12.11.2015, 15:40 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Kindergeld 2016 und Steuernummer Nachricht auf WhatsApp sorgt für Panik unter Eltern


Osnabrück. Eine Kettennachricht, die per WhatsApp und Facebook verbreitet wird, sorgt für Panik unter Eltern: Sie sagt aus, dass Eltern, die bis Dezember 2015 nicht ihre und die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes bei der Familienkasse angeben haben, kein Kindergeld mehr erhalten. Doch das stimmt nicht.

Haben Sie diese Nachricht auch schon per WhatsApp bekommen oder ist sie in Ihrem Facebook-Newsfeed aufgetaucht? Sie klingt dramatisch:

„Betreff: Kindergeld: Ab dem 01.01.16 gibt es eine neue Regelung. Alle Kindergeldbezieher, die es bisher noch nicht gemacht haben, müssen der zuständigen Familienkasse die Steueridentifikationsnummer der kindergeldberechtigten Kinder und Elternteile schriftlich mitteilen. Das dient dazu, doppelte Zahlungen zu vermeiden.

Der Haken: Wer diese Steuernummern nicht bis spätestens Dezember 2015 der Familienkasse mitgeteilt hat, bekommt das Kindergeld gestrichen, muss u.U. das Kindergeld 2016 zurückzahlen und einen neuen Kindergeldantrag stellen (der dann vermutlich eine längere Bearbeitungszeit hat). Das Kindergeld wird dann auch nicht rückwirkend gezahlt. Was weg ist, ist weg.

Auf die Frage, ob das noch veröffentlicht wird, hat die Familienkasse „nein“ gesagt; jeder Leistungsbezieher müsse sich über bevorstehende Änderungen informieren.

Auf die Frage, was passiert, wenn ganz viel Bürger das einfach nicht mitbekommen, kam „dann haben diese Familien Pech gehabt“. Bitte informiert Euch (bei Google über das Stichwort „Kindergeld 2016“ gibt es ganz viele Infos) und gebt die Info möglichst schnell an Betroffene weiter!“

Kein Kindergeld mehr? Und drohende Rückzahlungen? So weit, so übertrieben. (Weiterlesen: In aller Ausführlichkeit: Das ändert sich 2016 beim Kindergeld)

Was wirklich stimmt über die Neuerung beim Kindergeld

Ab Januar 2016 müssen Eltern bei der Beantragung von Kindergeld ihre und die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes bei der Familienkasse angeben. Das gilt auch für bereits geborene Kinder. Aber: Die Familienkassen werden es nicht beanstanden, wenn die Steuer-Identifikationsnummern im Laufe des Jahres 2016 nachgereicht werden. Die Drohung, dass Dezember 2015 eine Art Stichtermin wäre, ist also falsch.

Außerdem: Im Kindergeldantrag sind bereits seit mehreren Jahren Felder für die Angabe der Steuer-Identifikationsnummer vorgesehen. Deshalb liegen den Familienkassen bereits viele Steuer-Identifikationsnummern vor.

Die Familienkassen informieren

Eltern, die die Steuer-Identifikationsnummern nicht angegeben haben, werden 2016 von den Familienkassen informiert, sodass sie wissen, wenn sie etwas nachreichen müssen. Und selbst wenn man für Neugeborene Kindergeld beantragt, ohne die Steuer-Identifikationsnummern anzugeben, erhält man eine Benachrichtigung der zuständigen Familienkasse.

Und, wie es die Bundesagentur für Arbeit inzwischen bekannt gegeben hat: „Die in verschiedenen aktuellen Publikationen verbreitete Meldung, dass eine Kindergeldzahlung eingestellt wird, wenn bis zum 1.1.2016 keine Mitteilung der Steuer-Identifikationsnummer vorliegt, ist unzutreffend.“ Also keine Panik! Und derlei Nachrichten am besten ignorieren. (Weiterlesen: Wo und wann beantragen: Geburtsurkunde, Kindergeld und Elterngeld)


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