06.12.2016, 06:04 Uhr

Nikolausfest 6. Dezember 2016 Wer ist der Nikolaus und woher kommt die Tradition?


Osnabrück. Das Fest des heiligen Nikolaus am 6. Dezember ist ein wichtiger Bestandteil der Vorweihnachtszeit. Am Abend des 5. Dezember stellen viele Kinder nach alter Tradition ihre Stiefel und Schuhe vor die Tür, damit der Nikolaus sie mit Geschenken füllt. Das große Vorbild dieser Figur ist der heilige Nikolaus, der im 4. Jahrhundert in der Stadt Myra (heute Demre) in der türkischen Provinz Antalya lebte.

In Deutschland und auch in vielen anderen Ländern hat der Nikolaus seinen ganz großen Auftritt in der Vorweihnachtszeit. Am Abend des 5. oder 6. Dezember kommt er mit seinem Begleiter bei vielen Familien mit Kindern sogar persönlich vorbei. Er trägt dann meist ein prächtiges, rotes Bischofsgewand und hat einen langen weißen Bart. Seinen Kopf schmückt eine Bischofsmütze und in der Hand hält er den goldenen Bischofsstab. Oft hat der Nikolaus auch ein goldenes Buch dabei, aus dem er über jedes Kind , das er besucht, ein paar Sätze vorliest. Dieser Brauch zählt zu den bekanntesten rund um den heiligen Nikolaus und hat sich bei uns etwa Mitte des 16. Jahrhunderts etabliert.

Ein großes Herz

Der ursprüngliche Nikolaus und Namensgeber soll im 4. Jahrhundert im türkischen Myra gelebt haben und Bischof gewesen sein. Er wird vor allem deshalb geliebt, weil er ein großes Herz für arme Menschen und Kinder gehabt haben soll. Eine Geschichte über ihn wird auch heute noch gerne erzählt: Ein Vater, der sehr arm war, dachte darüber nach, seine drei Töchter zu verkaufen. Als Nikolaus davon erfuhr, legte er nachts drei goldene Kugeln auf die Fensterbank. Mit diesem Gold half er dem Vater und rettete so die Mädchen. Der Brauch, am Nikolaustag Geschenke in Socken oder Stiefel zu stecken, soll in dieser Legende seinen Ursprung haben.

Nach Bari entführt

Gestorben ist der Heilige Nikolaus vermutlich eines natürlichen Todes an einem 6. Dezember. Deswegen wird jedes Jahr an diesem Tag der Nikolaustag gefeiert. Im April 1087 wurden die Gebeine von Nikolaus, der auch Patron der Seefahrer war, von Abenteurern aus der Hafenstadt Bari, die auf drei Schiffen angereist waren, aus dem Marmorgrab der Nikolaus-Basilika in Myra entwendet und in ihre Heimatstadt entführt. Dort errichtete man auf den Trümmern des byzantinischen Gouverneurspalastes die monumentale Basilika S. Nicola.

Kirche in Billerbeck

Vor allem aber in den Ostländern tragen Tausende Kirchen seinen Namen. Der Kult um den Heiligen Nikolaus hat sich zu Beginn des 6. Jahrhunderts entwickelt. Der römische Kaiser Justinian weihte ihm Mitte des 6. Jahrhunderts eine Kirche in Konstantinopel – dem heutigen Istanbul. Seine Regierungszeit markiert eine wichtige Übergangsphase vom antiken Imperium Romanum zum Byzantinischen Reich des Mittelalters. In Rom zog der Kult im 8. Jahrhundert ein, er verbreitete sich dann zunehmend auch in Süd- und Mitteleuropa.

Die Wiege seiner Verehrung nördlich der Alpen steht übrigens im Münsterland: Dort wurde Nikolaus erstmals öffentlich verehrt. Der Gründerbischof der Diözese Münster, der Heilige Liudger, weihte noch vor 800 in Billerbeck eine Kirche dem Heiligen, die später durch einen Nachfolgebau ersetzt wurde.


Der Nikolaus bringt am 6. Dezember die ersten Geschenke – er ist quasi der Vorbote des Weihnachtsmannes. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen den beiden? Das erfahren Kinder in einem Film auf clixmix.de . Wer schon jetzt Lust auf Geschenke hat, kann auf kids.t-online .de bei einem Suchspiel zehn versteckte Päckchen suchen. Beide Seiten wurden von Klick-Tipps.net ausgewählt. Dieser Dienst wird unter anderem von Jugendschutz.net getragen. Die Geschichte vom Nikolaus können Kinder auf religionen-entdecken.de nachlesen. Hier erfahren sie zum Beispiel, dass der Nikolaus von seinen Eltern sehr viel Geld geerbt hat, das er den Armen spendete.

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