal Augenärzte: Sehverlust durch Pfefferspray möglich

Dutzende Flaschen Pfefferspray stehen bei einem Waffenhändler in Frankfurt am Main im Regal. . Foto: Boris Roessler/dpaDutzende Flaschen Pfefferspray stehen bei einem Waffenhändler in Frankfurt am Main im Regal. . Foto: Boris Roessler/dpa

Osnabrück. Als Reaktion auf vermehrte Kundenwünsche hat die Drogeriekette dm Pfefferspray in ihr Sortiment aufgenommen. Augenärzte sehen das seit Jahresbeginn 2016 immer größere werdende Interesse an Pfefferspray auch mit Sorge: Ihr Berufsverband warnt, Pfefferspray könne im schlimmsten Fall zu massiven Entzündungen mit Sehverlust führen.

In den meisten Fällen seien die Auswirkungen von Pfefferspray aber eher begrenzt, sagte derSprecher des Verbandes der Augenärzte Georg Eckert unserer Redaktion. Möglich seien aber auch erhebliche Reizzustände der Bindehaut und Veränderungen an der Hornhaut.

Sehverlust droht

.Im Falle, eines Falles müsse therapeutisch eine intensive und zeitnahe Spülung der Augen im Vordergrund stehen, erläuterte Eckert.„Also spülen, spülen, spülen...“ Dann müsse möglichst schnell ein Augenarzt aufgesucht werden, um sicherzustellen, dass eventuelle Hornhautepithelveränderungen angemessen mit Tropfen oder Salben behandelt würden. „Bei nicht angemessener Behandlung sind massive Entzündungen mit Sehverlust einhergehend möglich..“,warnte der Experte.

Waffengesetz

Die Sprays, auch als CS-Gas, Tränen- oder Reizgas bezeichnet, unterliegen eigentlich dem Waffengesetz. Häufig sind aber anders deklariert und frei verkäuflich Zugelassen sind Pfeffersprays in Deutschland aufgrund der sehr starken Wirkung nur gegen Tiere. Nur, wenn sie mit der Aufschrift „nur zur Tierabwehr“ versehen sind, können sie ohne Altersbeschränkung gekauft und mitgeführt werden. Auch die Pfeffersprays „zur Tierabwehr“ sind aber ausschließlich zur Notwehr oder Nothilfe erlaubt. Wer ein Pfefferspray einsetzt, ohne in Gefahr gewesen zu sein, begeht eine gefährliche Körperverletzung und macht sich damit strafbar. Für Pfeffersprays, die zur Abwehr von Menschen konzipiert sind, gibt es Altersbeschränkungen für Kauf und Besitz. Der Sprühstoß des Sprays reicht bis zu drei Meter weit.

Große Nachfrage

Schon nach den Übergriffen in Köln und anderen Städten in der Silvesternacht war die Nachfrage nach Pfefferspray vor allem bei jungen Frauen sehr groß. In einigen Städten war das Spray damals ausverkauft.

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